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Landtagspräsident verteidigt Einladung von Maaßen

Matthias Rößler sieht keinen Schaden für Sachsen durch einen Auftritt des Ex-Verfassungsschutz-Chefs. Für den Fall seiner Wahlniederlage hat er eine Idee. 

„Erst mal zuhören, dann urteilen“ – Landtagspräsident Matthias Rößler.
„Erst mal zuhören, dann urteilen“ – Landtagspräsident Matthias Rößler. © dpa

Meißen/Radebeul. Auf die Kritik des sächsischen SPD-Chefs und Wirtschaftsministers Martin Dulig am geplanten Wahlkampfauftritt von Ex-Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen in Radebeul antwortete Landtagspräsident Matthias Rößler: „Erst mal zuhören, dann urteilen.“ Der CDU-Politiker  sieht keinen Schaden für Sachsen durch den geplanten Maaßen-Auftritt am 1. August in Radebeul, sagte er der SZ. Dulig hatte in einem Tweed kritisiert, dass Maaßen zwar Rößler im Wahlkampf helfe, Sachsen aber schade. Maaßen sei ein Kronzeuge von AfD, Pegida und Co. Auch CDU-Mitglieder, wie der ehemalige Bürgermeisterkandidat von Diera-Zehren Sven Böttger, lehnen den Maaßen- Besuch ab.

Die Einladung Maaßens ging aber nicht von Rößler aus. Die Werte-Union in der CDU hatte vielmehr von sich aus die Unterstützung angeboten. Thema der Veranstaltung im Goldenen Anker ist: „Sicherheit und Freiheit in Deutschland schützen“. Rößler sagte weiter, dass die innere Sicherheit, der Kampf gegen den Terror und die Stärkung des Staates zentrale Themen seines Wahlkampfes seien. Maaßen sei nach sechs Jahren an der Spitze des Verfassungsschutzes ein Experte auf diesem Gebiet. Rößler selbst sei aber kein Mitglied der Werte-Union, die das konservative Lager vertritt. Dennoch sei er ebenfalls ein konservativer Politiker und habe sich schon früher auf gemeinsam Veranstaltungen mit der Werte-Union getroffen.

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Ein weiterer Coup gelang Rößler mit der Einladung des Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble. Er kommt am 21. August ebenfalls nach Radebeul. Sein Thema ist Deutschland, Sachsen und Identität. Die weiteren Unterstützungs-Redner für Rößler lesen sich wie das "Who is who" der Bundes-CDU: Michael Kretschmer, Julia Klöckner, Kurt Biedenkopf, Prof. Werner Patzelt, Friedrich Merz und Jens Spahn.

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Rößler rechnet zur Landtagswahl am 1. September mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem AfD-Kandidaten René Hein. Auf eine Absicherung über die CDU-Landesliste hatte Rößler verzichtet, weil ihm ein Platz an der Spitze verwehrt wurde. Martin Dulig, der im gleichen Wahlkreis für die SPD antritt, kündigte ebenfalls an, das Direktmandat gewinnen zu wollen. Ihm werden aber kaum Chancen zugesprochen. Da er als Nummer eins der SPD-Landesliste fungiert, wird Dulig trotzdem wieder in den Landtag einziehen.

Im Unterschied zu Rößler, dem nur der Sieg im direkten Duell bleibt. Falls er verlieren sollte, hat er schon eine neue berufliche Idee: „Ich gehe in die Landwirtschaft und helfe meinem Sohn.“

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