merken
PLUS Hoyerswerda

Landesgartenschau? Und wie?

Andreas Kretschmar, der Oschatzer Oberbürgermeister, weiß, was dran hängt – und ist ein glühender Verfechter.

1999 wurde das Familienbad eingeweiht, zwei Jahre später der asphaltierte Gondelteich geflutet (Foto). Zwei Jahrzehnte später könnte Hoyerswerda die Gestaltung des Areals bis zum Haltepunkt Neustadt in Angriff nehmen - mit der Landesgartenschau.
1999 wurde das Familienbad eingeweiht, zwei Jahre später der asphaltierte Gondelteich geflutet (Foto). Zwei Jahrzehnte später könnte Hoyerswerda die Gestaltung des Areals bis zum Haltepunkt Neustadt in Angriff nehmen - mit der Landesgartenschau. © Archivfoto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Die mögliche Bewerbung um die Landesgartenschau 2025 wird gerade vorbereitet. Die Kommunalentwicklungs- und Beratungsfirma KEM, mit deren Hilfe die Stadt Hoyerswerda erfolgreich zwei Sanierungsgebiete gestaltet hat, ist dabei mit im Boot. KEM-Geschäftsführer Jürgen Uhlig ist ehrlich davon überzeugt, dass die Sächsische Landesgartenschau des Jahres 2025 gut und gern in die Lausitz vergeben wird, weil hier die letzte 2012 in Löbau war. 

Danach folgten Oelsnitz und Frankenberg in Westsachsen. 2022 ist Torgau in Nordsachsen dran. Und dann ist da noch der Strukturwandel. Also wird Hoyerswerda ins Rennen gehen wollen. In einer Stufe Null wurde seitens der KEM in Hoyerswerdas ein geeignetes Areal gesucht und gefunden. Die Stadträte folgten dem Vorschlag in ihrer Juli-Sitzung fraktionsübergreifend. Jetzt schreibt die KEM rund um dieses Areal bis in den September eine Bewerbung. Wer will, der kann seine Ideen und Wünsche jetzt und zwar noch bis zum morgigen Freitag mit einbringen. Und dann entscheiden die Stadträte noch einmal, ob man mit dieser Bewerbung tatsächlich ins Rennen geht. Dann gibt es aber auch kein Zurück mehr.

Anzeige
Filmfans, ab ins Dreiländereck!
Filmfans, ab ins Dreiländereck!

Kino, Konzerte, Gespräche: Am 24. September geht das Neiße Filmfestival in seine 17. Auflage – die nicht umsonst den Untertitel "Wild Edition 2020" trägt.

Das in Hoyerswerda ansässige Bildungswerk für Kommunalpolitik Sachsen hat jetzt einfach mal eine Podiumsdiskussion zum Thema organisiert, was auch jeder andere hätte machen können. Etwa dreißig Gäste kamen ins Foyer der Lausitzhalle.

Andreas Kretschmar, Oberbürgermeister der Stadt Oschatz, die die Laga 2006 gestaltete, hat das durch – die Ängste, das Zögern, das Hadern. Die Vorwürfe, dass man ja nicht mal das Unkraut, die Straße, Bürgersteige und den Bahnhof im Griff habe, aber eine Landegartenschau ausrichten wolle. Kretschmars Vorgänger hat die Laga nach Oschatz geholt. Er hat sie dann als Oberbürgermeister durchführen dürfen. Er weiß, dass dafür eine GmbH gebildet wird, dass der Freistaat und viele Partner ein Wörtchen mitzureden haben. So ist der Sächsische Verband der Kleingärtner automatisch mit integriert. Und in Hoyerswerda werden offenbar auch schon konkrete Gespräche mit der Gartensparte südlich der Bahnlinie geführt. Andreas Kretschmar sah interessanterweise die Bürgerbeteiligung gar nicht so sehr in der Phase, in der sich die Stadt Hoyerswerda jetzt befindet, sondern in der Zeit der eigentlichen Vorbereitung. Es folgen noch ein Architektenwettbewerb, die Bildung eines Fördervereins, der ein gewichtiges Wort mitzureden hat, wäre nicht schlecht. Der Jugendstadtrat kann mit einbezogen werden. Mitwirkungsmöglichkeiten gebe es noch genügend. Denn so eine Laga müsse nachhaltig sein – ökonomisch für die Stadt, wie auch inhaltlich und was die Nachnutzung der Flächen anbelangt. Oschatz mit seinen 14.000 Einwohnern investierte rund 17 Millionen Euro Eigenmittel, bekam aber 34 Mio Euro Zuschüsse. Was viel wichtiger sei, sei aber der Fakt, dass sich mit dem Zuschlag noch ganz andere Fördertöpfe und Türen öffnen. Mit 340.000 verkauften Tickets ging man finanziell mit einer Schwarzen Null aus der eigentlichen Laga-Durchführung heraus. Die Investitionen blieben freilich für immer. Das Maskottchen „Oschga“ ist geblieben, das einstige Laga-Gelände wird von der Lebenshilfe mit einem jährlichen Zuschuss der Stadt bewirtschaftet. Es werden alle paar Jahre kleine Lagas durchgeführt. Und fragt man Andreas Kretschmar, ob er wieder eine Laga durchführen würde, sagt er ohne zu zögern „Ich würde es wieder machen!“

Mehr zum Thema Hoyerswerda