merken
PLUS

Landratsamt schließt Frieden mit Altenberg

Für den neuen Sportkomplex werden Fördermittel beantragt. Ein Punkt ist noch nicht geklärt.

Von Domokos Szabó

Für die Nachwuchs- und Spitzensportler in Altenberg gibt es neue Hoffnung. Der Kreistag beschloss auf seiner letzten Sitzung in dieser Wahlperiode, für den Bau eines Sportkomplexes neben Sportgymnasium und Drei-Feld-Turnhalle Fördermittel zu beantragen. Laut Landratsamt könnte die knapp sieben Millionen Euro teure Sportstätte 2017 stehen. Sie wird Bob, Rodel, Biathlon und Mountainbike verbesserte Bedingungen bieten. Voraussetzung dafür war eine Einigung mit der Stadt Altenberg, die eine andere Variante bevorzugt hatte. Mittlerweile geht aber die Stadt mit dem Entwurf des Landkreises mit. Die SZ beleuchtet die wichtigsten Aspekte.

Anzeige
Nun doch mildere Strafen für Temposünder
Nun doch mildere Strafen für Temposünder

Der neue Bußgeldkatalog hat es in sich. Doch ist das verhängte Bußgeld oder Fahrverbot rechtskräftig? Ein Formfehler im Gesetz sorgt für Beratungsbedarf.

Was soll zum Sportkomplex gehören und wann wird er gebaut?

Ziel ist es, die Leistungssport-Trainingsstätten an einem Ort am Schellerhauer Weg zu konzentrieren. Geplant sind Trainingsgebäude für Bob, Rodel, Biathlon und Mountainbike, ein Schießkanal, der auch als Laufhalle genutzt werden kann, sowie rund 100 Meter lange Anschubstrecken für Bob und Rodel. Baustart könnte im kommenden Jahr sein.

Warum hat sich der Landkreis für diese Variante entschieden?

Ein Vorteil liegt auf der Hand: Sind Sportgymnasium, Drei-Feld-Turnhalle und Trainingsstätten Nachbarn, haben die Sportler kurze Wege. Ein anderer Vorteil sind die Kosten. Nach Berechnungen des Landratsamtes kostet der Neubau am Schellerhauer Weg maximal knapp sieben Millionen Euro. Die Stadt Altenberg bestand indes darauf, die heutige Anlage an der Dresdner Straße zu sanieren und auszubauen – dafür würden 4,6 Millionen Euro reichen. Ein Gutachter sollte beide Varianten miteinander vergleichen, und er kam zu dem Schluss, dass eine Sanierung hohe Kostenrisiken birgt. Zum Beispiel schluckt die Asbestsanierung viel Geld. Am Ende käme der Landkreis mit dem bisherigen Komplex sogar teurer – sagt zumindest der Gutachter, zumal während der Bauzeit auch noch Ausweichräume geschaffen werden müssten. Einen Nachteil hat der Standort Schellerhauer Weg jedoch, weil dort Reserveflächen fehlen.

Was sagen die Kreisräte zu dem geplanten Neubau?

Im Kreistag wurde vor allem an die lange und quälende Diskussion mit der Stadt Altenberg erinnert. Selbst Andreas Eggert, Freier Wähler und damit Fraktionskollege des Altenberger Bürgermeisters und Kreisrates Thomas Kirsten, sagte: „Leistungssportler sind sehr ehrgeizig und haben ihre Ziele im Blick. Das gilt auch für ehemalige Spitzensportler.“ – Kirsten war einmal selber Biathlet. Eggert dankte sogar Landrat Michael Geisler (CDU), der für eine Lösung eingesetzt habe. Noch deutlicher wurde FDP-Fraktionschef Uwe Steglich, der Altenberg aufforderte, „das Kriegsbeil zu begraben“. Fraktionschef Klaus Wolframm (SPD/Grüne) sprach von einem Kompromiss. Mit mehr Geld vom Freistaat hätte es auch eine bessere Lösung geben können.

Am Ende stimmte eine klare Mehrheit der Kreisräte dafür, Fördermittel für den Neubau zu beantragen. Der Landkreis hofft auf eine 80-prozentige Förderung.

Wie sehen die nächsten Schritte auf dem Weg zum Bau aus?

Um Fördermittel zu bekommen, muss der Landkreis einen Planer beauftragen. Dafür sind rund 300 000 Euro vorgesehen. Der Landkreis soll zudem die alte Anlage an der Dresdner Straße übernehmen. Landrat Michael Geisler (CDU) sagte im Kreistag, dass dazu noch Verhandlungen laufen. Das könnte den Zeitplan beeinflussen.

Was später aus dem alten Komplex wird, ist noch unklar. „Abriss ist eine Option“, sagte Vize-Landrätin Kati Hille (CDU) auf SZ-Anfrage. Doch zunächst einmal wird die Anlage gebraucht. Für die Bauzeit.