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Dresden

Langes Warten auf einen Zebrastreifen

Auf der Strehlener und Pirnaer Landstraße ist das Überqueren für Fußgänger gefährlich. Nun prüft die Stadt Problemstellen.

Schüler, die zur Bushaltestelle Strehlener Platz wollen, müssen besonders gut aufpassen. Vor allem, weil eine Baustelle die Situation dort noch unübersichtlich macht.
Schüler, die zur Bushaltestelle Strehlener Platz wollen, müssen besonders gut aufpassen. Vor allem, weil eine Baustelle die Situation dort noch unübersichtlich macht. © Christian Juppe

Knapp 400 Schüler lernen derzeit an einer der Semperschulen an der Strehlener Straße. Dazu kommen 140 Lehrer und Erzieher. Weil es sich um eine Einrichtung in freier Trägerschaft mit einem besonderen Konzept handelt, kommen sehr viele Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet oder sogar von außerhalb und sind auf den Bus angewiesen. Aus- und einsteigen müssen sie an der Haltestelle Strehlener Platz, dann überqueren sie die Strehlener Straße.

Nicht selten fährt dort Auto an Auto, die Kinder müssen lange warten, bis frei ist, oder sie schlängeln sich durch die wartenden Autos hindurch. Nicht ganz ungefährlich. Damit Schüler und Lehrer bald sicherer über die zum Teil stark befahrene Straße kommen, fordert Semper-Schulleiterin Charlotte Krondorf seit vergangenem Jahr eine Mittelinsel, eine Ampel oder einen Zebrastreifen. „Es gibt hier weit und breit keine Möglichkeit, sicher über die Straße zu kommen“, sagt sie. Viel Eltern hätten sich deshalb an sie gewandt mit der Bitte, sich bei der Stadtverwaltung für eine sogenannte Querungshilfe einzusetzen.

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Das versucht Charlotte Krondorf nun schon seit Sommer vergangenen Jahres, als sie die Schulleitung übernahm. „Im August und September haben wir jeweils im Straßen- und Tiefbauamt angefragt, im Oktober kam dann zumindest eine Eingangsbestätigung“, erzählt sie. Dann teilte die Stadt mit, dass zunächst eine Verkehrszählung gemacht werden müsste. Denn eine Querungshilfe gebe es nur, wenn in Spitzenzeiten mehr als 50 Menschen die Straße überqueren. Daraufhin habe Krondorf im November nachgehakt, mit der Bitte um eine schnelle Prüfung, damit die Gefahrenstelle beseitigt werden kann. Dem folgte im Januar ein zweites Schreiben der Schulleiterin, im Mai ein drittes. Und der Hinweis, dass eine Verkehrszählung in den Sommerferien nicht sinnvoll sei, weil dann keine Schüler und Lehrer unterwegs sind.

Nun setzen Leiterin und Eltern auf eine Petition, bei der sich etwa auch das Berufsschulzentrum am Strehlener Platz beteiligen will. Doch es scheint ohnehin Bewegung in die Sache zu kommen: Dresdens neuer Straßenbauamtschef Robert Franke teilt auf SZ-Anfrage mit, dass das STA derzeit eine Querungshilfe in Höhe der Semperstraße prüft. Dazu werden Verkehrszählungen gemacht und die baulichen Voraussetzungen untersucht.

Die Strehlener Straße ist Teil eines ganzen Paketes an Standorten im Stadtgebiet, an denen diese Untersuchungen gemacht werden. Damit hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt. Auf der Prüfliste steht nun auch die Pirnaer Landstraße vor der Montessori-Schule. Frühere Verkehrszählungen vor 2015 hatten dort keinen Anlass für einen Zebrastreifen gegeben, obwohl die Eltern diesen gefordert hatten. „Diese Zählungen sind womöglich nicht mehr repräsentativ“, teilt Verkehrsbürgermeister Raoul-Schmidt-Lamontain (Grüne) auf Anfrage mit. Deshalb wird erneut gezählt.

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