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Zuschendorf blüht auf

Die Botanischen Sammlungen zeigen am Landschloss jetzt die schönsten Hortensien - allerdings nur im Freien.

Hortensienschau am Landschloss Zuschendorf: 500 Arten und Sorten sorgen für üppige Blütenpracht.
Hortensienschau am Landschloss Zuschendorf: 500 Arten und Sorten sorgen für üppige Blütenpracht. © Botanische Sammlungen

Das Jahr begann für die Botanischen Sammlungen der TU Dresden im Landschloss des Pirnaer Ortsteils Zuschendorf mit einem herben Rückschlag. Die Kamelienblütenschau "Die Auferstehung der Winterkönigin" war Anfang März kaum eröffnet worden, zwei Wochen später musste sie coronabedingt wieder schließen. 

Rund 30.000 Besucher waren erwartet worden, die nun fehlten. "Durch die zwangsweise Schließung sind uns 100.000 Euro an Eintrittsgeldern verloren gegangen", konstatierte Matthias Riedel, der die Botanischen Sammlungen leitet, im Mai. 

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Nun aber soll alles wieder zu neuer Blüte reifen, wenn auch in anderer Form. Traditionell findet im Sommer im Landschloss die große Hortensienschau statt, die Vielfalt ist jedes Mal beeindruckend. Die Botanischen Sammlungen in Zuschendorf haben mit etwa 500 Arten und Sorten neben Schloss Moyland am Niederrhein die größte Sammlung Deutschlands. 

Diese Blütenpracht lässt sich jetzt wieder bestaunen, allerdings nur im Freien. "Den Umständen geschuldet macht dieses Jahr eine Hortensienschau im Schloss keinen Sinn. Es wäre wohl für unsere Gäste wenig erbaulich", sagt Riedel. Im Freien hingegen und ohne Maske könne es ein Vergnügen sein. 

Damit es auch zum Vergnügen wird, haben Riedel und seine Mitarbeiter reichlich Hortensien im Park aufgestellt. Jetzt ist noch die Zeit der frühen Blüte, ab nächster Woche wird dann alles üppiger, die Hauptblütezeit ist etwa Ende Juli/Anfang August.

Neue Sorten mit intensiven Farben

Im linken Parkteil stehen historische wie auch neuere Hortensien alphabetisch geordnet in Töpfen. "Im unteren Teil haben wir entlang der Wege besonders reichblütige Einzelpflanzen aufgestellt", sagt Riedel. Oberhalb der großen Eichen im oberen Parkteil, über einen aufsteigenden Weg - umgeben von blühenden rispen- und eichblättrigen Hortensien - gelangen die Besucher zu ganz besonderen Sorten, gemeinsam gezüchtet von holländischen und deutschen Züchtern. 

Der Weg führt weiter durch das obere Gewächshaus in einen kleinen Hof mit Hortensien und Pelargonien. Die in der Flut 2002 zerstörte Zuschendorfer Brücke wurde dort für die eingrenzende Mauer verwendet. Von hier aus betreten die Besucher den Hortensienpark mit den ausgepflanzten Exemplaren. "Während Rispenhortensien und auch andere Arten jedes Jahr sicher blühen, hängt die Üppigkeit der Blüte von Gartenhortensien vom Frost, vor allem von Früh- und Spätfrösten ab", sagt Riedel. Demnach seien in diesem Jahr nur die härtesten Sorten in diesem Parkteil blühend zu erleben. 

Interessant sei dies vor allem für jene, die in klimatisch ungünstigen Lagen leben und trotzdem nicht auf Hortensien verzichten wollen. Sie können auf diese besonders widerstandsfähigen Blumen zurückgreifen. Dabei habe, sagt Riedel, vor allem die sächsische Züchtung in den vergangenen Jahre bemerkenswerte Fortschritte gemacht, weil die neuen Pflanzen an die Härte sehr alter Sorten anknüpfen. Zudem haben die neuen Sorten festere Stiele und intensivere Farben.

Die Hortensienschau ist dienstags bis sonntags sowie feiertags jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt vier Euro.

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