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Landkreis hilft den Lebensrettern nicht

Der Landkreis Meißen wird der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft „Niederes Elbtal“ (DLRG) nicht finanziell unter die Arme greifen. Die DLRG hatte sich an den Landkreis gewandt, weil die Stadt Meißen die Zuschüsse für den Verein wegen der Haushaltssituation drastisch gekürzt hatte.

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Von Jürgen Müller

„Das Landratsamt ist nicht der Weihnachtsmann, der Geschenke zu verteilen hat“, sagt der Beigeordnete Ulrich Zimmermann, der im Auftrags des Landrats ein Gespräch mit der Vereinsführung hatte. Dass Meißen die Förderung von 32 000 auf 14 000 Euro im Jahr für den Verein gekürzt habe, sei bei dem erforderlichen Sparkurs der Stadt völlig verhältnismäßig. Das Geld könne der Verein „veredeln“, in dem er auf Trainingszeiten im Meißner Wellenspiel ausweiche, die vor den Öffnungszeiten liegen. Dafür ist nur die Hälfte der sonst üblichen Kosten zu zahlen.

Die Begründung, dass zu diesen Zeiten am Sonnabend und Sonntagvormittag kein öffentlicher Personennahverkehr fahre, sei „jenseits der Lebensrealität“. Wenn die Eltern wirklich am Training ihrer Kinder interessiert sind, dann fahren sie sie mit dem Auto hin, so der Beigeordnete.

Im Sommer mehr das Freibad nutzen

„Es geht hier nicht um die Lebensrettung, sondern es geht um die Schwimmabteilung des Vereins. Und da müssen wir alle gleich behandeln“, sagt Zimmermann. Die DLRG sei ohne hin privilegiert, andere Vereine bekämen viel weniger Unterstützung. Das Jugendblasorchester Meißen zum Beispiel müsse mit rund 1 000 Euro Förderung im Jahr auskommen.

Steffen Krause, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, will nun in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Mitgliedsbeiträge deutlich anheben lassen. Außerdem soll das Training im „Wellenspiel“ radikal zurück gefahren werden. „Wir werden nur noch aller zwei Wochen trainieren. Mittwochs gar nicht mehr, an den anderen Tagen die Zeiten verkürzen und statt zwei Bahnen nur noch eine nehmen“, sagt er. Im Sommer will der Verein stärker als bisher das Bad in Miltitz nutzen. Dort bekommt die DLRG ermäßigte Eintrittspreise und stellt dafür im Gegenzug Rettungsschwimmer, sagt Krause.

Das Bad in Coswig sei keine Alternative, weil dort regulärer Eintritt bezahlt werden muss, und Lommatzsch liege zu weit entfernt.

Training in der Elbe ist bedenklich für Gesundheit

In der Elbe zu trainieren sei zum einen gesundheitlich bedenklich, zum anderen brauche der Verein jedes Mal eines Sondergenehmigung des Straßen- und Schifffahrtamtes.

„Die Versammlung wird zeigen, wie unsere Mitglieder reagieren. Ob sie einen höheren Beitrag zahlen, oder sich eine andere Freizeitbeschäftigung suchen, die weniger Geld kostet“, sagt Krause. Dann sei die Einsatzbereitschaft im Katastrophenfall nicht mehr gewährleistet.

Derzeit zahlen die Erwachsenen einen Mitgliedsbeitrag von 62 Euro im Jahr.