SZ +
Merken

Ländliches Stadtbild

Seit 65 Jahren ist Biesnitz Teil der Stadt Görlitz. Die Gemeinde bestand zunächst aus zwei selbstständigen Dörfern.

Teilen
Folgen
© Repro: Sammlung Ralph Schermann

Die mittelalterliche Schreibweise von Biesnitz lautete Bisencz. Dieser Name ist vermutlich aus dem slawischen Gau Besunzane abgeleitet, dessen Verwaltungszentrum die Burg auf der Landeskrone war. Urkunden aus dem 14. Jahrhundert unterscheiden Groß-Biesnitz und Klein-Biesnitz. Bei ersterem handelte es sich um einen Rundweiler, der 1895 genau 271 Hektar umfasste. Klein-Biesnitz dagegen war ein lockeres Bauerndorf mit rechteckigen Grundstücken. Es umfasste im gleichen Jahr 182 Hektar Land. Zu diesem gehört seit 1440 auch die Landeskrone. Auf dieser beschrieb Thietmar von Merseburg bereits 1015 eine große Burg, und damit gilt Biesnitz als urkundlich ältester Teil der Neißestadt.

Im Zuge der Stadterweiterung erhielt die Promenadenstraße zunächst eine Pferdebuslinie, ab 1899 die noch heute bestehende elektrische Straßenbahn. Um 1900 begann die geschlossene Bauweise um die Straßenbahn-Endstation. Vom Dorf Klein-Biesnitz blieben nur wenige, baulich stark veränderte, Zwei- und Dreiseithöfe erhalten. Heute bestimmen Villen, Eigenheime und Gartenanlagen das Ortsbild. Auch von der eigentlichen Biesnitzer Dorfanlage blieben abseits der Promenadenstraße nur einige Anwesen mit Fachwerk erhalten.

In den 1920er Jahren verlagerte sich die Bautätigkeit der Stadt auch gen Biesnitz. Es entstanden Ein- und Mehrfamilienhäuser und Siedlungsensembles. Klein- und Groß-Biesnitz wurde durch die Bebauung an der Promenadenstraße miteinander verbunden, 1948 erfolgte der Zusammenschluss beider Dörfer. Dem folgte 1952 schließlich die damals durchaus nicht allen gefallende Eingemeindung in die Stadt Görlitz. (ef/rs)