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Die Chefin des Landesgymnasiums geht

Zwölf Jahre lang hat Ulrike Ostermaier St. Afra geprägt.

Ulrike Ostermaier verlässt das Landesgymnasium St. Afra. Zwölf Jahre lang leitete sie die Schule für Hochbegabte.
Ulrike Ostermaier verlässt das Landesgymnasium St. Afra. Zwölf Jahre lang leitete sie die Schule für Hochbegabte. © Claudia Hübschmann

Meißen. Es war ein besonderer Abschied. Am Mittwochnachmittag hat sich die Leiterin des Landesgymnasiums St. Afra, Ulrike Ostermaier, verabschiedet. Insgesamt zwölf Jahre lang stand sie an der Spitze der Hochbegabten-Schule. Nun geht sie in den Ruhestand. Mit gebührendem Abstand kamen in der Aula des klassizistischen Gebäudes auf dem Meißner Burgberg Schüler, Lehrerschaft, Gäste und Vertreter des Kultusministeriums sowie der Meißner Bürgermeister Markus Renner zusammen.

In ihrer Zeit hat die Pädagogin die Schule nach den Anfangsjahren unter dem charismatischen Mitgründer Werner Esser als einzigartige und feste Größe in der bundesdeutschen Bildungslandschaft gefestigt. "In unserer Gesellschaft liegt der Fokus häufig auf denen, die nicht so gute Leistungen bringen, die Hilfe brauchen. Das ist gut und richtig", so die promovierte Diplomlehrerin in einem Interview für die Werbekampagne des Freistaats "So geht Sächsisch".  Hilfe bräuchten aber auch die Kinder, die überdurchschnittliche Fähigkeiten haben und anders ticken als die meisten anderen Schüler. Um diese Zielgruppe kümmere sich die Schule auf der Meißner Freiheit.  Sie mache Angebote, um den Wissensdurst der Jugendlichen zu stillen.

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Ganz neue Herausforderungen

Ulrike Ostermaier promovierte nach ihrem Studium über Malerei in der Nachkriegszeit. Anschließend ging sie an die Dresdner Kreuzschule. Dort diskutierte sie Ende der DDR mit den Schüler über Shakespeares Hamlet. "Sein oder Nichtsein" - diese Frage gewann damals erneut an Aktualität. Wie geht es weiter, mit dem sozialistischen Staat? Ist er reformierbar, oder auch nicht? Im neu entstandenen Kultusministerium half sie, die sächsische Bildungslandschaft neu zu strukturieren. Bevor sie zu Sankt Afra wechselte, leitete sie ein Dresdner Gymnasium.

In den vergangenen Monaten standen Ulrike Ostermaier und ihre Kollegen vor einer überraschenden Herausforderung durch die Corna-Pandemie. Es galt, den Unterricht an der Internatsschule ganz neu zu organisieren. Zunächst musste die Rückkehr der Schüler in ihre Elternhäuser, anschließend der Ablauf der Prüfungen und die Unterbringung der Schüler unter Corona-Auflagen organisiert werden.

Wer auf Ulrike Ostermaier folgt, ist SZ-Informationen zufolge noch nicht bekannt. Allerdings soll sich das Kultusministerium bereits für eine Kandidatin beziehungsweise einen Kandidaten entschieden haben. In der Übergangszeit wird der Leiter des Nossener Gymnasiums Bert Xylander die Geschäfte führen. Über mehrere Jahre hinweg war er stellvertretender Leiter des Landesgymnasiums. 

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Der Name Sankt Afra suggeriert, dass das Gymnasium kirchlich gebunden ist. Das ist allerdings falsch. Die Institution wurde 1543 von Herzog Moritz von Sachsen als fürstliche Landesschule ins Leben gerufen. In der DDR war in den Gebäuden eine Agrarhochschule einquartiert, in den 90er-Jahren ein normales Gymnasium. Um die Jahrtausendwende wurde das historische Schulgebäude saniert und dahinter ein Internat errichtet. 2001 wurde Sankt Afra wiedereröffnet und ist seitdem der Stolz des Freistaats.

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