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Landkreis sucht einen neuen Fährenbetreiber

Aus wirtschaftlichen Gründen zieht sichMichael Kramer zurück.Er klagt über hohe Dieselpreise und weniger Vorbuchungen.

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Von Jürgen Müller

Der Niederlommatzscher Fährmann Michael Kramer hat die Reißleine gezogen. Aus wirtschaftlichen Gründen will er die Fähren in Niederlommatzsch, Kleinzadel und Coswig-Köditz wieder abgeben. Der Fährbetrieb rechne sich nicht mehr. Schuld daran seien vor allem die hohen Dieselpreise. Die Zuschüsse des Landkreises seien hingegen unverändert geblieben. „Trotz guter Fahrgastzahlen und etwas gestiegener Einnahmen waren die Verluste nicht auszugleichen“, sagt Kramer. Zudem habe es weit weniger Vorbuchungen für die Längsfahrten als in den Vorjahren und auch zahlreiche Stornierungen geben. „Wir spüren deutlich, dass die Leute weniger Geld in der Tasche haben“, so Kramer. Nach Informationen der SZ sollen Färhleute seit zwei Monaten in Coswig keinen Lohn erhalten haben. Kramer hingegen spricht von Kurzarbeit.

Konzept für die Zukunft

Die Probleme führten bereits im Dezember die Gemeinde Diera-Zehren, die Stadt Coswig, den Landkreis Meißen, das Fährunternehmen Kramer und den Verkehrsverbund Oberelbe an einen Verhandlungstisch. Zuerst sei es um ein Krisenmanagement und nun um ein zukunftsfähiges Konzept für die Fähren in Coswig, Zadel und Niederlommatzsch gegangen, sagt Kerstin Thöns, Pressesprecherin des Landratsamtes. „Ein Notfahrplan begleitet seit Mitte Dezember die wenigen Fahrgäste von einem Elbufer an das andere, eine Dauerlösung ist es nicht“, so Kerstin Thöns. Kramer hingegen spricht vom normalen Winterfahrplan. Von einem Notfahrplan will er nichts wissen. Seit dem Wochenende verkehre die Fähre zwischen Niederlommatzsch und Diesbar-Seußlitz wieder, ab heute auch die in Coswig, so Kramer.

Frauke Zieschank, Sprecherin des Verkehrsverbundes Oberelbe, ist ebenfalls nichts von einem Notfahrplan bekannt. „Bis auf witterungsbedingte Einschränkungen verkehren die Fähren nach unserer Kenntnis nach dem normalen Winterfahrplan“, sagt sie.

Personal wird weitergebildet

Ab 1. März solle der Fährverkehr an einen leistungsstarken, mit der Elbeschifffahrt vertrauten und engagierten wie zuverlässigen Betreiber übergeben werden, so Andreas Herr, Dezernent für Technik im Landratsamt. Das Personal bleibe und werde mit Unterstützung der Arbeitsagentur in den nächsten Wochen weitergebildet. „So haben wir eine für alle Seiten gute Lösung gefunden“, hofft Andreas Herr.

In den nächsten Wochen suchen die beteiligten Kommunen und der Landkreis einen neuen Fährbetreiber.