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Land unter im Priestewitzer Land

In Baßlitz und Gävernitz kämpften die Einwohner am Freitagabend gegen die Wassermassen.

In Baßlitz kämpfte die Feuerwehr auf einem Grundstück gegen die Fluten.
In Baßlitz kämpfte die Feuerwehr auf einem Grundstück gegen die Fluten. © Manuela Gajewi

Priestewitz. Es war, als hätte der Himmel die Schleusen geöffnet: Nach ergiebigen Niederschlägen verwandelten sich am Freitag ab 18.45 Uhr die Straßen der beiden Priestewitzer Ortsteile Baßlitz und Gävernitz innerhalb kürzester Zeit in wahre Sturzbäche. „Es ist wirklich Land unter gewesen“, erklärt Bürgermeisterin Manuela Gajewi (parteilos) im SZ-Gespräch. Ein Starkregen, der nach neuesten Erkenntnissen wohl aber tatsächlich nur in der Region um Wantewitz, Baßlitz und Gävernitz niedergegangen ist. Dort aber vergleichsweise sehr ergiebig und heftig.

 Die Feuerwehren von Baßlitz, Gävernitz und unterstützend Zottewitz inklusive dem Stützpunkt Blattersleben seien im Einsatz gewesen. Zeitweise habe in Gävernitz die Bundesstraße 101 gesperrt werden müssen, welche später erstmal von der Straßenmeisterei gereinigt wurde.

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Und damit nicht genug. Auch die Gävernitzer selbst mussten angesichts der so nicht zu erwartenden Wassermengen zur Tat schreiten. Glücklicherweise, so Manuela Gajewi, hatte ein gerade in diesem Moment auch zu Hause seiender Grundstückseigentümer bereits mit Sandsäcken vorgesorgt und konnte so das Schlimmste verhindern. 

Gerüstet sei der Betroffene indes nicht ohne Grund gewesen. Bereits mehrfach habe er in der Vergangenheit Schäden zu beklagen gehabt, wenn die Wassermassen etwa von der B101 kommend geradewegs über die Baßlitzer Straße in seinen Garten stürzten. 

Kein unbekanntes Problem. Laut Manuela Gajewi versuche die Gemeinde gemeinsam mit dem Bewirtschafter der Hopfenfläche in Gävernitz eine Lösung für einen Regenrückhalt zu finden. „Hoffentlich gelingt uns dies effizient und zeitnah, denn wie es ausschaut, müssen wir in Zukunft mit solchen plötzlichen Unwettern umgehen lernen“, vermutet die Priestewitzer Bürgermeisterin.

In Baßlitz kämpften die Kameraden der Feuerwehren ebenfalls  an einem Grundstück gegen die Fluten. Der Bach, welcher hinter den Gärten entlang läuft, habe das Wasser nicht mehr aufnehmen können.

So sah es in Gävernitz aus.
So sah es in Gävernitz aus. © Foto: privat

Ob und in welcher Höhe Schäden in den betroffenen Ortsteilen entstanden sind, konnte die Priestewitzer Verwaltungschefin am Sonnabend noch nicht abschließend sagen. Wie es nach einer ersten Betrachtung ausschaue, halte er sich aber in Grenzen. (SZ)

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