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Harthaer Einbrecher erneut vor Gericht

Der Mann ist 2019 wegen Diebstahls in Gartenlauben verurteilt worden. Diesmal wird ihm der Besitz kinderpornografischen Schriften vorgeworfen.

Der Angeklagte ist vor dem Amtsgericht Döbeln zu einer Geldstrafe verurteilt worden.
Der Angeklagte ist vor dem Amtsgericht Döbeln zu einer Geldstrafe verurteilt worden. © Symbolfoto: André Braun/Archiv

Döbeln/Hartha. Auf dem Stuhl des Angeklagten nimmt der 40-jährige Mann nicht zum ersten Mal Platz.

Er war im Mai des vergangenen Jahres wegen 18-fachen schweren Einbruchsdiebstahls angeklagt worden. Das Urteil lautete damals zwei Jahre Haft, ausgesetzt zu vier Jahren Bewährung, und 100 Sozialstunden. 

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Im Jahr 2018 hatte es in Hartha, Leisnig und Waldheim mehr als 100 Einbrüche in Gartenlauben gegeben. 16 Taten konnten dem Harthaer zumindest teilweise nachgewiesen und vorgeworfen werden.

Die Tat, weshalb der Angeklagten jetzt vor dem Amtsgericht Döbeln steht, hat mit Einbruch jedoch nichts zu tun. Diesmal wird ihm vorgeworfen, pornografische Schriften besessen zu haben. 

Auf einer Festplatte, einem USB-Stick und zwei Micro-SD-Karten waren über 30 Bilder gefunden worden. Darauf sind Mädchen, im Alter deutlich unter 14 Jahren, bei sexuellen Handlungen oder in unnatürlichen Posen zu sehen.

Verteidiger bittet um ein Rechtsgespräch

Rechtsanwalt Thomas H. Fischer, der Verteidiger des Harthaers, bat das Schöffengericht und die Staatsanwaltschaft um ein Rechtsgespräch. In diesem hätten die Parteien rechtliche Dinge erwogen, wie Richterin Karin Fahlberg danach sagte. Zu einer Verständigung sei man nicht gekommen.

Die Richterin kommt also nicht umhin, den Angeklagten konkret nach den Bildern zu fragen. „Ich habe so etwas gehabt“, räumt dieser ein. Gemeinsam mit seinem Anwalt, der Richterin und der Staatsanwältin geht er die in der Akte aufgeführten Bilder durch. Einige erkennt er wieder, bei anderen bestreitet er, diese besessen zu haben. 

„Woher hatten sie die Bilder?“, will Richterin Fahlberg wissen. Er habe sie aus dem Internet heruntergeladen, so der Angeklagte. Auf die Frage, ob er erwogen habe, eine Therapie zu machen, antwortet der 40-Jährige ausweichend. „Das war mehr oder weniger nur so eine Phase“, sagt er.

Urteil soll eine Warnung sein

Letztendlich wird die Zahl der Bilder, die der Angeklagte besessen haben soll, reduziert. Im Raum stehen nun etwas mehr als zehn Aufnahmen. „Dennoch bleibt es eine Straftat“, sagt die Staatsanwältin in ihrem Schlussplädoyer. Zugunsten des Angeklagten sei zu werten, dass er die Tat gestanden habe. Sie hält eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 50 Euro für angemessen. Die nachträgliche Bildung einer Gesamtstrafe ziehe sie nicht in Erwägung.

Rechtsanwalt Fischer sieht die Bildung einer Gesamtstrafe als favorisierte Variante. „Wenn das Gericht eine Geldstrafe ausspricht, dann muss betont werden, dass es auf die Bildung einer Gesamtstrafe verzichtet hat“, sagte der Verteidiger.

Dies bestätigt Richterin Fahlberg in der Urteilsverkündung. Der Angeklagte bekommt eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 35 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte habe die Bilder zwar besessen, sie aber nicht weiterverbreitet. Doch schon der Besitz solcher Bilder sei strafbar. „Jedes Bild, das sie aus dem Internet herunterladen, bedeutet, dass ein Kind missbraucht wurde“, macht Karin Fahlberg klar. 

Bei der Bildung der Tagessatzhöhe habe das Gericht andere Belange berücksichtigt. Die Richterin führt Zahlungen auf, die der Angeklagte, der inzwischen auch eine feste Arbeitsstelle hat, an die Geschädigten aus den Garteneinbrüchen leistet. 50 Euro stottert er nach eigenen Angaben jeden Monat ab. 

„Das Urteil ist für sie als letzter Warnschuss zu betrachten. Ich will Sie hier nicht mehr sehen“, gibt die Richterin dem Angeklagten mit auf den Weg.

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