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Lanzenbrechen und Ritterschlag

Das Ritterspektakel weckte die Sehnsucht nach Abenteuer. Mit Dudelsack und am offenen Feuer kam Atmosphäre auf.

Von Benjamin Schuke

Es krachte gewaltig, als Ritter Wenzel seine Lanze in das rote Schild des eben gekürten Ritters Burkhart von Nossens Weinbergen bohrte. Der fiel kurzerhand vom Pferd und trug doch den Sieg davon. Das Publikum applaudierte. Mit dem Ritterturnier wurde im Kloster Altzella zum siebten Mal das Mittelalterspektakel gefeiert.

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Unzählige Stände mit Filzkleidung, Utensilien, Ritterausrüstung, Handwerkskunst und Spielen brachten das Gefühl vergangener Zeiten zurück. Vier Ritter stellten Kämpfe wie im Mittelalter nach. In würdevollen Gewändern mit Pferdedecken in den Farben des jeweiligen Fürstentums traten sie an. Neben den gewaltigen Brustpanzern und Helmen hinterließ vor allem die Beherrschung ihrer Pferde einen authentischen Eindruck.

Renate Demming war mit Ehemann, Tochter und den beiden Enkeln Lorenz (5) und Julius (6) aus Zella gekommen. „Wenn die sich mit den Speeren bekriegen, das sieht sehr echt aus“, sagte sie. „Die Geschwindigkeit beim Reiten hat mich beeindruckt. Das Pferd braucht ja nur mal einen falschen Schritt machen und es wird gefährlich.“ Doch die Gruppe um Vaclav Hata beherrscht jedes Detail so gut, dass jede Bange überflüssig war. Die Pferde gehorchten auf jede Geste.

„Wir üben die Reihenfolge der Bewegungen vorher ganz genau, damit kein Fehler passiert. Das ist unsere Arbeit“, sagte der gebürtige Tscheche, der in Oelsa wohnt. Der Zweikampf mit Axt und Schwert oder das Galoppreiten auf dem „Roland“ – eine drehende Figur in Rüstung – alles saß. Vor dem Hintergrund von Mittelaltermusik sprangen die Ritter auf ihren Pferden vor dem begeisterten Publikum durch brennendes Stroh.

Thomas Zierkuss, der als Marktvogt bei der Künstleragentur „Sündenfrei“ arbeitet, hatte den Großteil seiner Arbeit hinter sich. In eleganten schwarzen Schnabelstiefeln wartete er am Eingang und beobachtete das Treiben nun aus der Ferne. „Die Vorbereitung des Turniers und die Auswahl der Stände haben sehr viel Aufwand gemacht. Wir wollten Reiter finden, die auch ordentliche Stuntmen sind“, sagte der Eventmanager.

Eine fahrende Schmiede, eine Seilerei und andere Handwerke sollten vertreten sein. Steffen Wittke wurde den Maßstäben gerecht. Der Tischlermeister aus Falkenstein aus dem Harz präsentierte an seiner Drehbank aus dem 9. Jahrhundert, wie man Holzlöffel damals schnitzte. „Es gibt leider sehr wenig junge Leute, die so einen Beruf erlernen wollen“, sagte er.

Ingrid Welzig leitet das Schloss Nossen seit 1985. Sie saß am Sonntag am Empfang und ist hoch erfreut über die 5 786 Besucher des Wochenendes. Doch auch ein wenig erstaunt. „Ich merke an den Kindern, dass das Mittelalter wie ein Mythos ist. Das zieht die Leute an.“ Das Kloster biete auch das richtige Ambiente. Hoffentlich gibt es dadurch auch häufigere Nachfragen zu den Schlössern und dem Kloster, sagte sie. Fest und Ritterspektakel bleiben jedoch die spannendere Freizeitbeschäftigung. Der 66-jährige Klaus Zeller kam aus Siebenlehn. „So ein Turnier hatte ich noch nicht gesehen“, sagte er. Er kommt jedes Jahr zu den Ritterspielen.