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Kurz vor der Fertigstellung der Rollerbahn klemmt es

Die SG Stahl Schmiedeberg baut am Stadion eine neue Rollerbahn. Doch das Vorhaben wird teurer als geplant.

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© Frank Baldauf

Von Franz Herz

Die Bauarbeiten für die Rollerbahn mit Schießstand im Gießerei-Sportpark in Schmiedeberg sind fast abgeschlossen. Doch kurz vor Schluss tat sich ein Finanzloch auf. Denn es geht dabei nicht allein um den Neubau der Sportanlage, sondern gleichzeitig um die Renaturierung einer Industriebrache. Die Rollerbahn wird auf einem Gelände gebaut, wo früher unterschiedlichste Stoffe abgekippt wurden.

Für die Baufirma hieß das, sie hatte bis in drei Meter Tiefe sehr unterschiedlichen Baugrund. Mal musste sie Erde austauschen, rund 1 300 Kubikmeter. Mal musste sie zusätzliche Fundamente bauen, weil der Untergrund zu instabil war: 30 Kubikmeter Beton mehr als geplant. Mal musste sie die Schottertragschicht stärker bauen als vorgesehen. Auch musste sie Schlamm abfahren und eine zusätzliche Entwässerungsmulde am Schießstand bauen.

Für die Gemeinde eingesprungen

Ursprünglich waren die Baukosten auf 300 000 Euro geschätzt worden. Wegen der Mehrarbeiten sollte das Vorhaben auch 90 000 Euro mehr kosten. „Aber wir haben hart mit der Baufirma verhandelt“, berichtet Andreas Mannschatz, der Vorsitzende der SG Stahl Schmiedeberg und Geschäftsführer der Schmiedeberger Gießerei. So sind noch rund 30 000 Euro Mehrkosten übriggeblieben.

Der Verein bringt einen Anteil, aber er kann die Summe letztlich nicht aufbringen. Daher hat sich Mannschatz an die Stadt Dippoldiswalde gewandt, dass sie das Vorhaben noch einmal mit 28 560 Euro bezuschusst. Mannschatz sieht die Stadt auch in der Pflicht. Denn es war die Gemeinde Schmiedeberg, die den Bau der Rollerbahn in die Wege geleitet hat. Das hat sich nur geändert, weil es Probleme mit den Fördermitteln gab, welche die Kommune nicht bekommen konnte, jedoch der Verein. Daher hat die SG Stahl Schmiedeberg das Projekt als Bauherr übernommen. Der Verein ist also für die Gemeinde eingesprungen.

Das Geld, das die Gemeinde Schmiedeberg für die Rollerbahn ausgeben wollte, hat in der ersten Rate noch Schmiedeberg und in der zweiten Rate die Stadt Dippoldiswalde an den Verein überwiesen. Die SG Stahl hat mit tatkräftiger Eigenleistung und der Hilfe von Firmen die Rollerbahn gebaut. Der Schießstand ist fertig, der Untergrund für die Laufstrecke ebenfalls. Jetzt fehlt noch die Asphaltdecke. Aber vorher muss die Frage der Mehrkosten geregelt sein.

Kreditmodell abgelehnt

Der Stadtrat Dippoldiswalde hat das Schmiedeberger Ansinnen kritisch diskutiert. Die Freien Wähler haben vorgeschlagen, nur die halbe Summe dem Sportverein als Zuschuss zu geben und die andere Hälfte als zinslosen Kredit, den er in den nächsten fünf Jahren zurückzahlen muss. Michael Becker (Freie Wähler) forderte, dass der Verein dafür Einnahmen schaffen soll. Zum Beispiel kann er für die Benutzung der Rollerbahn Gebühren verlangen.

Doch das stieß auf Widerspruch nicht nur vom Sportverein, sondern auch von Stadträten aus der ehemaligen Gemeinde Schmiedeberg. So legte Karelli Krischker (SPD) dar, dass die Gemeinde Schmiedeberg das Projekt begonnen hat, um den Oberschulstandort Schmiedeberg zu sichern. Die Rollerbahn schafft in Schmiedeberg Möglichkeiten für den Leistungssportnachwuchs und könnte damit Schüler locken, war die Überlegung dahinter. „Ich sehe nicht, dass wir den Verein jetzt zusätzlich belasten sollen“, sagte sie. Nach der Debatte stimmte der Stadtrat schließlich dafür, dem Verein die erbetenen 28 560 Euro Zuschuss zu geben und auch keine Rückzahlung zu verlangen.