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KVS sieht Kinderärzte in der Verantwortung

Nach der Schließung der Görlitzer Corona-Ambulanz meldet sich die Kassenärztliche Vereinigung zu Wort.

Das St.-Carolus-Krankenhaus in Görlitz hatte Räume für die Corona-Ambulanz zur Verfügung gestellt.
Das St.-Carolus-Krankenhaus in Görlitz hatte Räume für die Corona-Ambulanz zur Verfügung gestellt. © André Schulze

Am Freitag wurde in der Corona-Ambulanz im Görlitzer St.-Carolus-Krankenhaus der letzte Corona-Abstrich durchgeführt. Nun ist sie geschlossen. Grund sei die stetig zurückgehende Nachfrage gewesen, die in keinem Verhältnis mehr zum finanziellen Aufwand stand, wie die SZ bereits am Freitag berichtete. Nun meldet sich die KVS selbst zu Wort. Aufgrund der anhaltend niedrigen Infektionszahlen hier wie überall in Sachsen, würden deutlich weniger Abstriche genommen, sodass einige der sächsischen Anlaufpraxen in den letzten Wochen kaum frequentiert wurden, heißt es. In manchen Abstrichambulanzen waren es pro Tag nicht mal zehn  Abstriche. Aus diesem Grund schließt die KV Sachsen nun einen Großteil dieser temporären Praxen - darunter auch Görlitz.

Unter Würdigung der Gesamtlage hat sich die KV Sachsen auch in Abstimmung mit dem sächsischen Sozialministerium und den übrigen Beteiligten entschieden, einen geordneten Rückzug aus den Corona-Ambulanzen zu beginnen", schreibt Patrice Fischer von der KVS. Die übrigen Beteiligten, das sind im Falle Görlitz der Landkreis Görlitz und das Malteser Krankenhaus St. Carolus, mit denen die KVS die Ambulanz gemeinsam betrieb.

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Ansturm auf Kinderarzt-Praxen

Kurz vor Bekanntwerden des kurzfristigen Schließungstermins hatten Görlitzer Kinderärzte sich mit einem Schreiben an die KV Sachsen gewandt und gegen die Schließung protestiert. Sehr viele Kinder würden aktuell mit nur leichten Symptomen kommen, weil sie ein ärztliches Attest benötigen, um in die Kindereinrichtung zu dürfen. Man könne aber nicht in jedem Fall bedenkenlos attestieren, dass das Kind kein Corona habe, also überweise man lieber zum Testen ans Carolus, so das Argument der Görlitzer Kinderärzte. Die aber gleichzeitig die Gefahr sehen, dass bei dem übergroßen Ansturm wirklich kranke Kinder nicht versorgt werden können.  

Abstrich oder nicht? Kinderarzt muss entscheiden

Die Sachlage sei bekannt, heißt es seitens der KVS. Es liege prinzipiell in der Verantwortung des Kinderarztes zu entscheiden, ob ein Abstrich wirklich notwendig ist.

Patrice Fischer: "Mit der neuen Veröffentlichung zum Regelbetrieb in Kitas vom Freistaat Sachsen sollte sich die Situation entspannen. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ist nicht gleich mit einem negativen Corona-Abstrich gleichzusetzen. Diesen dürfen die Kitas auch nicht einfordern." Zudem seien die Abstrichambulanzen organisatorisch und personell grundsätzlich gar nicht für Abstriche bei Kindern eingerichtet, auch wenn diese dann vor Ort mit durchgeführt wurden.

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Heißt im Klartext: Für die Kinderärzte kommt es wohl genau so wie befürchtet, bleibt ihnen nur die Hoffnung auf etwas weniger Ansturm in den bevorstehenden Sommerferien und einen Herbst, der anders als erwartet keine zweite größere Welle bringt. Für Verdachtsfälle gilt weiterhin: Abstriche werden von den niedergelassenen Ärzten - also auch von den Kinderärzten - und den Gesundheitsämtern durchgeführt, erklärt die KVS. Die entsprechende Schutzausrüstung für Ärzte und medizinisches Personal stehe dafür mittlerweile ausreichend zur Verfügung. Nach wie vor sollten Patienten mit diesbezüglichen Krankheitssymptomen trotzdem nicht ohne Termin und ohne vorherige telefonische Anfrage in Arztpraxen erscheinen. Sollte sich die Lage signifikant ändern, werde eine neue Abstrichambulanz "an gleicher oder anderer Stelle" eröffnen.

Die Corona-Ambulanz war nur über den Park zu erreichen und deshalb gut ausgeschildert.
Die Corona-Ambulanz war nur über den Park zu erreichen und deshalb gut ausgeschildert. © André Schulze

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