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Landwirte hoffen auf Regen

Getreide und Rüben brauchen dringend Wasser. Viel Regen ist aber nicht in Sicht.

© dpa

Von Peggy Zill

Dass das Frühjahr schon trocken begann, hat auch einen Vorteil. „Schon bei der Aussaat gab es wenig Regen. Dadurch haben die Pflanzen tiefreichende Wurzeln gebildet und können Wasser aus unteren Bodenschichten ziehen“, erklärt Iris Claassen, Geschäftsführerin vom Regionalbauernverband Döbeln-Oschatz. Aber auch dieser Speicher ist begrenzt. Der Mai hat zwar einen Teil des Niederschlagsdefizits wieder aufgeholt, doch viele Kulturen bräuchten jetzt dringend wieder Regen. „Das betrifft fast alle Getreidesorten. Auch die Hackfrüchte, Mais, Kartoffeln und Rüben“, so Iris Claassen. Noch sehe man den Pflanzen nicht an, dass es ihnen an Wasser fehlt. Wie sich die Trockenheit auf die Ernte auswirkt, könne man jetzt noch nicht sagen. „Wir können nur abwarten und uns überraschen lassen“, sagt die Geschäftsführerin des Bauernverbands.

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Das Frühjahr 2014 war laut Deutschem Wetterdienst eines der wärmsten seit Messbeginn. Die Sonne im März sorgte für einen rasanten Vorsprung für Wintergetreide und Raps. Der April folgte seinem Vormonat mit überwiegend Hochdruckeinfluss, viel Sonne und erneut überdurchschnittlichen Temperaturen. Die Feuchtigkeit in den Böden verringerte sich weiter. Das eigentliche „Aprilwetter“ kam etwas verspätet. Erst im Mai wurde der Trockenperiode ein Ende gesetzt.

Die Obstbauer haben weniger Probleme mit dem trockenen Wetter. „Die Erdbeeren werden bewässert“, sagt Michael Erlecke, Vorstand der Obstland Dürrweitzschen AG. „Wir haben zudem gute Böden. Und die Tage um Männertag hat es schließlich richtig geregnet. Das hat geholfen.“

Die Chancen, dass es ein regenreicher Sommer wird, stehen laut Heinz Frust eher schlecht. Der Mockritzer Hobbymeteorologe geht eher von einem wechselhaften und niederschlagsarmen Sommer aus. Windmüller, Bauern und Schäfer haben früher das Wetter während der sogenannten Quatember beobachtet. „Davon gibt es vier. Das hat aber nichts mit den Quartalen zu tun“, erklärt Heinz Frust. Denn ein Quatember dauert nur ein paar Tage. Man schaut, woher der Wind kommt und das Wetter, das er mitbringt, hält sich bis zum nächsten Quatember. „Wenn Wind von Süden weht, wird es warm“, so Heinz Frust. Doch vom 11. bis zum 15. Juni wehte der Wind leicht aus Nordost-Nordwest. Dazu gab es einen Mix aus Sonne und Wolken und nur wenig Regen. Das sind für den Mockritzer erste Anzeichen, dass es nicht besonders warm wird. „Die richtige Prognose, wie der Sommer wird, ist erst ab Mitte Juli möglich“, sagt Heinz Frust. „Zwischen dem 28. Juni und 10. Juli müssen die Luftdruckwerte beobachtet werden. Das machen die Meteorologen auch so.“ Wenn es hohe Werte gibt, erwartet und ein heißer Sommer.