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Landesamt soll von Dresden nach Bischofswerda

Seit einigen Tagen kursieren Geheimpläne für einen Neubau der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) in Bischofswerda.

Die Liegenschaft der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen in Dresden.
Die Liegenschaft der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen in Dresden. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Überlegungen gab es schon seit Jahren, doch jetzt wird es ernst für rund 260 Landesbedienstete, die bisher in Dresden ihren Arbeitsplatz hatten: Die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) soll einen neuen Standort erhalten.

Nach Sächsische.de-Informationen sind die Vorbereitungen dafür inzwischen soweit gediehen, dass ein Neubau in Bischofswerda momentan als wahrscheinlichste Variante gehandelt wird. Das derzeitige Labor- und Verwaltungsgebäude in der Dresdner Reichert- und in der Jägerstraße sollen aufgegeben werden, weil die Sanierungskosten zu hoch wären. Die LUA ist unter anderem für Lebensmittelkontrollen, meldepflichtige Infektionskrankheiten sowie veterinärmedizinische Untersuchungen und Tierseuchen zuständig.

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Nehmen junge Mitarbeiter das Pendeln in Kauf?

Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), quasi die landeseigene Immobilientochter, steht kurz vor dem Kauf eines Grundstücks in Bischofswerda. Die LUA-Mitarbeiter wurden am Montag per Mitarbeiter-Mail von ihrer Präsidentin über den Stand der Verhandlungen informiert. Demnach saßen etliche Entscheidungsträger am vergangenen Freitag zusammen, um mehrere mögliche Standortvarianten durchzugehen, darunter auch einen möglichen Neubau in Dresden. Abschließend präsentierte die SIB aber Bischofswerda als Favorit. 

Anke Lindner, wissenschaftliche Mitarbeiterin, entnimmt in einem Labor der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen eine Lebensmittelprobe.
Anke Lindner, wissenschaftliche Mitarbeiterin, entnimmt in einem Labor der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen eine Lebensmittelprobe. © Sebastian Kahnert/dpa

LUA-Präsidentin Gerlinde Schneider betonte in ihrem Schreiben gegenüber den Mitarbeitern, dass sie „nachdrücklich auf die organisatorischen, fachspezifisch-personellen und sozialen Anforderungen“ für den geregelten Betrieb des Landesamtes hingewiesen habe, „die dieser Standort nicht gewährleisten kann“. Das heißt: Man sorgt sich an der Hausspitze darum, dass durch den täglichen Pendel-Aufwand vor allem jüngere, qualifizierte Mitarbeiter verlorengehen und die Anwerbung von neuen Fachkräften erschwert werden könnte. 

Kretschmer als Strippenzieher

Rückendeckung für die ablehnende Haltung gegenüber einem Neubau in Bischofswerda soll das Landesamt auch vom für das Amt zuständigen SPD-geführten Sozialministerium erhalten. Derzeit führe man Gespräche mit den Mitarbeitern und der Behördenleitung. Eine Entscheidung werde es danach geben. Aber man zeigt sich kämpferisch: "Das Sozialministerium stimmt einer Lösung zu, bei der die von der Belegschaft und der LUA-Leitung zusammen mit dem SIB formulierten, inhaltlich begründeten Kriterien erfüllt sind." Sozialministerin Petra Köpping (SPD) sei an einer "zukunftssicheren Lösung" interessiert.

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Doch den Bedenken steht ein starker „Strippenzieher“ im Hintergrund gegenüber: So soll Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in einer kleinen Entscheider-Runde vor etwa zwei Wochen seinen Favoriten Bischofswerda bereits Sozialministerin Köpping und LUA-Vertretern vorgestellt haben. Demnach soll der Neubau im Umland auch aus Gründen der strukturellen Förderung des ländlichen Raumes nahezu beschlossene Sache sein. Für die Baukosten kursiert eine Summe von mehr als 160 Millionen Euro.

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