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Landbevölkerung schrumpft immer weiter

Deutschlands Städte sind so populär wie noch nie. Vor allem in Sachsen verliert das Land seine Bindekraft.

Das Land überaltert, denn vor allem junge Menschen meiden das Land.
Das Land überaltert, denn vor allem junge Menschen meiden das Land. © imago

Seit 150 Jahren wachsen deutsche Städte kontinuierlich und erreichen nun den höchsten Stand seit 1871. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt das Dresdner Ifo-Institut nach Auswertung neuer historischer Daten. Zwar lasse sich eine Verstädterung bundesweit beobachten – sowohl in wachsenden Hessen als auch in schrumpfenden Sachsen - besonders ausgeprägt sei diese Entwicklung aber in Ostdeutschland.

Exemplarisch dafür lässt sich in Sachsen und Hessen bis 1946 erst ein nahezu identischer Urbanisierungstrend erkennen. Nach der deutschen Teilung geht diese Entwicklung jedoch auseinander: Mit der Folge, dass Sachsens Stadtbevölkerung im Jahr 2018 auf 78 Prozent ansteigt und den historischen Rekord von 1939 eingestellt.

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Es fehlt an Fachkräften und Geburten

Die Studie zeigt, dass abgesehen vom Zweiten Weltkrieg, wo Zerstörung und Hunger die Menschen zurück aufs Land trieb, sich die Landflucht zu DDR-Zeiten ungebrochen weiter fortsetzt: Sowohl in Sachsen als auch in Berlin und Brandenburg habe sich die Einwohnerverteilung zu DDR-Zeiten ungleich entwickelt, während sich in Hessen die Stadt/Landverteilung zwischen 1961 und 2011 wieder angeglichen habe.

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„Deutschlands Bevölkerung hat sich während der gesamten Nachkriegszeit noch nie so ungleich im Raum verteilt wie heute“, ordnet Studienleiter Felix Rösel ein. „Vor allem junge Menschen meiden das Land. Dadurch fehlen Fachkräfte und Geburten, was die Unwucht auf mittlere Sicht zusätzlich verschärft.“

Für die Studie wurde aus historischen Volkszählungsstatistiken ein neuer Datensatz zusammengestellt, der bis ins Jahr 1871 zurückreicht. Ein solcher Datensatz existierte bisher aufgrund der zahlreichen Grenzänderungen der Gemeinden nicht.

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