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Langenauer Jubiläum vertagt

Das Dorf wollte im Juni ganz groß feiern. Ob es nun eine 776-Jahr-Feier gibt oder 2022 auf eine Schnapszahl angestoßen wird, ist ungewiss.

Christiane Fischer und Jörg Keul haben auf eine Tafel geschrieben, was in diesem Jahr in Langenau gefeiert werden sollte. Doch nun ist das Fest vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben.
Christiane Fischer und Jörg Keul haben auf eine Tafel geschrieben, was in diesem Jahr in Langenau gefeiert werden sollte. Doch nun ist das Fest vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben. © Dietmar Thomas

Langenau. Das Dörfchen Langenau gibt es schon seit 775 Jahren. Grund genug, dieses Jubiläum mit einem Dorffest zu feiern. Vom 19. bis 21. Juni sollte die große Sause steigen. Die Vorbereitungen waren in vollem Gange.

Doch dann kam die Corona-Krise. Die Organisatoren, zu denen Christiane Fischer und Jörg Keul gehören, entschlossen sich einhellig dazu, das Fest abzusagen. „Wir verschieben es“, konkretisiert Christiane Fischer. Ob das Fest nächstes oder übernächstes Jahr nachgeholt wird, will das zehn- bis zwölfköpfige Organisationsteam erst besprechen. „Die Idee, aus der 775- eine 777-Jahr-Feier zu machen, hat etwas“, meint Jörg Keul.

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Bei der letzten Zusammenkunft im Februar seien schon konkrete Pläne geschmiedet worden. Derzeit sind die Langenauer dabei, schon fest vereinbarte Leistungen zu stornieren. „Zum Beispiel war die gastronomische Versorgung geklärt, für die Kinder sollte es eine Hüpfburg geben“, so Christiane Fischer. Ein Skat- und ein Volleyballturnier waren geplant und allerlei Angebote für die Kinder. Die Mitwirkung einiger Handwerker aus dem Dorf war ebenso gesichert wie ein Auftritt des Tanzvereins Black Diamonds aus Hartha. „In das Tagesprogramm sollten die Vereine der Region genauso eingebunden werden wie ins Abendprogramm“, so Fischer. Für dieses hatten auch der Sportverein und der Feuerwehrverein aus Gersdorf Programmteile übernommen. Ein Anwohner aus Langenau hatte sich angeboten, ein paar Begebenheiten aus der Dorfgeschichte in einer kleinen Darbietung aufleben zu lassen.

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Ganz sollen die Vorbereitungen aber nicht ruhen. So sind am und um das Vereinshaus noch einige Verschönerungen geplant. Dabei können die Langenauer auf die Unterstützung durch die Stadt Hartha und den Bauhof zählen. „Wir wollen unter anderem den Vorplatz noch etwas befestigen, auch der Zaun um den Teich gegenüber soll ausgebessert werden“, so Fischer. Schließlich sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um ein Zelt aufstellen zu können. Am Vereinshaus sind einige Scheiben beschädigt und die eine oder andere Tür müsste gestrichen werden. „Für solche Dinge haben wir jetzt etwas mehr Zeit“, so Christiane Fischer. Auch das Dorf selbst sollte geschmückt werden. „Das Fest sollte auch unter Beweis stellen, dass die Langenauer zusammenhalten“, sagt Jörg Keul. Die Aufgaben seien auf breite Schultern verteilt worden, es solle jeder das Gefühl entwickeln können, dass er dazugehöre.

Jörg Keul hat seit Oktober des vergangenen Jahres kleine Beiträge für den Stadtanzeiger Hartha geschrieben. Darin beleuchtet er verschiedenen Aspekte der Langenauer Geschichte. So befasst er sich unter anderem mit dem Langenauer Wald, mit den Gerichtsschöppen, den Folgen eines schweren Unwetters im Frühjahr 1880 und dem Schankrecht der Gastwirte. „Der vorerst letzte Artikel wird in der Mai-Ausgabe erscheinen“, so Keul. In diesem Zusammenhang hat er auch an einer Festbroschüre gearbeitet, die er jedoch nicht mehr in Druck gegeben hat. „Das hatte sich durch die Corona-Krise vorerst erübrigt. Wenn dann aber das Fest gefeiert wird, gibt es auch eine Festbroschüre“, verspricht Keul.

Der Name des Dorfes ist praktisch Programm, das Dorf zieht sich über drei Kilometer hin. „Lange Aue, daraus ist letztendlich der Name Langenau entstanden“, erklärt Jörg Keul. Heute leben etwa 180 Einwohner dort. Im Rahmen des Festes sei auch ein Tag der offenen Tür in der Schönerstädter Kirche geplant gewesen. „Die Langenauer sind immer nach Schönerstädt in die Kirche gegangen“, so Christiane Fischer. Seit dem 15. Jahrhundert sei Langenau nach Schönerstädt „eingepfarrt“ worden, weiß Jörg Keul. Vorher habe das Dorf zum Kloster Geringswalde gehört. Zu DDR-Zeiten sprach man davon, dass Langenau im „Kreisdreieck“ lag. „Wir gehörten zum Kreis Döbeln, die Kreise Grimma und Rochlitz grenzten unmittelbar an“, so Keul. Seit 2004 gehört Langenau zu Hartha, zuvor war der Ort 1993 nach Gersdorf eingemeindet worden.

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