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Brand hält Kleingärtner nicht vom Feiern ab

Der Verein „Zur Weinau“ lädt am Wochenende wieder zum alljährlichen Sommerfest ein. Kurzzeitig stand dieses auf der Kippe.

Auch wenn das Vereinshaus bei einem Brand zerstört wurde - die Kleingärtner in der Weinau (Bild: Vereinschef Rico Kremnitz) wollen dennoch ihr Jubiläum der Anlage feiern.
Auch wenn das Vereinshaus bei einem Brand zerstört wurde - die Kleingärtner in der Weinau (Bild: Vereinschef Rico Kremnitz) wollen dennoch ihr Jubiläum der Anlage feiern. © Jan Lange

Für einen Moment haben Kathleen und Rico Kremnitz daran gedacht, das Sommerfest abzusagen. Es war der Moment, als sie in der Nacht des Feuers auf der Händelstraße standen und die Flammen aus dem Vereinsgebäude der Zittauer Kleingartenanlage „Zur Weinau“ schossen. Am Folgetag kamen die Gartenfreunde schnell zu der Erkenntnis: „Wir feiern erst recht“. Dazu trug auch die Rettung des Kuchenrades bei. Es war eines der ersten Gegenstände, die aus der Brandruine herausgeholt wurden. „Das Kuchenrad war voller Schlamm, Dreck und Schaum“, erinnert sich Kathleen Kremnitz.

Anita und Guido Hannig, langjährige Mitglieder des Gartenvereins und beim Sommerfest fürs Kuchenrad verantwortlich, brachten die Konstruktion wieder auf Vordermann. „Es wird also auch dieses Jahr ein Kuchenrad geben“, ist Frau Kremnitz froh. „Wir werden den Kuchen natürlich nicht wie sonst aus der Baracke herausgeben können." Die ist nur noch abrissreif. Die Versicherung hat ihre Zustimmung zum Abriss und einem Neubau gegeben. Den Abbruch wollen die Gartenfreunde aus der Weinau auch noch dieses Jahr realisieren – aber erst nach dem Sommerfest. Für die zweitägigen Feierlichkeiten bringe das keine Einschränkungen mit sich, versichert Kathleen Kremnitz. Außer natürlich, dass für das Kuchenrad ein anderer Standort gefunden werden muss.

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Auch die alte Vereinsfahne, die im Vereinsgebäude gelagert war, wird erneuert. „Sie stand zum Glück in der Ecke, zwischen der Wand und dem Stahlschrank“, erklärt Frau Kremnitz. So sei nur der Stiel angegokelt gewesen und die Fahne war verrußt und durchnässt. Am 2. August, zum Start des Sommerfestes, soll die Fahne wieder aufgehängt werden, kündigt die Schriftführerin des Vereins an. Überhaupt sei die Hilfe nach dem Brand enorm gewesen. Viele der Mitglieder – insgesamt sind es fast 130 – packten mit an. Eine Elektrikfirma half auch bei der Beleuchtung. Die Lichter und elektrischen Anlagen befanden sich alle im Vereinsgebäude und sind nur noch Schutt und Asche. „Das war unser größtes Problem“, sagt Vereinschef Rico Kremnitz. Nun kann man bis in die Nachtstunden feiern, ohne dass die Gäste im Dunkeln sitzen müssen.

In diesem Jahr gibt es noch einen Grund mehr, anzustoßen: Der Kleingartenverein wird 70 Jahre. 1948 wurde der Verein als „Gartengemeinschaft an der Friedrich-Engels-Allee“ gegründet und nach der Wende 1990 unter dem Namen „Zur Weinau“ in das Vereinsregister eingetragen. Der Kleingartenverein blieb in der langen Zeit seines Bestehens nicht von Unheil verschont. Mehrfach wurden durch Hochwasser Gärten überschwemmt. Zuletzt 2010, in dessen Folge die Sparte deutlich verkleinert wurde. Aber auch Brände gab es bereits. 2008 wurden drei Lauben abgebrannt. Mit Spenden von Vereinsmitgliedern konnten sie wieder errichtet werden.

Beim jüngsten Brand wurde nicht nachgeholfen, ein Blitzschlag hatte das Feuer ausgelöst. Eigentlich sollte das Dach des Gebäudes demnächst erneuert werden. Dafür hatte der Kleingartenverein eine Crowdfunding-Aktion bei der Volksbank initiiert und dabei insgesamt mehr als 4.600 Euro an Spenden eingeworben. Für den jetzt erforderlichen Wiederaufbau des Vereinshauses reicht die Summe nicht aus, deshalb verwenden die Kleingärtner das Geld, um das Dach des Kiosks zu erneuern. Der Neubau des Vereinshauses wird dieses Jahr kaum noch umzusetzen sein, ist sich der Vereinsvorsitzende sicher. Zuerst müsse der Abbruch erfolgen und die Reste, die mit Schadstoffen belastet sind, ordentlich entsorgt werden, erklärt er. Dann könne der Verein schauen, ob die Bodenplatte erhalten bleiben kann oder nicht. „Das ist eine Tippeltappel-Tour, die ihre Zeit braucht“, sagt Kathleen Kremnitz.

Die Feuerwehr haben die Gartenfreunde zu ihrem Sommerfest eingeladen. „Sie haben super Arbeit geleistet und sich ein Dankeschön verdient“, meint die Vereinsschriftführerin. Denn es hätte auch schlimmer kommen können. Das Vereinsgebäude steht mitten zwischen Gartenlauben, auf die das Feuer hätte übergreifen können. Dass haben die Kameraden verhindert.

Nicht verhindern konnten sie, dass die komplette Tombola für das Sommerfest verbrennt. Die bereits eingeworbenen Sachspenden sind vernichtet worden. Aber ausfallen wird die Tombola dennoch nicht, versichert Frau Kremnitz. Neue Gerätschaften will sich der Verein aber erst anschaffen, wenn es wieder eine Lagermöglichkeit gibt. Und vernichtet wurden zum Beispiel die Rasenmäher und Heckenscheren. Doch auch hier wissen sich die Gartenfreunde aus der Weinau zu helfen: Sie stellen einfach ihre privaten Gerätschaften vorübergehend zur Verfügung. „Das Gemeinschaftsgefühl ist hier sehr groß, es ist eine super Gartenanlage“, steht für Kathleen und Rico Kremnitz fest.

- Das Garten- und Sommerfest des Kleingartenvereins "Zur Weinau" in Zittau findet am 2. und 3. August statt. Gefeiert wird am Freitag ab 17 Uhr mit Bierprobe und Lampionumzug. Samstag geht es 14 Uhr weiter mit Spiel und Spaß für Kinder, Kuchenrad, Livemusik vom Duo "Revival", Feuershow und vielem mehr.

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