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Kreis-Krankenhäuser aktivieren Notfallpläne

In Ebersbach, Zittau und Weißwasser werden nicht dringend erforderliche Operationen verschoben. Es gibt nur 27 Betten mit Beatmungsmaschinen.

Eine Krankenschwester steckt in einem Krankenhaus einen Abstrich, der auf das neuartige Coronavirus getestet wird, in einen Behälter.
Eine Krankenschwester steckt in einem Krankenhaus einen Abstrich, der auf das neuartige Coronavirus getestet wird, in einen Behälter. © Jean-Christophe Bott/dpa (Symbolbild)

Die drastischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus haben vor allem einen Zweck: Es sollen sich möglichst wenige Hochrisiko-Patienten gleichzeitig anstecken, so dass die Krankenhäuser nicht an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Oder schlimmer noch: Dass ihre Kapazitätsgrenzen pulverisiert werden und schwer kranke Menschen wie in Italien in Zelten behandelt werden müssen. 

Wie der Stand in den drei Kreiskrankenhäusern Ebersbach, Zittau und Weißwasser ist, sagt Pressesprecherin Jana-Cordelia Petzold auf Basis von SZ-Fragen: 

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Bei Ausflügen mit Kindern stehen Erlebnis und Abenteuer im Vordergrund. Das sollte bei der Tourenplanung und beim Packen des Rucksacks bedacht werden.

Haben Sie schon Corona-Patienten?

Nein. Wir haben bisher in den drei Krankenhäusern weder einen Patienten noch einen Verdachtsfall.

Haben die Kreis-Kliniken bereits Notfallpläne aktiviert? 

Ja. Die Kliniken haben bereits seit einiger Zeit ihr Notfallmanagement aktiviert und beraten regelmäßig in Auswertung der aktuellen Lage weitere Schritte. Inhaltlich betrifft dies die Organisation von speziellen Hygienemaßnahmen, die Personaleinsatzplanung, die Schaffung von Isolierbereichen, etc. Wir befinden uns außerdem mit den anderen Häusern und dem Landkreis in enger Abstimmung.

Wie bereiten Sie sich die Kreis-Krankenhäuser auf ein mögliches exponentielles Wachstum der Zahlen stationär zu behandelnder Corona-Patienten vor?

Ein mögliches Wachstum spielt bei diesen Planungen eine zentrale Rolle. Hierbei sind die Organisation der Stationsbelegungen, OP-Planungen und das Verschieben von geplanten Eingriffen ein Instrument. Patienten werden sich auf neue Termine für bereits geplante Eingriffe und Untersuchungen einrichten müssen. Die Verfügbarkeit von medizinischen Personal ist eine weitere Herausforderung. Hier sind Urlaubssperren Bestandteil der Vorbereitungen. Daneben wird der Anstieg des Desinfektionsmittelverbrauchs und die persönliche Schutzausrüstung wie zum Beispiel  Mund,- Nasentücher oder Schutzkittel vorbereitet.

Wie viele Plätze gibt es, an denen schwer an Corona Erkrankte behandelt werden können? Wohin werden Patienten verlegt, wenn der Platz in den drei Häusern nicht mehr reicht? 

An den Standorten bestehen jeweils Intensivstationen mit Beatmungsplätzen. Diese haben in Zittau 10, in Ebersbach 9 und in Weißwasser 8 Betten für schwer erkrankte Patienten. Darüber hinaus stehen speziell vorbereite Stationen zur Verfügung, die aber keine Möglichkeit der maschinellen Beatmung bieten.

Wie läuft die Einweisung der an Corona Erkrankten ins Krankenhaus? Über den Hausarzt? In die Notfallambulanz sollen die Erkrankten ja wegen der Ansteckungsgefahr sicher nicht kommen, oder?

Die Einweisung zur stationären Behandlung in das Krankenhaus läuft entweder über den Rettungsdienst oder über den einweisenden Hausarzt.

Haben die Kreis-Kliniken bereits zusätzlich Desinfektionsmittel, Schutzmasken ... für Mitarbeiter und Patienten geordert? Ist der Nachschub gesichert?

Wir haben derzeit einen ausreichenden Bestand, aber auch frühzeitig Nachbestellungen - einem Mehrbedarf angepasst - ausgelöst. Einige Lieferanten haben bereits Einschränkungen angekündigt. Die konkreten Auswirkungen in den nächsten Wochen sind im Moment schwer einzuschätzen. Ärgerlich und unverständlich ist der zunehmende Diebstahl von Desinfektionsmitteln.

Wie können drei Krankenhäuser dafür sorgen, dass möglichst wenige Ihrer Mitarbeiter - die in der Krise ja noch dringender gebraucht werden als sonst schon - selber krank werden?

Die Mitarbeiter werden jeweils zu den aktuell angepassten Richtlinien, Verhaltensweisen und Hygienestandards belehrt. Daneben steht die erforderliche Schutzausrüstung in entsprechender Qualität und Quantität zur Verfügung. Auch zu deren notwendigen Einsatz wird belehrt. Gleiches gilt für Desinfektionsmittel. Trotz aller Bemühungen und Vorsicht besteht dennoch ein Krankenstand beim Personal. Man sollte nicht vergessen, das auch Influenza ein Thema ist.

Wie können die Krankenhäuser dafür sorgen, dass das Personal nicht zum Überträger des Virus von den Patienten zur restlichen Bevölkerung wird?

Hier gelten die bereits dargestellten Maßnahmen der Belehrung, der Schutzausrüstung und Desinfektion ebenso.

Dürfen Patienten in den Krankenhäusern noch besucht werden?

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Aufgrund der aktuellen Entwicklung des Infektionsgeschehens möchten wir darum bitten, von jeglichen Besuchen in unseren Krankenhäusern bis auf Weiteres Abstand zu nehmen. Im Einzelfall ist in besonders dringenden Angelegenheiten mit dem medizinischen Personal vorab Kontakt aufzunehmen. Wir bitten um ausdrückliches Verständnis für diese notwendigen Einschränkungen, und bedauern etwaige Mehraufwände. 

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