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Wo es noch freie Lehrstellen gibt

Im Landkreis Bautzen sind mehr Ausbildungsplätze unbesetzt, als Schüler dafür infrage kommen. Was die Firmen erwarten - und was sie zu bieten haben.

Frank Fietze (rechts) von der Firma RSD Metallbau Steglich in Kirschau sucht noch Azubis. Die können zum Beispiel werden, was Jakob Penther schon ist: Zerspanungsmechaniker.
Frank Fietze (rechts) von der Firma RSD Metallbau Steglich in Kirschau sucht noch Azubis. Die können zum Beispiel werden, was Jakob Penther schon ist: Zerspanungsmechaniker. © Steffen Unger

Bautzen. Was wollen junge Menschen beruflich mal machen? Diese Frage beschäftigt auch Frank Fietze. Er ist bei der Firma RSD Metallbau Steglich in Kirschau für die Personalbeschaffung und den Vertrieb zuständig und sucht noch zwei Auszubildende, die Zerspanungs- und Feinwerkmechaniker werden wollen. „Bei uns sind noch keine Bewerbungen eingegangen“, sagt er. Aber noch wäre Zeit. Ausbildungsbeginn ist der 1. September.

Die beiden Stellen in Kirschau sind zwei der insgesamt noch 1.271 freien Ausbildungsplätze in der Oberlausitz - bei 1.052 Schülern, die noch eine Stelle suchen. Diese Zahlen hat die Arbeitsagentur Bautzen jetzt mitgeteilt. Die meisten freien Plätze gibt es mit 548 in der „Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung“, sagt Agentur-Sprecherin Dana Kostroa. Dazu gehören Elektroniker, Anlagenführer oder eben Mechaniker wie bei der Firma RSD Metallbau Steglich. Sie verdienen ihr Geld etwa mit dem Schweißen und der Fertigung von Stahlbauten, der Produktion von Maschinenbauteilen oder Zerspanungsarbeiten.

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Freie Stellen auch im Handel und bei Dienstleistungen

Aufgaben, die Zukunft haben, sagt Frank Fietze. „Irgendjemand muss ja bauen, was die Ingenieure alles entwickeln.“ Aktuell bildet die Firma einen Lehrling aus. Noch während der Ausbildung könne man entscheiden, welchen Abschluss man bevorzugt. „In den Metallbauberufen gibt es viele Parallelen, und wir können einschätzen, was dem Azubi mehr liegt, ob er also am Ende Zerspanungs- oder Feinwerkmechaniker wird.“

Für diese Berufe sollte man aber sicher „etwas angehaucht sein“, wie Frank Fietze es formuliert. Er meint junge Menschen, die „gern zu Hause etwas reparieren oder zusammenbauen“. Klar sei aber auch, dass es in der Metallbranche anstrengend ist und diese Berufe nicht zu den saubersten zählen.

Viele freie Plätze gibt es noch bei den kaufmännischen Dienstleistungen, im Handel, Vertrieb und im Tourismus. So sind laut Arbeitsagentur „noch 270 freie Ausbildungsstellen vorhanden, unter anderem als Fleischer, Automobilkaufmann, Koch, Restaurantfachmann sowie Kaufmann im Einzelhandel“. Für letzteren hat zum Beispiel der Schuhhändler Deichmann im Landkreis Bautzen mehrere Stellen im Angebot. Die Plätze in Bautzen und Bischofswerda sind bereits vergeben, teilt Ulrich Effing, Leiter der Deichmann-Unternehmenskommunikation, mit. „Offene Stellen gibt es derzeit nur noch in unserer Filiale in Kamenz.“

Das Unternehmen sei aber zuversichtlich, hier noch die richtigen Azubis zu finden und freue sich auf weitere Bewerber. Diese sollten Interesse an kaufmännische Abläufen und einen Realschulabschluss haben sowie kontaktfreudig und ehrgeizig sein. Die Auszubildenden bei Deichmann würden laut Ulrich Effing innerbetriebliche Schulungen, intensive Vorbereitung auf Prüfungen und Prämien für berufliches Engagement bekommen und hätten nach dem Abschluss Aufstiegsmöglichkeiten.

Vom Ferienjob zur Ausbildung

Diese gibt es auch im Baugewerbe, sagt Sandra Mieting vom Unternehmen F + S Mieting Bau aus Neukirch bei Königsbrück. Die Firma bildet aktuell zwei Azubis aus, die nach dem Sommer ins dritte Lehrjahr kommen. Wer Maurer oder Hochbaufacharbeiter werden will, könnte hier seine Ausbildung am 31. August beginnen. „Mit einer Lehre im Handwerk kann man relativ schnell auf der Karriereleiter nach oben klettern und zum Beispiel später noch den Meister machen“, sagt Sandra Mieting. Und Arbeit gebe es genug, etwa im Hausbau oder bei der Sanierung von Gebäuden.

Bislang seien aber noch keine Bewerbungen bei ihr angekommen. Vielleicht werde im Elternhaus oder der Öffentlichkeit auch der falsche Eindruck vermittelt. „Klar ist es ein körperlich anstrengender Beruf, aber in der heutigen Zeit geht durch Kräne und Bagger vieles leichter.“ Sie empfiehlt Interessenten, sich für Ferienarbeit bei der Baufirma zu bewerben. Wer das möchte, muss mindestens 16 Jahre alt sein und könnte so nicht nur etwas Geld verdienen, sondern auch herausfinden, ob der Job auch für eine Berufsausbildung infrage kommt.

Neben Produktion, Handel oder Bau haben Schüler für viele weitere Berufe eine große Auswahl. 100 freie Ausbildungsstellen gibt es im Verkehr, der Logistik sowie bei Schutz und Sicherheit, knapp 70 in der Unternehmensorganisation, der Buchhaltung, in Recht und Verwaltung und noch rund 30 in der Pflege, teilt Dana Kostroa mit. Sie empfiehlt Unentschlossenen auch die Ausbildungsplatz-Hotline der Agentur für Arbeit Bautzen am 19. August. „Von 8 bis 18 Uhr stehen die Berufsberater der Landkreise Bautzen und Görlitz, die Ansprechpartner der Industrie- und Handels- sowie der Handwerkskammer Dresden vor allem telefonisch zur Verfügung.“

Ausbildungsplatz-Hotline der Agentur für Arbeit Bautzen am 19. August: Telefon 03591 662333, E-Mail: [email protected]

Kontakt zur Industrie- und Handelskammer: Telefon 0351 2802987

Kontakt zur Handwerkskammer: Telefon 0351 4640946

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