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Langebrück will legale Graffiti-Wände schaffen

Eine könnte am neuen Bolzplatz Klotzscher Straße entstehen. Die Zukunft des beschmierten Bahnhofs ist jedoch offen.

Von Thomas Drendel

Der Langebrücker Bahnhof ist ein Schandfleck. Die Gebäude stehen seit Langem leer, Fenster und Türen sind vernagelt, an vielen Stellen bröckelt der Putz. Genutzt werden die Hauswände nur noch von Graffiti-Sprayern. Nahezu jede Fläche ist mit wilden Kritzeleien übersät. Langebrück will das Problem mit den wilden Graffiti in den Griff bekommen. Die Lösung: offizielle Flächen, auf denen sich Sprayer austoben können.

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Ausgangspunkt ist ein Vorschlag der Grünen-Stadtratsfraktion, im gesamten Stadtgebiet von Dresden solche Wände auszuweisen. „Es gibt einen Bedarf an solchen Flächen. Momentan stehen in der gesamten Stadt nur vier Flächen zur Verfügung. Das ist zu wenig“, sagte Bert Kaulfuß, Ortschaftsrat der Grünen. Das Rathaus soll prüfen, wo auf städtischem Gelände solche Wände eingerichtet werden können. Es wird in dem Beschluss auch aufgefordert, mit Bahn oder dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) über die Freigabe solcher Flächen auf deren Gelände zu verhandeln.

Ulrich Knöpfle, CDU-Ortschaftsrat und Polizeibeamter, begrüßt den Vorschlag. „Dass wir etwas tun müssen, sieht man auf dem Langebrücker Bahnhof. Legale Flächen anzubieten, kann dabei ein Weg sein.“ Auch Ortschef Christian Hartmann (CDU) ist für den Vorschlag. „Ein ähnlicher Punkt steht auch im CDU-Programm. Wir wollen deshalb gerne die Umsetzung unterstützen.“ Für Langebrück kann er sich Graffiti-Flächen am neuen Bolzplatz an der Klotzscher Straße vorstellen. „Hier sollten Schutzwände zur Bahn hin entstehen. Sie könnten gleichzeitig von Sprayern genutzt werden“, sagt er.

Am Ende stimmte der Langebrücker Ortschaftsrat dem Vorschlag der Grünen zu. Eine kleine Änderung wollten die Langebrücker dann doch. Die Idee, dass Rathausmitarbeiter ausschwärmen und bei der Bahn und anderen Einrichtungen nach Graffiti-Flächen suchen, ging den Langebrückern zu weit. „Das kann die Verwaltung nicht leisten. Da sind Mitarbeiter über eine zu lange Zeit gebunden“, sagt Hartmann. Wie es mit dem Bahnhof in Langebrück weitergeht, ist allerdings offen. „Er ist Eigentum der Bahn. Hier haben wir keinen Einfluss.“ Vor einigen Monaten hatten der Verkehrsverbund Oberelbe und die Deutsche Bahn ein Programm gegen Vandalismus und Graffiti ins Leben. Zwei extra Mitarbeiter sind seitdem unterwegs und befreien Bahnhöfe von den Schmierereien. Sie werden schlicht und einfach überstrichen. Der VVO hofft auf einen abschreckenden Effekt: „Wenn die Täter merken, die Graffiti werden schnell entfernt, sprühen sie keine neuen. Wir glauben, dass dann das Interesse an neuen Schmierereien nachlässt“, sagte eine VVO-Mitarbeiterin. Das Programm gilt noch bis Mitte 2015. Knapp 200 000 Euro lassen sich jeweils die Bahn und der Verkehrsverbund das Programm kosten. 26 Bahnhöfe und Haltepunkte sollen damit sauber gehalten werden. Allerdings reichen Geld und Zeit offenbar nicht aus, um auch die Bahnhöfe im Rödertal zu betreuen. Dresden-Klotzsche gehört noch zu den Haltepunkten, die sauber gehalten werden sollen, alle, die weiter nördlich von ihm liegen, werden nicht berücksichtigt.