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Landung im Alltag

Von wegen Revanche für das Winter-Derby. Auch im Fuchsbau feiern die Eislöwen.

Von Berthold Neumann

Die Füchse sollten doch gleich für den Rest der Saison auf ihr Heimrecht verzichten, meinte ein langjähriger Fan der Lausitzer. Nach den zwei beachteten Erfolgen bei Spitzen-Mannschaften der Deutschen Eishockey-Liga 2 verloren die Lausitzer am Sonntag mit 2:5 (1:0, 1:3, 0:2) gegen die Dresdner Eislöwen.

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Und der Anhang der Gäste unter den 2 469 Zuschauern ließ seine Lieblinge lautstark hochleben: Nach dem Winter-Derby (4:3 n. V.) triumphierten die Eislöwen auch beim dritten Sachsen-Duell der Saison. Torhüter Brett Jaeger begoss das sogar während des Spiels mit einer Cola. „Nein, mir fehlte plötzlich etwas Energie“, sagte der gesundheitlich angeschlagene Goalie.

Dank der unergründlichen Ansetzungs-Arithmetik der DEL 2 trafen beide Mannschaften nur 14 Tage nach dem Fest des Eishockeys im Dresdner Fußball-Stadion schon wieder aufeinander. Diesmal in Weißwasser, alles ein paar Nummern kleiner. Aber dafür umso konzentrierter im Fuchsbau, in dem niemand von den Emotionen eines Sachsen-Derbys – schon wegen der Kompaktheit der Halle – unberührt blieb. Und so lernten Paul Gardner und Bill Stewart wohl erst am Sonntag, was der Evergreen zwischen Weißwasser und Dresden für beide Kontrahenten und vor allem die jeweiligen Anhängerschaften bedeutet.

Zum Beispiel einen bedingungslosen Kampf und dabei noch viel mehr Krampf. David Rodman übertrieb es dabei. Nach zwölf Minuten schickte der Eislöwen-Stürmer seinen Gegenspieler Dennis Swinnen mit einem rüden Bandencheck zu Boden. Rodman musste mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vom Eis.

Mit dem Derby sind beide Mannschaften endgültig im letzten Viertel der Meisterschafts-Hauptrunde angekommen. Die Eislöwen müssen noch am Dienstag in Dresden ihr abgesagtes Spiel gegen den ESV Kaufbeuren nachholen. Doch welchen Weg werden die beiden sächsischen Vereine in den verbleibenden zwölf beziehungsweise 13 Partien einschlagen?

In Dresden ist die Richtung klar. „Wir wollen in die Play-offs. Ohne Wenn und Aber“, sagte Steven Rupprich. „Und ein Sieg im Fuchsbau ist dabei immer noch das Salz in der Suppe“, ergänzte der Kapitän, der nicht nur mit einem schönen Treffer für die endgültige Entscheidung sorgte. Zudem servierte Rupprich seinen Teamkameraden drei Torvorlagen. „Die Jungs sind absolut darauf fokussiert, unseren eingeschlagenen Weg fortzusetzen“, lobte Stewart seine Mannschaft. Immerhin gewannen die Eislöwen unter seiner Leitung fünf von sechs Partien. Mit dem Erfolg in Weißwasser haben die Eislöwen ihre Chance gewahrt, noch den sechsten Platz zu erreichen, der zur Teilnahme an den Play-offs berechtigt.

Und die Lausitzer? Gardner will trotz der Niederlage keine Zweifel aufkommen lassen. „Wir schauen weiter nach oben“, sagte der 59-Jährige. Er meinte damit den zehnten Platz, den die Füchse mindestens erreichen müssen, um den Sturz in die Play-downs im März und damit das große Zittern um den Klassenerhalt zu vermeiden. „Diese Pleite tut weh“, erklärte Jens Heyer. „Aber noch ist nichts verloren. Der Glaube an die Pre-Play-offs ist nach wie vor da“, fügte der Füchse-Stürmer hinzu. Unter Gardner gewannen die Füchse drei von sieben Partien.

Auf einen Heimsieg müssen die Fans im Fuchsbau allerdings weiter warten. Die Kaltschnäuzigkeit, mit der sie am Freitagabend beim 5:1-Sieg den Ligadritten Kassel überraschten, ließen sie gegen die Eislöwen vermissen. Die Lausitzer sind damit die einzige Mannschaft in der DEL 2, die auf fremdem Eis mehr Punkte sammelt als im heimischen Fuchsbau.

Torfolge: 1:0 Ostwald (16.), 1:1 Grafenthin (22.), 1:2 Boiarchinov (24.), 2:2 Haydar (33.), 2:3 Endraß (35.), 2:4 Grafenthin (38.), 2:5 Rupprich (50.).