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Landkreis bereitet Corona-Ambulanz vor

Noch ist keiner der betroffenen Mittelsachsen in stationärer Behandlung. Auch eine Corona-Ambulanz ist im Gespräch.

Zurzeit gibt es im Klinikum Döbelner 13 Betten auf der intensivtherapeuthischen Station.
Zurzeit gibt es im Klinikum Döbelner 13 Betten auf der intensivtherapeuthischen Station. © Dietmar Thomas

Nach Stand Montagabend sind in Mittelsachsen derzeit 35 Männer und Frauen an Corona erkrankt. „Bisher gab es noch keine stationäre Einweisung, nach unserem Stand“, informierte Kreissprecher André Kaiser am frühen Nachmittag. Doch das könnte sich schnell ändern.

Aus diesem Grund bereiten sich auch die Kliniken, in denen die Anwohner des Raums Döbeln versorgt werden, auf die ersten Patienten mit dem Coronavirus vor. Am Klinikum Döbeln stehen derzeit 13 Betten auf der Intensivtherapiestation zur Verfügung, informierte Verwaltungsleiter Martin Preißer. 

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„Auf der Grundlage der vorbereiteten Einsatz- bzw. Pandemiepläne können im ersten Schritt bis zu 16 Patienten mit Covid-19 stationär isoliert und behandelt werden. Weitere acht Patienten können intensivmedizinisch behandelt und bei Notwendigkeit auch beatmet werden“, sagte Ines Schreiber, Sprecherin der Landkreis Mittweida Krankenhaus (LMK) gGmbH. Derzeit werde zudem ein isolierter Intensivpflegebereich vorbereitet.

Auch im Klinikum Döbeln können Patienten, die mit einer Corona-Infektion eingeliefert werden, in einem separaten Bereich behandelt werden. Jener verfüge, nach Angaben von Preißer, über einen eigenen Eingang. Zudem bestehe auf zwei Stationen Kapazität für betroffene Patienten. 

„Der Bereich ist von der restlichen Krankenhausversorgung abgeschirmt“, betont der Verwaltungsleiter. Sollte es beim Personal einen Corona-Fall gegeben, so werde sich strikt an die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts gehalten.

Wie sich die Situation an der Helios-Klinik in Leisnig darstellt, ist unklar. Trotz mehrfacher Anfragen in den vergangenen Tagen erhielt sächsische.de bislang keine Rückmeldung vonseiten der Klinik.

Fraglich ist noch, ob es zukünftig auch in Mittelsachsen eine Infektions-Ambulanz wie zum Beispiel am Elblandklinikum in Meißen geben wird. Dort ist auch ein eigenes Gerät zum Testen der Patienten auf das Corona-Virus vorhanden. Laut einem Bericht von sächsische.de nimmt die Ambulanz Kontakt zu den Verdachtsfällen auf, die das Gesundheitsamt ermittelt hat. Anschließend wird der Patient in die Ambulanz bestellt. Nach einem Abstrich soll mit dem neuen Gerät nach drei bis fünf Stunden ein Testergebnis feststehen. 

Eingerichtet worden ist die Ambulanz von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS). In Meißen sind inzwischen zwei Zelte für den Durchlauf der Testpersonen sowie ein Container, in dem die Tests durchgeführt werden, aufgebaut worden. Das Landratsamt Mittelsachsen ist bezüglich einer solchen Einrichtung ebenfalls im Gespräch mit der KVS, bestätigte Kreissprecher Kaiser. „Dazu werden wir offensiv kommunizieren“, ergänzte Kaiser. 

Am Klinikum Döbeln wird es eine solche Ambulanz aber offenbar nicht geben. „Eine reine Corona-Ambulanz ist nicht geplant“, so Verwaltungsdirektor Preißer auf Anfrage. Ines Schreiber, Sprecherin der LMK, verwies bezüglich des Themas ebenfalls auf die laufenden Gespräche mit dem Landratsamt.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Partner dürfen mit in den Kreißsaal

„Wir bereiten uns seit längerem auf die sich verschärfende epidemiologische Situation und damit auf die Behandlung von Patienten mit der Erkrankung Covid-19 vor“, ergänzte die LMK-Sprecherin. Dazu stehe die Klinikleitung im regelmäßigen Austausch mit dem Landkreis, der KVS und der Sächsischen Landesärztekammer. 

„Wir haben einen Krisenstab aus den Leitungen verschiedener medizinischer Bereiche und verschiedener Geschäftsbereiche gebildet, der sich regelmäßig trifft und entsprechend der Lageentwicklung im Landkreis situative Maßnahmen ableitet“, erklärt Schreiber. 

Unter anderem gehe es dabei um Schulungen der Mitarbeiter, die Schaffung von Isolationseinheiten für Erkrankte sowie die Bereitstellung von intensivmedizinischen Kapazitäten mit der Möglichkeit der Beatmung und die Erstellung von Einsatzkonzepten für das Personal.

Finanzierung in Gefahr?

Der normale Betrieb an der Mittweidaer Klinik läuft zwar weiter, aber nicht dringliche Operationen werden zurzeit verschoben. Diejenigen, die notwendigerweise im Krankenhaus behandelt werden müssen und nicht von Corona betroffen sind, würden selbstverständlich regulär medizinisch versorgt und behandelt. 

Weiterhin gesichert ist auch die Betreuung von Schwangeren. Einschränkungen gibt es dort jedoch bei den geburtsvorbereitenden Terminen. An diesen sollten die Frauen allein teilnehmen. „Zur Geburt darf der Partner jedoch selbstverständlich mit dabei sein“, so Schreiber. 

Wie dies konkret bei der Helios-Klinik in Leisnig aussieht, blieb bis Montagabend ungewiss. Auch auf diese Anfrage war bis dahin keine Rückmeldung von der Klinik erfolgt.

Trotz der besonderen Situation werde bei der LMK alles dafür getan, der Aufgabe als Grund- und Regelversorger in der Region weiterhin gerecht zu werden, so Schreiber. Auch am Klinikum Döbeln sei das Team rund um die Uhr für alle anderen Patienten da und sichere deren Behandlung ab“, erklärte Verwaltungsleiter Preißer. 

„Wichtig ist aber auch, dass die medizinische Versorgung finanziert wird“, meinte der Döbelner in Hinblick auf den Gesetzesentwurf zur Finanzierung der Krankenhäuser in der Corona-Krise von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Laut einer Mitteilung der Krankenhausgesellschaft Sachsen als Vertretung der Kliniken sei eine „unverzügliche und unbürokratische Liquiditätssicherung der Krankenhäuser und beiderseitige Budgetsicherheit aktueller Leistungsaufwendungen sowie das Herunterfahren jeglicher bürokratischer Belastungen zu berücksichtigen“. 

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Der Entwurf von Spahn stehe dem jedoch entgegen. „So sollen die Krankenhäuser Budgets verhandeln, Leistung abrechnen und Nachweis- und Dokumentationspflichten fortführen – von schneller und praktikabler Liquiditätsabsicherung kein Wort!“, äußerte sich Dr. Stephan Helm, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen.

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