merken
PLUS Pirna

Mit Familiensinn gegen die Krise

Noch sind die Gaststätten im Landkreis geschlossen. Die Vorfreude auf die Neustarts ist aber groß. Heute mit: Laasenhof in Weißig bei Struppen.

Halten zusammen: Mandy, Mario und Manolo Höse (v.l.).
Halten zusammen: Mandy, Mario und Manolo Höse (v.l.). © Foto: Laasenhof Rathen/Christian Bernhardt

Den ersten Schock hat Mario Höse inzwischen überwunden. Vor gut vier Wochen erreichte ihn die Horrornachricht. Wegen der Corona-Krise müssen alle Hotels und Gaststätten im Freistaat schließen. Alle. Auch die Pension und das Restaurant Laasenhof in Weißig bei Struppen, die Mario Höse gemeinsam mit seiner Frau Mandy betreiben. 

"Wir standen gerade am Anfang der neuen Saison, freuten uns, dass es wieder los geht", erinnert sich Höse. Dann kam die coronabedingte Schließung. Insgesamt elf Mitarbeiter, die in der Küche, im Service, als Zimmermädchen, Hausmeister oder Frühstücksfrau für ihn gearbeitet haben, musste der Gastronom und Hotelier von einem auf den anderen Tag nach Hause schicken. "Mitarbeiter, die erst am 1. März wieder bei uns eingestellt wurden", sagt Höse. Knapp drei Wochen später gab es für sie keine Arbeit mehr - denn die Küche blieb kalt, das Hotel leer. 

Anzeige
Virtueller Hochschulinfoabend
Virtueller Hochschulinfoabend

[email protected]! Am 18. und 20. Mai 2021 bietet die HSZG bei zwei Onlineveranstaltungen Antworten auf alle Fragen rund um ein Studium an der Hochschule Zittau/Görlitz.

"Den anfänglichen Schock darüber haben wir schnell verdaut", sagt Mario Höse. Den Kopf in den Sand stecken, das wollte er nicht. Über den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sammelte er sich kurzerhand alle Infos über Hilfen zusammen. Wo gibt es Fördergelder vom Freistaat, wo Darlehen, wie ist Kurzarbeitergeld für die Angestellten zu beantragen. "Die Finanzhilfen kamen super schnell", lobt Höse die Hilfen, die der Freistaat den betroffenen Gastronomen und Hoteliers zur Verfügung stellt. Auch ein Darlehen von der Sächsischen Aufbaubank wurde bereits bewilligt. "Damit ich mein Personal weiter bezahlen kann - so ganz ohne Einnahmen. Das ist eine große Hilfe", sagt der Unternehmer. 

Homeschooling als neue Herausforderung

Mario Höse rechnet damit, dass er durch die Schließung zwischen 20 und 25 Prozent Minus machen wird. Je nachdem, wie lange sein Haus geschlossen bleiben muss. "Damit müsste und könnte ich leben", hat er kalkuliert. Wie groß der wirtschaftliche Schaden am Ende tatsächlich sein wird, das kann Mario Höse derzeit nicht vorhersehen.

So schwer die Situation für das Gastronomenpaar auch ist: "Wir versuchen das Beste daraus zu machen", sagt er. Man dürfe nur den Optimismus nicht verlieren. Mandy und Mario Höse versuchen sich nicht zu viele Gedanken um die Zukunft des Laasenhofs zu machen. Sie nutzen die freie Zeit nun vor allem für die eigene Familie. Sohn Monolo ist der erste, der davon profitiert. "Etwa zwei Stunden pro Tag machen wir zusammen mit ihm die Schulaufgaben", sagt Mario Höse. Homeschooling, das sei eine ganz neue Herausforderung - vor der so viele Eltern derzeit stehen würden. "Die Zeit für unser Kind ist derzeit das Wichtigste", meint er. 

Ostern zum ersten Mal seit 20 Jahren frei

Zum ersten Mal seit 20 Jahren hätte er beispielsweise Ostern frei gehabt. An dem langen Wochenende, an dem andere mit der Familie unterwegs sind, stand er sonst immer in der Küche und hat gearbeitet - für seine Gäste. Und auch um andere Projekte, die bislang liegen geblieben sind, kümmert sich Mario Höse nun: Reparaturen im Garten und in der Küche, Akten und Ordner sortieren. Dafür sei nun Zeit. Und auch, um einmal selbst die Beine hoch zu legen und die Ruhe zu genießen. Davon gibt es auf dem Laasenhof genug. Die Pension liegt versteckt zwischen Weißig und Rathen, mitten im Wald. Durchgangsverkehr, wie in anderen Touristenregionen, gibt es hier nicht. Nur viel Grün und Ruhe. "Durchatmen, Kraft tanken. Auch das machen wir jetzt. Denn es geht ja irgendwann weiter", sagt er.

Um für den Neustart bereit zu sein, hat Familie Höse eine besondere Aktion gestartet. Wer möchte, kann bereits jetzt einen Gutschein für ein Essen oder Übernachtungen im Laasenhof kaufen. Dieser sei drei Jahre gültig. Für Wertgutscheine ab 100 Euro legt Mario Höse einen Restaurantgutschein in Höhe von zehn Euro oben drauf. "Jeder Kauf hilft uns jetzt und später", sagt Mario Höse. 

Spezialität des Hauses zum Nachkochen: Zanderfilet mit einer Lachsfarce und Zucchinischuppen auf Limetten-Weißweinsauce.
Spezialität des Hauses zum Nachkochen: Zanderfilet mit einer Lachsfarce und Zucchinischuppen auf Limetten-Weißweinsauce. © Foto: Laasenhof Rathen

Zanderfilet mit einer Lachsfarce und Zucchinischuppen auf Limetten-Weißweinsauce

Zutaten für 4 Personen: 4 Zanderfilets, 200 g Lachs (ohne Haut), 400 ml Sahne, 1-2 Zucchini, 100 g Butter, 50 ml Weißwein, Limettensaft von 2-3 Limetten, 1 Bund Dill, 2 Schalotten, 2 EL Mehl

Rezept für die Lachsfarce: Lachsstück klein schneiden, 200 ml Sahne dazu, mit Salz und Pfeffer würzen, in einem Küchenmixer kräftig durchmixen.

Rezept für den Zander: Zanderfilets halbieren und auf ein bebuttertes Blech legen, nach Belieben salzen. Mit einem Spritzsack die fertige Lachsfarce gleichmäßig auf den Zander verteilen. Zucchini halbieren und vierteln und in ca. 1-2 mm dicke Schuppen schneiden, die Reihe für Reihe in die Lachsfarce eingesetzt werden. Mit Salz und Pfeffer würzen und bei 99 Grad im kombinierten Backofen 14 Minuten dämpfen. 

Rezept für die Limetten-Weißweinsauce: Die Limetten auspressen. 2 Schalotten in kleine Würfel schneiden. Den Dill hacken. Für eine Mehlschwitze 50 g Butter in einem Topf zerlassen. Die gehackten Schalotten dazugeben, glasig anschwitzen, das Mehl hinzugegeben und unter ständigem Umrühren erhitzen. Mit Weißwein und Limettensaft ablöschen. Den gehackten Dill und 200 ml Sahne dazugeben, salzen und pfeffern. Etwas einkochen lassen bis eine sämige Konsistenz entsteht. Wenn die Sauce zu dick geworden ist ggf. mit Gemüsebouillon verdünnen.

Mehr zum Thema Pirna