merken
PLUS

Riesa

Landwirte pflanzen Hecke für die Tierwelt

Ein Glaubitzer Betrieb hat auf 400 Metern Länge unter anderem Holunder, Haselnuss und Liguster gepflanzt. Das birgt einige Herausforderungen.

Torsten Gorisch (l.) und Ulf Kaule vom Landwirtschaftsbetrieb Birkenhof in Glaubitz haben am Rande ihrer Felder eine Hecke gepflanzt. Die besteht unter anderem aus Holunder und soll Tieren neuen Lebensraum bieten.
Torsten Gorisch (l.) und Ulf Kaule vom Landwirtschaftsbetrieb Birkenhof in Glaubitz haben am Rande ihrer Felder eine Hecke gepflanzt. Die besteht unter anderem aus Holunder und soll Tieren neuen Lebensraum bieten. ©  Sebastian Schultz

Glaubitz. Der eingezäunte Streifen Land zwischen Glaubitz und Radewitz sorgt an Sommertagen wie diesen nicht nur bei Spaziergängern für interessierte Blicke. Auch Auto- und Radfahrer halten gern an und schauen, was hinter dem Zaun eigentlich wächst. 

Seit etwas mehr als einem halben Jahr gedeihen dort Holunder, Haselnuss, Weißdorne, Liguster und viele andere Pflanzen. Verantwortlich dafür sind Ulf Kaule und Torsten Gorisch vom Landwirtschaftsbetrieb Birkenhof aus Glaubitz. Sie haben im November vergangenen Jahres die neue Hecke gepflanzt, um Lebensraum für Vögel und andere Tiere zu schaffen.

Görlitz – Immer eine Reise wert
Görlitz – Immer eine Reise wert

Die Stadt Görlitz wird von vielen als „Perle an der Neiße“ oder „schönste Stadt Deutschlands“ bezeichnet. Warum? Das erfahren Sie hier.

Die Idee dazu hatte Falko Haak, Regionalmanager beim Verein Elbe-Röder-Dreieck. In dieser Funktion sucht sich Haak regelmäßig Standorte aus, an denen sich seiner Auffassung nach Maßnahmen zum Naturschutz anbieten. „Anschließend gehe ich auf die Bewirtschafter zu und schaue, ob ihrerseits Interesse an solchen Vorhaben besteht“, so Haak.

Beim Landwirtschaftsbetrieb Birkenhof aus Glaubitz stieß Haak schnell auf Begeisterung. „Ich habe viele Jahre in der Baumschule gearbeitet“, erklärt Ulf Kaule. „Ich halte mich schon für einen naturverbundenen Menschen, der auch im heimischen Garten gern Pflanzen blühen sieht.“

Das Interesse war da, jetzt mussten für die rund 400 Meter lange Hecke noch Fördermittel her. Denn das Engagement in Sachen Naturschutz ist für die Landwirte so gut wie immer ein Minusgeschäft. Einerseits gaben Ulf Kaule und Torsten Gorisch für die Hecke einen Teil ihres Ackerlandes auf. Der Wert der Fläche lässt sich zwar über verschiedene landwirtschaftliche Förderungen ausgleichen, der künftig fehlende Ertrag aber nicht. 

Andererseits macht das Anpflanzen und Pflegen der Hecke Arbeit. Knapp sieben Euro Fördermittel gibt es pro Quadratmeter Hecke über die Förderrichtlinie „Natürliches Erbe“. Laut Ulf Kaule lassen sich davon zwar Materialeinsatz und Technik bezahlen, für das Personal, das die Heckenpflanzung vornimmt, reicht es aber schon nicht mehr.

Ein Problem, das auch Thomas Fischer von der Grünen Liga Hirschstein kritisiert. Wolle man die Hecke professionell pflanzen lassen, koste das um die zwölf Euro pro Quadratmeter. „Das führt dann dazu, dass man es lieber am Wochenende mit Freunden selbst erledigt“, so Fischer. „Umso lobenswerter ist es, dass es noch heimatverbundene Menschen gibt, die etwas für Natur und Tiere tun.“

Falko Haak vom Elbe-Röder-Dreieck hofft indes, dass das Positivbeispiel aus Glaubitz Nachahmer auf den Plan ruft. „Wer Interesse hat, kann sich jederzeit melden“, so Haak.

Mehr zum Thema Riesa