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Botschafterin der Gesundheit

Die Apothekerin und Heilpraktikerin Sylva Richter hat in Langebrück einen Natur- und Gesundheitstreffpunkt eröffnet. Warum es dort auch mal "Mord auf Rezept" gibt.

Sylva Richter in ihrem Natur- und Gesundheitstreffpunkt in Langebrück. An einer Wand ist ein Waldmotiv zu sehen. Es ist wichtig, im Einklang mit sich und der Natur zu leben, sagt sie.
Sylva Richter in ihrem Natur- und Gesundheitstreffpunkt in Langebrück. An einer Wand ist ein Waldmotiv zu sehen. Es ist wichtig, im Einklang mit sich und der Natur zu leben, sagt sie. © Marion Doering

Langebrück. Der Baum im Raum des Langebrücker Seminarzentrums zeigt es. Auch der mit Waldmotiven verzierte Vorhang hinter der Essecke drückt aus, worauf es Sylva Richter ankommt: auf eine gesunde Umwelt. Darauf, im Einklang mit sich selbst und der Natur zu leben. Zeitgenossen, die sich in dieser Hinsicht in einer Dysbalance befinden – nach Einschätzung der 56-jährigen Langebrückerin ein Zustand, in dem sich zahlreiche Menschen befinden – sind da bei ihr an der richtigen Stelle. Versucht sie doch, mit Rat und Tat zu helfen, Körper und Geist wieder ins Lot zu bringen. Sie habe das Bedürfnis, ihren umfangreichen Wissensschatz, erworben in einem mehrjährigen Pharmaziestudium sowie einer Heilpraktikerausbildung, weiterzugeben. Wenn man so will, ist das ihre Mission.

Heilkräuter-Wanderungen im Angebot

Und weil Sylva Richter ein lebenslustiger Mensch ist, vermittelt sie ihre gesunden Botschaften mit großer Lebensfreude und Humor. Anfang dieses Jahres eröffnete Richter, die seit zwölf Jahren mit ihrer Familie in Langebrück lebt, in der Bruhmstraße ein Seminarzentrum, ein Natur- und Gesundheitszentrum. Ein Projekt, mit dem sie sich selbst verwirklich hat, wie sie erklärt. 

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Zwei Patienten, ein Beatmungsgerät
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Und nun? Mit Covid-19 kam die Thematik der Triage, dem Sichten und Klassifizieren von Patienten, erneut auf. Ein Interview mit Medizinrechtsexperte Prof. Dr. Erik Hahn.

Es ist ein ambitioniertes Unterfangen. Im Programm befinden sich neben Heilkräuter-Wanderungen und Ausflügen in die Dresdner Heide auch Fasten-Wochenendseminare. Wer bei den Kursen mitmacht, für den gibt es auf jeden Fall einen „Kick Gesundheit“. So steht es zumindest in den Flyern, die sie in den zurückliegenden Wochen verteilt hatte. Neben Klassikern wie „Rheuma – eine Krankheit mit vielen Gesichtern“ oder „Sind Krisen auch Chancen?“ möchte sie auch mit femininen Kraft-Tagen, Stoffwechselanalysen oder Intervall- und Basenfastenkursen das Gesundheitsbewusstsein ihrer Teilnehmer schärfen. Geht im Übrigen auch, wie zuletzt erfolgreich durchgeführt, mit einem „Italienischen Abend“. Denn mediterrane Ausgelassenheit und ein gesundes Leben schließen sich nicht zwingend aus.

Als sie sich dazu entschloss, das Seminarzentrum zu eröffnen, hatte sie dabei noch etwas anderes im Sinn. Nicht nur Wissen aus der Schulmedizin und der Naturheilkunde zu vermitteln, sondern auch „den Beruf des Apothekers ins Bewusstsein der Menschen rücken“, wie sie erklärt. Insbesondere den des Landapothekers, einer heutzutage in vielen Regionen rar gewordenen Spezies. Ist doch auf dem Lande die Versorgung der Patienten eine tägliche logistische Tüftelaufgabe. Das hat Sylva Richter selbst erlebt auf einigen ihrer beruflichen Stationen. Kurz nach der Wende erhielt sie die Approbation als Apothekerin, arbeitete einige Zeit in verschiedenen Apotheken, wechselte zur AOK Sachsen und zur Kassenärztlichen Vereinigung, auch, „um die andere Seite kennenzulernen“. Daneben wirkte sie als pharmazeutische Dozentin.

Projekt durch Corona gestoppt

Seit einigen Jahren ist sie in einer Radeberger Apotheke tätig. In den zurückliegenden Jahren hatte sie häufig das Gefühl, dass da noch was in ihrem Leben kommen müsse. Dabei stieß sie immer wieder auf die Naturheilkunde. Die sei bestens geeignet, ihr Wissen zu vergrößern, sagt sie. Sie absolvierte eine Heilpraktikerausbildung, nutzte die Chance, sich mit eigenen Bildungs- und Fortbildungskursen selbstständig zu machen. Ihr Natur- und Gesundheitstreff habe schon kurz nach der Eröffnung „tollen Anklang“ gefunden. Dann kam Corona, der Lockdown. Der Stopp für ihr Projekt, für ihre mit großem Temperament und Leidenschaft geleiteten Kurse. „Da hat man sich gefragt, wie es weitergehen wird“, so die 56-Jährige.

Aber seit Ende Mai finden wieder zahlreiche Kurse statt. Rund 40 sind bis zum Jahresende geplant. Darunter einige, die sich thematisch etwas abheben. So gibt es im November zwei Abendveranstaltungen, die man eher der Unterhaltungskultur zuordnen würde: „Krimi mit Dinner – Mord auf Rezept“. Oder den „Humoristischen Abend“, eine kabarettistisch-angehauchte Veranstaltung, mit der sie den Besuchern das Dasein einer Landapothekerin näherbringt. Es ist ein Anliegen von Sylva Richter, dass man das Wissen um die Gesundheit am besten mit unterhaltendem Charme vermittelt. Es heißt ja auch, dass das Lachen die beste Medizin ist.

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