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Landfleischerei Herzog versorgt sich selber mit Strom

Trotz Energieeinsparung sind die Stromkosten im Familienbetrieb in vier Jahren um 40 Prozent gestiegen. Das soll sich ändern.

Von Holger Gutte

Heute sollen in der Landfleischerei & Catering Karl Herzog in Spitzkunnersdorf die Umbauarbeiten für ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW) beginnen. Der kleine Familienbetrieb reagiert damit auf die im Januar nächsten Jahres in Kraft tretende neue Umlage wegen des Erneuerbaren Energiegesetzes.

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Obwohl die Landfleischerei in den letzten vier Jahren ihren Energieverbrauch gesenkt hat, sind ihre Energiekosten im gleichen Zeitraum um etwa 40 Prozent gestiegen. So ist beispielsweise im Verkaufsraum der Fleischerei im vergangenem Jahr die Beleuchtungsanlage erneuert und durch eine energiesparende ersetzt worden.

Als dann die erste Energieumlage zum Jahresanfang 2013 in Kraft trat, stiegen dennoch ihre monatlichen Kosten um 600 Euro an. Ab Januar nächsten Jahres kommen dann noch weitere 200 Euro monatlich hinzu.

„Wir haben fast ein dreiviertel Jahr überlegt, mehrere Angebote eingeholt und uns beraten lassen, bis wir uns entschieden haben, ein Blockheizkraftwerk anzuschaffen“, sagt Juniorchef Sebastian Herzog. Immerhin müssen sie 35 000 Euro dafür investieren.

Während vor vier Jahren Sebastian Herzog der treibende Keil war, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Familienbetriebes zu installieren, ging die Initiative diesmal vom Vater, Fleischermeister Karl Herzog, selber aus. Der Seniorchef ist bei einer Innungsversammlung auf das Thema BHKW aufmerksam geworden.

Schon in der nächsten Woche können Herzogs nun etwa ein Drittel ihres Strombedarfs – immerhin etwa 100 000 Kilowatt/Stunden im Jahr – selber herstellen. Zwischen 30 000 und 40 000 kW/h erzeugt ihr BHKW dann jährlich. Das gesamte Produktionsgebäude kann damit beheizt werden. Außerdem wird zusätzlich noch der Bedarf an warmen Wasser für die Fleisch- und Wurstherstellung gleich mit abgedeckt.

Herzogs hoffen nun durch ihren Mut in ein Blockheizkraftwerk zu investieren, ihr Geschäft und die zehn Arbeitsplätze die es ermöglicht, auf Dauer halten zu können. Mit ihrer Photovoltaikanlage speist das Familienunternehmen zudem bereits 8 000 bis 10 000 kW/h im Jahr ein.

„Von der Politik hätten wir uns ein wenig mehr Unterstützung erhofft“, sagt Sebastian Herzog. Gerade für strukturschwache Regionen, wie die Oberlausitz nun mal eine ist, wäre das wichtig. Die Umlage für erneuerbare Energien sind für kleine Unternehmen mit relativ hohem Energieverbrauch kaum zu stemmen.

Und so eine Investition will gut überlegt sein. Karl und Sebastian Herzog haben sich ein dreiviertel Jahr dafür Zeit genommen. Ab Januar nächsten Jahres wechseln sie auch ihren Stromanbieter. „Dann sind die Stadtwerke Görlitz unser Partner. Sie haben uns wirklich super, umfassend und kostenlos beraten“, sagt Sebastian Herzog.

Mit ihrem Blockheizkraftwerk sparen sie jetzt aber nicht nur Kosten für ihr Familienunternehmen. Von ihrer Investition profitiert in erster Linie auch die Umwelt. Denn mit 30 Tonnen Kohlendioxid wird sie nun im Jahr weniger belastet.