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Lampertswalde will weniger Wald

Ab April wird der Flächennutzungsplan öffentlich ausgelegt - die Bürger können Einwände gegen kommunale Entwicklungsziele vorbringen.

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Von Manfred Müller

Lampertswaldes Gemeinderäte haben sich durchgesetzt. Der neue Entwurf des Flächennutzungsplanes enthält weniger Vorranggebiete für die Aufforstung und kleinere Entwicklungsflächen für die industrielle Nutzung auf ihrem Gemeindegebiet. Die Plan-Urfassung hatte im Rat zu heftigen Diskussionen geführt. Besonderen Anstoß nahmen die Lampertswalder an der Ausweisung von mehreren Aufforstungsflächen. Das laufe den Interessen der ortsansässigen Landwirtschaftsbetriebe entgegen. Bürgermeister Wolfgang Hoffmann verwies darauf, dass durch die Eingemeindung von Weißig auf dem Territorium der Kommune bereits genug Wald vorhanden sei. Der Raschützwald nimmt nahezu 60 Prozent der Fläche ein, die Weißig eingebracht hat. Insgesamt liege Lampertswalde damit schon über dem sächsischen Durchschnitt. Umstritten waren zudem etliche Flächen, die als Vorranggebiete für den Naturschutz ausgewiesen wurden. Auch hier sehen die Gemeinderäte Konfliktpotenzial mit der Landwirtschaft. Die Mitarbeiter des verantwortlichen Berliner Ingenieurbüros pochten zwar darauf, dass sie die Daten aus dem Landesentwicklungsplan und dem Regionalplan für das obere Elbtal übernommen hätten. Aber das stellte die Räte nicht zufrieden.

Nun sind die Lampertswalder Vorstellungen in die Planungen aufgenommen worden und das Genehmigungsverfahren kann seinen Lauf nehmen. Am Dienstag fasste der Gemeinderat den Beschluss zur öffentlichen Auslegung. Ab Anfang April können dann die Bürger noch Einwände und Änderungswünsche einbringen. Da Lampertswalde mit dem Nachbarn Schönfeld in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammenarbeitet, umfasst der Flächennutzungsplan auch dessen Territorium. Die Schönfelder hatten von Anfang an keine Probleme mit dem Entwurf, weshalb sie den Auslegungsbeschluss bereits einen Tag zuvor auf ihrer Ratssitzung durchwinkten.

Dass die Flächennutzungsplanung für Lampertswalde und Schönfeld überhaupt auf die Tagesordnung kam, ist den Erweiterungsplänen des Laminatherstellers Kronospan geschuldet. Der wollte den Bau eines Logistikzentrums südlich der B 98 absichern und braucht dazu kommunales Baurecht. Grundlage für einen Bebauungsplan dieser Größenordnung ist aber ein genehmigter Flächennutzungsplan. Die zuständigen Behörden von Landkreis und Freistaat hatten den beiden Gemeinden bereits signalisiert, dass sie nun schnellstens ihre Hausaufgaben machen müssen. Der Firma Kronospan lag sogar so viel an einer Beschleunigung des Verfahrens, dass sie die Anfertigung des Flächennutzungsplans bezahlte.

Aber auch die für Gewerbeansiedlung vorgesehene Fläche südlich der B 98 stieß im Lampertswalder Gemeinderat auf Kritik. Die Räte hatten nach einer Bürgerbefragung der Firma Kronospan entlang der Bundesstraße ein Areal von 12,5 Hektar für den Bau des neuen Logistikzentrums eingeräumt. Im Planentwurf waren nahezu 40 Hektar enthalten - von der Mühlbacher Straße bis zum Remondis-Betriebsgelände. Diese Fläche ist im überarbeiteten Planentwurf wieder geschrumpft worden.