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Laster kracht auf der B169 in zwei Autos

Beide Autofahrer erleiden bei dem Unfall ein Schleudertrauma. Dem Lkw-Fahrer wird fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Aber ist er auch schuld?

Am Abzweig Jahna war im Mai 2019 auf der B169 ein Laster auf zwei Autos aufgefahren. Der Fall landete jetzt vor Gericht.
Am Abzweig Jahna war im Mai 2019 auf der B169 ein Laster auf zwei Autos aufgefahren. Der Fall landete jetzt vor Gericht. © Dietmar Thomas

Döbeln. Der Großenhainer hatte seinen Lkw Mercedes samt Hänger beladen und war am 13. Mai vergangenen Jahres gegen 8 Uhr auf der B169 in Richtung Döbeln unterwegs, als am Abzweig Jahna der verhängnisvolle Unfall passierte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 63-Jährigen vor, aufgrund von Unachtsamkeit oder ungenügendem Sicherheitsabstand auf einen Ford aufgefahren zu sein. Dieser wurde auf einen Nissan geschoben. Und der Laster schleifte an der Fahrerseite der beiden Autos entlang, bevor er zum Stehen kam.

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Die Fahrerin und der Fahrer der Pkw erlitten beide ein Schleudertrauma. Sie mussten im Krankenhaus ärztlich versorgt werden. Und sie waren zehn beziehungsweise elf Tage krank geschrieben.

Unfallursache: Bremsen an Lkw haben versagt

Der Lasterfahrer erklärt, dass er weder unaufmerksam war, noch zu wenig Sicherheitsabstand eingehalten habe. „Als ich abbremsen wollte, hat eine Bremse nicht richtig funktioniert. Deshalb bin ich aufgefahren“, sagt er in der Verhandlung vor dem Amtsgericht Döbeln. 

Wie es üblich sei, habe er vor Antritt der Fahrt einen Bremstest gemacht. Da sei noch alles in Ordnung gewesen. Eine spätere Überprüfung von Laster und Hänger habe ergeben, dass zum Zeitpunkt des Unfalls die Bremse des Hängers versagt habe.

„Trotz, dass Sie gemerkt haben, dass die Bremsen nicht funktionieren, sind Sie noch weitergefahren?“, fragt Richterin Ines Opitz. Das bestätigt der gelernte Zerspanungsfacharbeiter. Er habe die Ladung zu ihrem Bestimmungsort gebracht und sei zurück nach Meißen gefahren.

Antrag auf vorläufige Einstellung des Verfahrens

„Das kann ich nicht nachvollziehen. Wenn die defekten Bremsen zu so einem Unfall geführt haben, hätten Sie den Lkw stehen lassen müssen“, meint die Richterin und wirft dem Fahrer die Verletzung der Sorgfaltspflicht vor.

Dessen Verteidiger Rechtsanwalt Ralf Braune erklärt, dass die Bremsen ja nicht komplett versagt hätten. Das bestätigten auch die Prüfprotokolle, die später in der Werkstatt angefertigt worden seien. Aber auch er meint: „Selbst, wenn er vorsichtig weiterfährt, ist das bedenklich.“

Da außer dem zwar schmerzlichen, aber heilbaren Schleudertrauma kein weiterer Personenschaden entstanden ist, schlägt der Verteidiger eine vorläufige Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage vor. 

Mit der wären auch die Staatsanwaltschaft und die Richterin einverstanden. Deshalb wird die Verhandlung für einige Minuten unterbrochen, in denen sich der Verteidiger mit dem Angeklagten bespricht.

Geldstrafe fließt an Kinderhospiz Leipzig

Auch der ist mit dieser Lösung einverstanden. Deshalb werden die drei geladenen Zeugen des Unfalls nicht mehr gehört. Sie werden nur über die Einstellung des Verfahrens informiert.

Bis Ende November muss der Laster-Fahrer 1.000 Euro an das Kinderhospiz Bärenherz in Leipzig zahlen. Dass das Geld an eine Einrichtung fließen soll, die Kinder unterstützt, hatte der nicht vorbestrafte Angeklagte selbst vorgeschlagen.

Sobald er den Betrag überwiesen hat, wird das Verfahren komplett eingestellt. Die Kosten dafür trägt die Staatskasse. Seine eigenen Auslagen muss der Angeklagte selbst bezahlen.

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