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Lärmende Brummis nerven Anwohner

Meist am Wochenende stellen Trucker ihre Lkws irgendwo ab. Das stört nicht nur das Stadtbild, sondern auch die Nachtruhe.

Von Matthias Weigel

Montagmorgen, 4 Uhr. Es ist stockduster in Deuben: Ein Rappeln durchbricht die Stille der Nacht. Dann springt der Brummi endlich an. „Für uns ist der Schlaf dann vorbei“, sagt ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Doch so wie ihm ginge es einigen hier am Sachsenplatz. Gegenüber der Total-Tankstelle, vor der Ruine der alten Lederfabrik, haben Lasterfahrer ihre Lkws abgestellt. Manchmal bis zu sechs Stück stehen hier, haben die Nachbarn beobachtet. Auch Busse sind mitunter dabei. „Die lassen sich dann von ihren Angehörigen abholen übers Wochenende und kommen Montag zeitig wieder“, sagt der Mann.

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Und dann wird der 40-Tonner erst mal eine Viertel- bis halbe Stunde warmlaufen gelassen. Das permanente Brummen bringe die Fensterscheiben zum Vibrieren. Jedes Wochenende. „Nervtötend ist das. Außerdem verrichten die Trucker auch immer mal an der Lederfabrik ihre Notdurft, und die Laster sind eine echte Unfallgefahr“, empört sich der Senior. Die leichte, aber langgezogene Kurve sei so schon schlecht einzusehen. Mit den Brummis aber gar nicht mehr. Er fordert die Stadt zum Handeln auf. „Da wird viel über Lärmschutz diskutiert. Aber uns nützt das alles nichts“, sagt der Mann. Im Interesse der Deubener sollte man das Abstellen der Lkws hier verbieten. Sollen die Brummifahrer es doch woanders versuchen.

Das dürfte schwer werden. Die Stadtverwaltung hat nämlich auch schon „woanders“ mit dem gleichen Problem zu kämpfen. „Wir haben in Freital ja keine speziell ausgewiesenen Stellplätze dafür“, sagt Susanne Güttel vom Stadtplanungsamt auf einer Einwohnerversammlung jüngst in Deuben, wo das Thema zur Sprache kam. Zugleich seien die Trucker nun mal gezwungen, Ruhe- und Pausenzeiten und das Sonntagsfahrverbot einzuhalten. Unter der Woche gebe es daher eigentlich keine Beschwerden. Nur am Wochenende stören die geparkten Laster.

Dagegen machen kann die Stadt aber nur etwas, wenn die Lkws in Wohngebieten auftauchen. An der Südstraße zum Beispiel war das in der Vergangenheit immer wieder der Fall gewesen. Nach Anwohnerbeschwerden ist das Ordnungsamt aktiv geworden und inzwischen werden hier keine Trucks mehr abgestellt. Die gleichen Probleme und Anwohnerbeschwerden gab es auch am ehemaligen Busbahnhof in Döhlen, an den ehemaligen Feuerfestwerkstätten Wetro am Weißeritzknick in Deuben, am ehemaligen Steiger in Potschappel oder eben an der Lederfabrik.

Lkw-Parken auf Gewerbegebiet erlaubt

Am Busbahnhof, auf den die Stadt einst sogar gezielt für Lkw-Stellplätze verwiesen hatte, wird inzwischen eine Kita gebaut. Die Flächen sind nicht mehr oder kaum noch verfügbar – und damit die Lkw weg. Ersatz geschaffen wurde nicht. Ähnlich am Steiger. Hier soll demnächst ein Supermarkt errichtet werden. An der Wilsdruffer Straße, rund um die Einfahrt am Ziegelwerk Eder, hat inzwischen auch eine erweiterte Bebauung das Problem erledigt. An der Lederfabrik aber kann das Ordnungsamt nur bedingt etwas ausrichten. Denn die Flächen sind als Gewerbe ausgewiesen. Und da dürfen Lkws hin.

Die Option, daran was zu ändern, hat die Stadt nun selbst geschaffen. Denn sie hat die Lederfabrik gekauft, will eine Kreativfabrik daraus machen. Im Zuge der Sanierung werde sicher auch die Gestaltung des Umfeldes eine Rolle spielen, heißt es. Außerdem sei für die kommenden Jahre die Sanierung der Poisentalstraße am Stadtausgang geplant. In dem Zuge werde auch ein Radfahrstreifen eingerichtet. „Womöglich könnte der dann bis zur Dresdner Straße verlängert werden“, sagt Güttel. Dann wäre auch das Parken vor der Lederfabrik passé. Kurzfristig müssen die Anwohner also wohl weiter mit dem Problem leben. Ermahnend einschreiten könne das Ordnungsamt aber sehr wohl, wenn die Fahrer dort tatsächlich ihre Notdurft verrichten.

Die Diskussion um eigene Stellflächen für Lkws im Stadtgebiet ist im Übrigen schon vor Jahren ohne Ergebnis geführt worden. Die Stadt sieht vor allem die jeweiligen Firmen in der Pflicht, selbst geeignete Stellflächen zu schaffen. Bei den vielen auswärtigen Lkws, die am Wochenende in Freital stehen, bleibt das wohl eine Illusion.