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Landkreis gibt sich familienfreundlich

Der Bevölkerungsschwund bleibt ein großes Problem in Mittelsachsen. Eine Firma hat ein Konzept erarbeitet, um gegenzusteuern.

Von Jochen Walther

Familienfreundlichkeit, Fachkräfte, Förderung der regionalen Wirtschaft, Identität mit der Heimat: Auf diese Schwerpunkte stützt sich das Demografie-Konzept des Landkreises, das in den nächsten Wochen vorgestellt wird. Erarbeitet hat es die Oschatzer Firma Mediation & Marketing. Hintergrund ist der anhaltende Rückgang der Anzahl an Einwohnern. „Wir wollen den Gemeinden Handlungsempfehlungen geben“, sagt Agenturchefin Anja Terpitz. Es gehe darum, den gefürchteten Teufelskreis aus Bevölkerungsschwund und Versorgungsdefiziten aufzubrechen.

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Gleichzeitig sollen die Ergebnisse des Konzeptes in die sechs Fördergebiete der integrierten ländlichen Entwicklung im Kreis einfließen, sagt Hartmut Schneider, Wirtschaftsförderer des Kreises. „Der Demografie-Wandel ist zwar ein bundesweites Problem, die Auswirkungen sind aber regional unterschiedlich. Jede Region muss eigene Ideen entwickeln“, sagt Schneider. Einerseits werden die Menschen aufgrund des medizinischen Fortschritts älter, was wiederum Auswirkungen auf die Mobilität dieser Bevölkerungsgruppe habe. Andererseits nehmen mit dem Alter die gesundheitlichen Beschwerden zu. In dünn besiedelten Gebieten stelle das die Versorgung der Menschen mit Gesundheits- und Pflegedienstleistungen vor Hürden.

85 Prozent der Leute lebt in Dörfern

Dabei müsse man bedenken, dass in Mittelsachsen 85 Prozent der Einwohner in Dörfern leben. Gemeinden, die sich nicht in der Nähe von Großstädten befinden, würden die Folgen des Demografie-Wandels besonders spüren, sinkende Steuereinnahmen den Wettbewerb um die Ansiedlung von neuen Einwohnern und Unternehmen verschärfen.

Viele Ortschaften würden mit Kreativität vorgehen. Welche Möglichkeiten es hierbei gibt, zeigt ein seit 2006 von der Deutschen Bank und der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ organisierte Wettbewerb, der im Vorjahr unter dem Motto „Innovationen querfeldein – Ländliche Räume neu gedacht“ stand. Aus den 1000 Bewerbungen wurden die 100 besten ausgewählt. Schließlich analysierten Experten des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation die 100 Preisträger des Innovationswettbewerbs. Sie haben dabei fünf Trends herausgearbeitet: Unternehmergeist in ländlichen Räumen, Natur als Wirtschaftsmotor, Regionen werden zur Marke, gemeinsam für die Region und vernetzte Dörfer. (FP)

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