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Landkreis liegt bei Löhnen unterm Durchschnitt

Arbeitnehmer verdienenim Landkreis im Vergleich rund 1000 Euro weniger als in Sachsen insgesamt.

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Von Heiko Engel

Bautzener haben 2008 schlechter verdient als der durchschnittliche Arbeitnehmer in Sachsen (siehe Kasten). Der jährliche Bruttolohn im Landkreis war um 1000Euro niedriger als im Freistaat insgesamt. Dies geht aus jetzt veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor.

Daran werde sich auch so schnell nichts ändern, glaubt Wilfried Rosenberg, Bautzener Regionalgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft. Es gebe einfach Regionen, die stärker seien. Entscheidend sei, nicht abgehängt zu werden, so Rosenberg. Firmen müssten deshalb alles daran setzen, durch eigene Produktentwicklungen zu wachsen. Dass die Löhne im Landkreis um drei Prozent zulegten, führt er auf die hervorragende Auslastung zurück. „2008 war ein Spitzenjahr.“

Auf einen ganz anderen Aspekt verweist Bernhard Sonntag, Ostsachsen-Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes. „Viele Leute haben schlechter bezahlte Jobs oder arbeiten Teilzeit. Nicht zuletzt deshalb liegt der Landkreis so weit hinten“, sagt Sonntag. Daran habe sich auch in den letzten Jahren nichts geändert. Nicht zuletzt wegen mangelhafter Einkommenschancen verließen gerade gut qualifizierte Arbeitskräfte die Region. Um sie zu halten, müssten Firmen vernünftig mit ihren Leuten umgehen. Niedrige Löhne im Handwerk seien oft Folge eines ruinösen Wettbewerbs um öffentliche Aufträge, sagte Sabine Gotscha-Schock, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft. „Nur der billigste Bieter erhält den Zuschlag.“

Lars Fiehler, Pressesprecher der Industrie- und Handelskammer, riet zur Vorsicht. Die Daten stammten aus dem Jahr 2008, das beste Jahr seit Langem für die Industrie. „2009 und 2010 können schon wieder ganz anders aussehen.“