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Landkreis vergibt Chance

Eine Bekämpfungsmethode gegen die Miniermotte, die Kastanien befällt und schädigt, wäre, das Laub der Bäume zu sammeln und verbrennen zu lassen. Doch der Landkreis nutzt diese Möglichkeit nicht, eine konzertierte Aktion gegen den Schädlung zu starten.

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Eine Bekämpfungsmethode gegen die Miniermotte, die Kastanien befällt und schädigt, wäre, das Laub der Bäume zu sammeln und verbrennen zu lassen. Doch der Landkreis nutzt diese Möglichkeit nicht, eine konzertierte Aktion gegen den Schädlung zu starten.

Auch im Niederschlesischen Oberlausitzkreis wurden Kastanien in diesem Jahr von der Miniermotte heimgesucht (SZ berichtete). Die bereits seit August zu beobachtende Braunfärbung der Blätter ist nicht nur auf den trockenen Sommer zurückzuführen, sondern auf den Befall durch diesen Schädling.

In Brandenburg werden in diesen Tagen große Aktionen gemeinsam mit der Bevölkerung gestartet, um das Laub der betroffenen Bäume zu sammeln und dann verbrennen zu lassen. Auf keinen Fall sollte es kompostiert werden, rät Dr. Michael Schmidt vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft Niesky. So werde vermieden, dass aus den Puppen, die in der Laubstreu überwintern, im nächsten Frühjahr neue Motten schlüpfen. Im Kreis ist von derartigen Aktionen der Lauberfassung und -vernichtung nichts bekannt, war aus dem Landratsamt Niesky zu erfahren. Solche Maßnahmen seien wahrscheinlich auch nicht vorgesehen, hieß es dazu aus dem Bau- und Umweltamt, wohl auch zu teuer bei der angespannten Haushaltslage.

Im Kampf gegen die Miniermotto wäre das jedoch die einfachste und zugleich billigste Methode, die vor allem sofort zur Verfügung stehe, findet Schmidt. Er weiß von verschiedenen Versuchen, um den Schädling zu vernichten. So gäbe es Überlegungen, mit Hilfe von Pheromon-Fallen – dabei handelt es sich um Sexuallockstoffe – die Männchen des Kleinschmetterlings einzufangen. Aber das seien teilweise Methoden, die noch nicht ausgereift seien. Der Fachmann könnte sich vorstellen, dass man das Laub auch zentral in eine Großkompostieranlage – wie es sie in Weißwasser gibt – bringt. „Die dort entstehenden Temperaturen von bis zu 60 Grad müssten ausreichen, um die Puppen zu vernichten, was im Komposthaufen eines Kleingärtners nicht erreicht wird. Auf jeden Fall muss endlich jemand mit der Bekämpfung anfangen. Ansonsten haben wir vielleicht in ein paar Jahren keine Rosskastanien mehr“, sagt der Experte. Wie er betonte, müsse eine groß angelegte Laubsammel- und -verbrennungsaktion in Regie der Kommunen bzw. des Landkreises erfolgen. (GEM/SZ)