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Kurse im Bad werden teurer

Durch die höheren Gebühren steigen die Einnahmen um rund 3 000 Euro. Kostendeckend wird der Badbetrieb noch lange nicht.

Von Heike Stumpf

Seit mehr als 100 Jahren schon leistet sich die Stadt Roßwein ein Hallenbad. Dazu gibt es im Wolfstal noch ein Freibad. Um beide Einrichtungen zu unterhalten, gibt die Kommune jedes Jahr einen sechsstelligen Betrag aus. Dem gegenüber stehen 2013 zwar höhere Einnahmen durch ein tolles Ergebnis bei den Besucherzahlen. Trotzdem deckt das Eintrittsgeld nur einen kleinen Teil der Aufwendungen. Den größeren Rest müssen alle Roßweiner zahlen, denn der wird aus der Stadtkasse bestritten. „Andernfalls müsste eine Eintrittskarte 13 Euro kosten“, hat Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) schon mehrfach vorgerechnet. Für einen Teil der Nutzer werden die Gebühren jetzt dennoch steigen. Die Stadträte haben gestern Abend beschlossen, dass Schwimm- und Aquakurse in Zukunft 1 Euro mehr pro Stunde kosten. „Mit der Erhöhung der Kursgebühren wollen wir unsere Preise an die auf dem Markt üblichen anpassen“, erklärte Hauptsamtsleiterin Michaela Neubert, weshalb es jetzt überhaupt zu diesen Änderungen kommt.

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„Dadurch“, so stellte Kämmerin Heidi Roßberger dar, „könnten die Einnahmen im Jahr um rund 3 000 Euro steigen.“ Die Schwimmkurse für Kinder sind meist schon ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht. Wer jetzt nachfragt, bekommt möglicherweise erst im nächsten Jahr einen Termin. Insgesamt 120 Kindern – überwiegend im Vorschulalter – lehren Badchef Jens Göhler und seine Kollegen das Schwimmen. Etwa doppelt so viele Teilnehmer gibt es jährlich bei den Aquakursen. Diese leitet das Badpersonal nicht selbst, dazu kommt das Team des Rehazentrums in die Stadtbadstraße.

Außer diesen Änderungen in der Satzung, die die Badbesucher teurer zu stehen kommt als bisher, gibt es auch Vergünstigungen. Diese betrifft allerdings die Nutzer des Freibades. Konnten diese bisher erst ab 18 Uhr eine Abendkarte zum reduzierten Preis erstehen, geht das ab der neuen Saison schon um 17 Uhr. Die Erfahrungen der letzten beiden Jahre haben Michaela Neubert zufolge gezeigt, dass der Verkaufsbeginn der Abendkarte um 18 Uhr zu spät ist. „Das hat sich nicht bewährt“, so die Hauptamtsleiterin.

Gebühren für das Solarium sind aus der überarbeiteten Satzung ganz gestrichen worden. Der Grund dafür ist einfach: Die Stadt unterhält kein Solarium mehr. Die Sauna im Haus gibt es noch. Diese wird jedoch privat betrieben.

Dass die Bäder Roßweins die wohl beliebtesten Freizeiteinrichtungen der Stadt sind, das hat der Badchef vor Kurzem mit neuen Zahlen belegen können. Im Wolfstal zählten die Schwimmmeister und Rettungsschwimmer rund 24 000 Besucher. Noch mehr kamen im Frühjahr und Herbst/Winter ins Stadtbad. Dort war die Saison mit rund 29 000 Gästen die erfolgreichste seit Jahren. Das Plus führt das Badteam auf drei Dinge zurück: Im Sommer waren andere Bäder (Döbeln und Leisnig) geschlossen, im Winter gingen Familien in Ermangelung von Schnee ins Bad. „Und gewiss hat es einigen, die zum ersten Mal da waren, auch so gut gefallen, dass sie wieder nach Roßwein gekommen sind“, ist sich Badchef Jens Göhler sicher.