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Badfest abgesagt

Schade für Langebrück: Die bisherigen Organisatoren geben die Aufgabe ab. Nachfolger sind bisher nicht in Sicht.

© Hans-Michael Trapp

Von Thomas Drendel

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Das Badfest im Waldbad ist eine Institution: die Konzerte, die Bootsrennen und die Stimmung lockten Tausende Besucher aus dem Ort und der Umgebung an. Doch jetzt ist Schluss. „In diesem Jahr wird es kein derartiges Fest geben“, sagte der Langebrücker Ortsvorsteher Christian Hartmann (CDU). „Das 20-jährige Jubiläum im vergangenen Jahr war aus Sicht der Organisatoren ein guter Abschluss.“ Das bestätigt auch Hans-Egbert Korb, einer der maßgeblichen Organisatoren des Events. „Wir werden in diesem Jahr kein Fest mehr auf die Beine stellen.“ Grund ist der enorme Aufwand. „Es gibt einfach zu wenige Leute, die bereit sind mitzumachen. Es müssten sich Engagierte finden, die diese Aufgabe übernehmen. Diejenigen, die das bisher machten, sind oft in einem Alter, in dem sie kürzer treten wollen“, sagt der Langebrücker.

Sinkende Besucherzahlen

Ein weiterer Grund sind die gesunkenen Besucherzahlen. Zu den besten Zeiten kamen an dem Festwochenende knapp 5 000 Zuschauer in das Waldbad. Selbst beim 20. Jubiläum im vergangenen Jahr waren es wesentlich weniger. Zu der Entscheidung hat sicher die finanzielle Situation beigetragen. Die Ortschaft Langebrück erhält wahrscheinlich in diesem Jahr weniger Geld von der Stadt Dresden. Die Unterstützung für die Veranstaltungen im Ort sinken. Davon wäre auch das Badfest nicht verschont geblieben.

Erste Gerüchte von einem Aus gab es schon im vergangenen Jahr. Auch damals wurden zu hoher Aufwand, zurückgehende Besucherzahlen und immer weniger Enthusiasten, die bei der Organisation mit anpacken als Gründe genannt. Im Juli kam noch das Dementi aus berufenem Munde. „Das Badfest wird es definitiv auch in den nächsten Jahren geben. Allerdings ist unklar, in welcher Form“, sagte Hans-Egbert Korb damals. Die entscheidende Sitzung fand offenbar Ende vergangenen Jahres statt. Die Organisatoren trafen sich und zogen das Fazit: Jetzt ist die Zeit gekommen, die vier Vereine lösen das Badfest-Organisationsteam auf. Mit einer Herzensträne, wie es hieß. Für Christian Hartmann bedeutet die Absage nicht das langfristige Aus des Festes. „Vielleicht findet sich ja im nächsten Jahr wieder jemand, die Fäden in die Hand nimmt“, sagt er. Selbst für dieses Jahr sei es ja noch nicht zu spät. Er brachte sogar die Idee ins Spiel, das Fest privatwirtschaftlich zu organisieren. „Das könnte beispielsweise ein Gastronom machen“, sagte er. „Ich finde es generell schade, dass es kein Dorffest mehr gibt“, sagte er.

In den 20 Jahren hatte das Langebrücker Badfest Maßstäbe gesetzt: Bei den Bootsrennen gingen Dutzende Teams mit oft abenteuerlichen Flößen, Gummibooten oder Kanus auf die Strecke. Der Beckenrand war von Besuchern dicht gesäumt. Auch die Auftritte des Carnevalclubs beim Sommerfasching waren ein Publikumsrenner. Die Plätze im Festzelt waren schon Stunden vor dem Auftritt weg. Olaf Berger, Linda Feller und Dorit Gäbler gaben Konzerte im Waldbad. 2011 kam Ute Freudenberg zu einem Auftritt nach Langebrück. In der Anfangsphase hatten die Organisatoren sogar daran gedacht, Helene Fischer zu engagieren. Aber wegen des hohen Schlageranteils in ihrem Programm wurde das wieder verworfen. Im vergangenen Jahr sorgte der Carnevalclub mit seinem Sommerfasching für Aufsehen. Mit dem Fackelschwingen gab es eine weitere Attraktion. Das Bootsrennen fand in einer abgewandelten Version statt. Es waren nur zwei Boote auf dem Wasser. Sie wurden über Umlenkrollen mit einem Seil verbunden. Zwei Teams ruderten gegeneinander. Den Beteiligten hat es viel Spaß gemacht.

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