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Görlitz

Trotz Kritik: Lausitz-Festival bleibt bestehen

Von den Machern wurde das neue Festival als Erfolg gesehen. Doch es gab auch Kritik. Nun soll alles mit der Kultur in der Region abgestimmt werden.

Daniel Kühnel ist der Intendant der Hamburger Symphoniker und des Lausitz-Festivals.
Daniel Kühnel ist der Intendant der Hamburger Symphoniker und des Lausitz-Festivals. © dpa

Nach dem umstrittenen Auftakt eines Lausitz-Festivals im Frühjahr haben sich jetzt die Landesregierungen von Sachsen und Brandenburg darauf verständigt, das Kunst-Festival zu einem länder- und spartenübergreifenden Ereignis auszubauen. Dabei sollen Kulturinstitutionen der Lausitz ein gewichtiges Wort mitsprechen. 

Wie die Görlitzer Kulturservicegesellschaft als Organisator des Festivals mitteilte, steht die Bildung eines Festivalbeirates kurz bevor, die Intendant Daniel Kühnel beraten soll. Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange erklärt dazu: „Es ist zur Stärkung der kulturellen Identität und der überregionalen Wahrnehmung wichtig, dass die Kulturinstitutionen und Künstler der Region einbezogen werden, um ein gemeinsames und nachhaltiges Festival zu organisieren.“ Ihre brandenburgische Ressortkollegin, Martina Münch, hofft mit dem Lausitz-Festival der Strukturentwicklung vor Ort, einen weiteren Schub geben zu können. „Damit können wir die Lausitz als eigenständige und attraktive Kulturregion weit über die Landes- und Ländergrenzen hinaus bekannt machen.“

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Vier Millionen Euro vom Bund

Das Lausitz-Festival war Ende März/Anfang April mit mehreren Konzerten in Görlitz, Zittau und Cunewalde sowie einer Kulturkonferenz in Hoyerswerda gestartet. Innerhalb weniger Monate hatte der Intendant der Hamburger Symphoniker, Daniel Kühnel, das Programm entworfen, nachdem Hamburger Haushaltspolitiker von CDU und SPD im Haushaltsausschuss des Bundestages vier Millionen Euro für ein solches Festival eingestellt hatten. 

Kühnels Auftaktprogramm sowie die Nichteinbeziehung von regionalen Kultureinrichtungen hatte heftige Kritik auf sich gezogen. Zumal auch der Etat für die wenigen Konzerte für hiesige Verhältnisse sehr hoch lag. Im Bundestag hat die FDP-Fraktion einen ganzen Fragenkatalog zu den Hintergründen des Festivals eingebracht, den nun die Bundeskulturministerin beantworten muss. 

Allerdings hatten auch zahlreiche Stimmen gemahnt, die Chance nicht zu zerreden und die Gelder für ein solches Festival nicht aufs Spiel zu setzen. Schon nach dem Auftakt hatte Kühnel angekündigt, im Frühsommer über die künftige Entwicklung des Festivals zu informieren.

Treffen aller Beteiligten in Krobnitz

Dazu fand Anfang vergangener Woche ein Treffen im Schloss Krobnitz statt. Die Initiative war vom Kulturkonvent des Kulturraumes Oberlausitz-Niederschlesien ausgegangen. Dabei verständigten sich nach Angaben der Görlitzer Kulturservicegesellschaft die anwesenden Kulturschaffenden darauf, dass Festival „geschlossen zu unterstützen und Partnerschaften sowie Kooperationen aufzubauen“. 

So sollen in den kommenden Wochen unter Leitung von Intendant Daniel Kühnel die „Weichen für eine starke Einbindung von Theater, Musik, Tanz und Film aus der Region in das Festival gestellt werden“. Noch in diesem Jahr soll das Festival fortgeführt und Schwerpunkte bis Sommer 2020 abgestimmt werden. Kulturraumsekretär Joachim Mühle betonte auch den gegenseitigen Nutzen von Lausitz-Festival und der Zittauer Bewerbung zur Kulturhauptstadt.

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Künftig soll es keine terminlichen und inhaltlichen Überschneidungen mit wichtigen Kulturterminen in der Lausitz geben. Langfristig sollen auch eigene Produktionen aus der Region in das Festival eingebunden werden. So gibt es bereits Vorschläge des Theaters Görlitz/Zittau, die sich für das Festival eignen.

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www.sächsische.de/goerlitz

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