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Landskron hat ein neues Besucherzentrum

Das Maschinenhaus in der Görlitzer Brauerei vereint Historie und Moderne. Und erweist sich als Motor für den Tourismus. 

Braumeister Matthias Grall hat allen Grund zur Freude über das neue Besucherzentrum.
Braumeister Matthias Grall hat allen Grund zur Freude über das neue Besucherzentrum. ©  André Schulze

Landskron kann nicht nur Bier brauen, Landskron hat auch ein Faible für den Umbau eines produzierenden Industriedenkmals zum Touristenmagnet: Die Brauerei hat ein neues Besucherzentrum. Am Freitagabend ist es mit vielen geladenen Gästen eröffnet worden. Seit Sonnabend steht es den Besuchern offen.

Das lange leer stehende Gebäude, das nur selten für Veranstaltungen genutzt wurde, ist jetzt eine Erlebniswelt. Es herrscht wieder Leben hinter den alten Mauern. Auf einer Fläche von etwa 430 Quadratmetern wird den Besuchern eine ganze Menge geboten. Nicht nur der Fanshop fand im Maschinenhaus einen neuen Platz. Auch eine ständige Ausstellung über die genau 150-jährige Geschichte der Görlitzer Brauerei gibt es. In mehreren Kojen wird über das besondere, handwerkliche Brauverfahren bei Landskron mit offener Gärung berichtet. Das gibt es so nur noch selten in Deutschland. An anderer Stelle kann der Gast Etiketten aus 150 Jahre Landskron und eine Ahnengalerie bestaunen. Moderne Technik hielt Einzug in dem 1907 errichteten Maschinenhaus. Auf Knopfdruck erfährt der Gast in der Ausstellung Wissenswertes über Brauverfahren, Produkte und Besonderheiten in der Brauerei. Mittels virtueller Brillen kann der Besucher einen Spaziergang in 3-D über das gesamte Brauereigelände machen. Und die Ausstellung ist dreisprachig: deutsch, polnisch und englisch. Das Besucherzentrum bietet aber nicht nur frisch gezapfte Biere, sondern auch Kaffeespezialitäten, Weine und Erfrischungen. In gemütlichen Sitzecken kann der Gast verweilen.

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Die Räume wurden modernisiert, aber die Bauherren – die Inhaber-Familie Lohbeck – legten besonderes Augenmerk darauf, dass Charme und Ambiente des Maschinenhauses erhalten bleiben: Restaurierte Stahlträger und -säulen, Kranwagen mit Hubseilen, freigelegte Ziegelwände sind nur einige Beispiele dafür. Der Besucher kann sich anhand dessen ein Bild machen, wie es wohl früher in der Brauerei ausgesehen hat. Fotos in der Ausstellung ergänzen das. Für eine restaurierte, denkmalgeschützte Wendeltreppe wurde eine Wand eingerissen, damit das filigrane Bauwerk für den Besucher sichtbar ist. Und wenn ihnen im Zentrum gleich etwas bekannt vorkommt, täuschen sie sich nicht: Der denkmalgeschützte Landskron-Schriftzug, der in der Halle des Görlitzer Bahnhofes als Neonreklame zu sehen ist, wurde originalgetreu nachgebaut. Er ziert jetzt eine Ziegelwand hinter dem Tresen im neuen Zentrum. Im Maschinenhaus, wo früher Energie und Druckluft für die Brauerei erzeugt wurde, präsentiert sich das Besucherzentrum jetzt als eine Stätte der Wissensvermittlung, der Entspannung und des Genusses.

Landskron-Geschäftsführer Uwe Köhler bezeichnet das Besucherzentrum als das neue Wohnzimmer der Brauerei. Möglich sei dessen Einrichtung gewesen, weil sich das Unternehmen entgegen dem sächsischen Trend entwickelt – es setzt mehr Bier ab. Die Kunden wüssten eben Qualität zu schätzen, sagte Uwe Köhler zur Einweihung des Zentrums. Nur etwa ein Jahr sei von der Idee bis zur Eröffnung des Besucherzentrums vergangen. Im Januar dieses Jahres begannen die Umbauten. Für den Görlitzer Architekten Christian Weise war der Auftrag eine Herausforderung, „weil wir hier die Inspiration des Ortes mit der modernen Nutzung kombinieren mussten“, sagt er. Es habe viel Freude gemacht, an dem Projekt zu arbeiten. „Da war eine unglaubliche Energie, mit der Landskron die Arbeiten vorangetrieben hat“, erzählt der Architekt. „Die Bauherren hatten klare Vorstellungen, aber sie haben sich auch beraten lassen.“

Das Maschinenhaus im Herzen der Brauerei ist ab sofort der neue, zentrale Anlaufpunkt für Gäste und Besucher der Brau-Manufaktur. Nötig wurde das neue Besucherzentrum, weil das vor einigen Jahren in der Villa auf dem Brauereigelände geschaffene aus allen Nähten platzte. Dieses Zentrum wird demnächst umgebaut. Es erhält einen Tresen, eine neue Ausstattung und kann künftig als Gastraum gemietet werden, zum Beispiel für Familien- oder Firmenfeiern. Auf ein Wort

Das Besucherzentrum in der Landskron Brau-Manufaktur Görlitz ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Das 1907 erbaute Maschinenhaus ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht und bietet jetzt eine Erlebniswelt.
Das 1907 erbaute Maschinenhaus ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht und bietet jetzt eine Erlebniswelt. © André Schulze
Beim Prosit: OB Octavian Ursu, Thomas Ziegler, Uwe Köhler, Matthias Grall und Christian Weise (von rechts).
Beim Prosit: OB Octavian Ursu, Thomas Ziegler, Uwe Köhler, Matthias Grall und Christian Weise (von rechts). © undefined
In der Dauerausstellung wird unter anderem über das Brauverfahren und die Firmengeschichte informiert.
In der Dauerausstellung wird unter anderem über das Brauverfahren und die Firmengeschichte informiert. © undefined

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