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Langebrücker Viadukt für ein Jahr gesperrt

Die Brücke wird durch einen Neubau ersetzt. Für Fußgänger gibt es während der Bauphase eine Lösung.

Von Thomas Drendel

Vor dem geplanten Neubau des Langebrücker Bahnviadukts werden jetzt Einzelheiten des Projektes bekannt. So wird nach den derzeit vorliegenden Plänen der Viadukt für den Autoverkehr während der Bauzeit gesperrt. Das ist für etwa ein Jahr der Fall. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2015 beginnen. Personenwagen sollen über die Dresdner Straße ausweichen und Lkw über die Lessing- und die Klotzscher Straße. Den Angaben nach sei auch die Variante geprüft worden, die neue Brücke an einer anderen Stelle zu errichten und die alte Brücke während der Bauzeit noch für den Autoverkehr offen zu halten. Für einen Neubau links oder rechts des jetzigen Viadukts gebe es jedoch keinen ausreichenden Platz. Für Fußgänger soll jedoch ein Durchgang erhalten bleiben. Es wird ein provisorischer Fußgängertunnel geschaffen.

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Unannehmlichkeiten kommen auch auf Bahnreisende zu. An zwei Wochenenden wird die Bahnlinie gesperrt. Zahlreiche Regional- und Fernlinien sind betroffen. Für sie wird Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Sperrungen sind zum Auf- beziehungsweise zum Abbau der Behelfsbrücke notwendig. Über sie werden die Züge während der Bauarbeiten rollen.

Aus Sicht der Ortschaft ist besonders ärgerlich, dass kein Fußweg unter der Brücke hindurchgeführt wird. „Nach unserer Einschätzung ist er notwendig, er hätte die Sicherheit der Fußgänger erhöht“, sagte der Ortsvorsteher Christian Hartmann vor einiger Zeit. Dazu wäre es allerdings notwendig gewesen, die Brückendurchfahrt um rund 1,5 Meter zu verbreitern. Die anfallenden Mehrkosten von rund 80  000 Euro hätte die Stadt Dresden als Auftraggeber bezahlen müssen. „Die Stadt Dresden ist den Vorschlägen der Deutschen Bahn zum Bau eines Fußweges nicht gefolgt“, sagt Änne Kliem. Die Bahn AG wird somit nur den vertraglich vereinbarten Zustand herstellen, so die Sprecherin. Der Langebrücker Viadukt soll für rund 2,5 Millionen Euro erneuert werden. Dazu wird die Bahn das alte Bauwerk abreißen und durch eine neue Brücke ersetzen. Sie wird außen mit Natursteinen verblendet. An der Tunnelinnenseite soll jedoch der Beton sichtbar bleiben. Über die Sanierung der Brücke hatte es eine jahrelange Diskussion gegeben: Soll sie nur instand gesetzt und originalgetreu erhalten werden oder kann ein kostengünstigerer Neubau her? Denkmalschützer sind strikt gegen einen Abriss des historischen Bauwerks. Auch die Stadt Dresden hatte sich dieser Ansicht angeschlossen. „Wir lehnen einen Neubau ab“, sagte ein Mitarbeiter vor einiger Zeit. Das Bauwerk solle lediglich durch eine Sanierung sicher gemacht werden. „Wir haben lange diskutiert. Vor allem denkmalpflegerische Gründe haben dafür den Ausschlag gegeben“, sagt er. Doch das Eisenbahnbundesamt traf die Entscheidung, einen Neubau zu errichten. Auslöser des Streits um den Langebrücker Bahnviadukt war ein Vorfall vor mehr als drei Jahren. Im Winter 2010/11 hatten sich plötzlich große Steine aus dem Brückengewölbe gelöst und waren auf die Straße gefallen. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt oder weiterer Schaden angerichtet. Seit Februar 2011 gibt es auch für die Züge Einschränkungen. Sie dürfen nur noch mit Tempo 50 über das Bauwerk rollen. Unmittelbar danach wurde eine Betonhülle in der Unterführung angebracht. Eine Genehmigung bei der Denkmalbehörde in Dresden holte die Deutsche Bahn damals nicht ein. Daraufhin hatte das Dresdner Denkmalamt die Betonverkleidung als inakzeptabel bezeichnet und eine andere Variante angemahnt.