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Landgasthof hat dicht gemacht

Das Drausendorfer Restaurant an der B 99 ist geschlossen. Die Pension soll erhalten bleiben.

Von Jan Lange

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Zittau. Die Schließung des „Klosterstübl“ in Zittau ist noch nicht lange her, da hat die nächste traditionsreiche Gaststätte dicht gemacht. Der „Landgasthof Drausendorf“ stellte Mitte Januar seinen Restaurantbetrieb ein. Auf der Facebook-Seite des Landgasthofes hatte Inhaber Andre Bach das Ende verkündet. Demnach muss er das Restaurant an der B 99 aufgrund gescheiterter Verhandlungen und damit verbundener betriebswirtschaftlicher Probleme schließen. Näheres dazu wollte der gelernte Koch gegenüber der SZ nicht sagen.

Andre Bach hatte die Gaststätte erst im Herbst 2012 übernommen. Die vorherigen Gastronomen waren jahrelang auf der Suche nach einem Nachfolger. Nachdem der alte Wirt verstorben war, konnte der Verkauf nicht länger hinausgeschoben werden. Für Andre Bach und seine Frau Katja, die zuvor das Restaurant „Aromatherapie“ im Alten Kurhaus Lückendorf betrieben hatten, bot sich so die Möglichkeit, sich zu verändern.

Verändert haben sie auch die Traditionsgaststätte an der B 99. Noch vor der damaligen Wiedereröffnung hatten die Bachs die alte Gaststube umgebaut. Darüber hinaus kündigten sie seinerzeit weitere Pläne an: Der Anbau auf der Straßenseite, der in ihren Augen eine vollkommene Fehlkonstruktion war, sollte abgerissen und der Saal, der für Familienfeierlichkeiten und Vereinstreffen genutzt werden kann, saniert werden. Zwei Jahre später steht der Anbau immer noch. Im Sommer vorigen Jahres hatten die Bachs dafür einen kleinen Streichelzoo mit Ziegen, Kaninchen und Gänsen für die Gäste eingerichtet.

Neben den Umbau der Gaststube gaben die Bachs dem Haus auch gleich einen neuen Namen. Aus der „Drausendorfer Krone“ wurde der „Landgasthof Drausendorf“. Die Umbenennung begründeten sie mit den zahlreichen negativen Bewertungen der Gaststätte im Internet. Um unbelastet starten zu können, war der neue Name aus ihrer Sicht unbedingt notwendig.

Auch in der Küche änderte sich einiges. Setzten die Vorgänger vor allem auf gutbürgerliche Küche, so wurden unter den neuen Besitzern Qualität und Frische verbessert – damit einhergehend aber auch das Preisniveau erhöht. „Gutes Handwerk kostet etwas, auch in der Gastronomie“, ist Andre Bach überzeugt. Er war sich aber auch bewusst darüber, dass viele Gäste so billig wie möglich essen wollen.

Dieser Gegensatz spiegelt sich auch in der Diskussion auf Facebook nach dem Bekanntwerden der Schließung wider. Auf der einen Seite loben die Facebook-Nutzer das gute Essen, auf der anderen Seite gibt es allerdings auch Kritik, dass die Preise zu hochgestochen seien. Alles ab zehn bis elf Euro wolle er sich nicht leisten, schreibt beispielsweise ein Zittauer. Ein anderer Facebook-Nutzer meint: „Ein Landgasthof in dieser Lage, der nicht nur von fremden Gästen leben will und kann, muss sich auch in Preissegmenten ansiedeln, die die ansässige Bevölkerung bereit ist, auszugeben.“

Der Landgasthof liegt zwar am Neißeradweg, aber von den touristischen Gebirgsorten ist er schon wieder zu weit entfernt. Auch in der Vergangenheit setzten die Gastronomen deshalb vor allem auf die Einwohner der angrenzenden Orte, nachdem sich hier die Zahl der gastronomischen Einrichtungen in den vergangenen Jahrzehnten reduziert hatte Aus Wittgendorf kamen ebenfalls einige Stammgäste. „Wir haben hier öfter mal mit dem Rad angehalten, und auch ein Klassentreffen von uns fand dort statt“, berichtet eine ältere Wittgendorferin. Nach dem Wechsel der Betreiber ist sie wieder hingegangen. Das Essen sei gut und reichlich gewesen, und lange warten musste sie nicht. „Gefeiert hätte ich hier aber nicht, dazu war es mir zu teuer“, sagt sie.

Das Ende des Restaurants ist aber noch nicht das Ende des gesamten Landgasthofes. Der Pensionsbetrieb wird laut Andre Bach bis zu den endgültigen Entscheidungen im vollen Umfang aufrechterhalten. „Die Verpflegung der Pensionsgäste ist komplett gewährleistet“, versichert der Gastronom.

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