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Kurzarbeit für Schwimmmeister

Sollten die Bäder in Roßwein und Leisnig im Mai nicht öffnen dürfen, hat das Konsequenzen. Roßweins Bürgermeister erwartet weitere Entscheidungen.

Das Bad Wolfstal in Roßwein.
Das Bad Wolfstal in Roßwein. © Dietmar Thomas

Roßwein/Leisnig. Während ihrer Corona-Sitzung mit Schutzmasken und an Einzeltischen sitzend hat Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) die Stadträte darüber informiert, wie es jetzt mit den Lockerungen weitergeht. Lindner sagte, dass er von der Landespolitik ziemlich rasch wichtige Entscheidungen erwartet. Die seien vor allem: Können Freibäder öffnen und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Und: Was ist für die Kindertagesstätten und den Hort vorgesehen?

Wie Lindner erzählte, bekomme die Verwaltung vermehrt Anrufe von Eltern, die für verschiedene Regelungen wenig bis kein Verständnis hätten. Zwar dürfen jetzt mehr Mädchen und Jungen betreut werden, weil die Einstufung in systemrelevante Berufe aufgeweitet worden ist. Aber auch Eltern, die in anderen Berufen arbeiteten, wollten und müssten wieder an den Arbeitsplatz zurück. 

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Ähnliches berichtete am Dienstag der Leisniger Rathauschef Tobias Goth (CDU). Hauptamtsleiterin Silvia Diesmann bekomme täglich mehrere Anrufe von Eltern, die sich nach der Kita-Öffnung erkundigten und ihre Sorgen mit den aktuellen Regelungen schilderten. „Die Bevölkerung wird ungeduldiger“, so die Einschätzung des Roßweiner Bürgermeisters. „Es sollte von der Landeregierung ein Zeichen kommen“, wünscht er sich.

Das braucht Lindner auch, um für den Bäderbetrieb eine Entscheidung zu treffen. Das Hallenbad ist entsprechend der Corona-Verordnung Sachsens seit Wochen geschlossen. Für eine Öffnung der Freibäder gibt es noch überhaupt keine Tendenz. „Bleibt das so, wird für die Mitarbeiter im Badbereich eine Kurzarbeitsregelung beantragt“, kündigte der Bürgermeister an. 

Er denkt an eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 50 Prozent. In der übrigen Zeit soll die Kraft des Personals darauf verwendet werden, das Freibad im Wolfstal auf die Saison vorzubereiten. Denn auch eine spätere Öffnung im Laufe des Sommers sei denkbar, und völlig unvorbereitet soll diese Entscheidung die Kommune dann nicht treffen. Außerdem gebe es zum Saisonende dann immer auch noch Arbeiten im Hallenbad zu erledigen.

Ab Montag ohne Termin

In dieser Woche ist das Roßweiner Rathaus für den Publikumsverkehr noch insoweit geschlossen, dass nur vereinbarte Termine zum Beispiel im Einwohnermelde- oder Standesamt wahrgenommen werden. „Ab dem 11. Mai wollen wir dann wieder ohne Termin während der Sprechzeiten für die Bürger da sein“, kündigte Veit Lindner an. Eine Einschränkung bleibt: Freitags soll das Rathaus zumindest im Monat Mai noch geschlossen sein. Ab Juni gelten dann wieder die regulären Öffnungszeiten.

Wer in der nächsten Zeit etwas auf dem Rathaus zu erledigen hat, sollte seinen Mund-Nasen-Schutz dabeihaben. In Abstimmung mit dem Personalrat mache der Bürgermeister von seinem Hausrecht Gebrauch und habe verfügt, dass im Rathaus dieser Schutz von Besuchern und Mitarbeitern vorerst zu tragen ist. In Sachsen gilt eine Mundschutzpflicht in Verkaufsräumen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln. 

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In Leisnig wird auf zusätzliche Vorkehrungen wie in Roßwein im Moment verzichtet. Das Rathaus ist nach wie vor für den normalen Besucherverkehr geschlossen. Wieder geöffnet hat seit Dienstag das Stiefelmuseum. Wie beim Besuch der Burg Mildenstein nebenan sind auch dort Hygiene- und Abstandsregelungen zu beachten.

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