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Eine engagierte Gemeindepädagogin geht

Viele Jahre stand Katrin Küttner im Dienst der Kirche ihre Frau. Nun verlässt die Lauensteinerin das Osterzgebirge und geht in den Süden.

Katrin Küttner half auch dabei mit, die Eishalle in Geising mit Grünpflanzen zu schmücken, damit dort eine kirchliche Veranstaltung stattfinden kann.
Katrin Küttner half auch dabei mit, die Eishalle in Geising mit Grünpflanzen zu schmücken, damit dort eine kirchliche Veranstaltung stattfinden kann. © Egbert Kamprath

Die evangelische Kirche im Osterzgebirge verliert eine ihrer engagiertesten Mitarbeiterinnen. Katrin Küttner verlässt nach vielen Jahren ehren- und hauptamtlicher Arbeit mit Kindern die Region und zieht aus familiären Gründen nach Calw in den Nordschwarzwald. Dort wird sie in einer Klinik mit Schwerpunkt forensische Psychiatrie arbeiten.

Die Lauensteinerin war im Osterzgebirge auf vielen Ebenen aktiv. Viele Jahre arbeitete sie als Gemeindepädagogin, seit 2002 wurde sie in der Kirche fest angestellt. Bis zur Corona-Krise hielt sie die Christenlehren in Lauenstein, Geising und Altenberg. Außerdem bot sie den Kindern weitere Formate an. Zudem ist sie als Religionslehrerin tätig. Bis zum Ende dieses Schuljahres wird sie an Grundschulen in Lauenstein, Altenberg und Frauenstein unterrichten, teilt Altenbergs Pfarrer David Keller mit.

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Viele Jahre Kirchenführerin

Den Kirchgemeinden rund um Altenberg wird es schwerfallen, die Lücke zu schließen, die Katrin Küttner hinterlassen wird. „Die Kinder lieben sie. Katrin Küttner kann Bibelgeschichten eindrücklich den Kindern erzählen. Dabei kennt ihre Kreativität keine Grenzen“, sagt Geisings Pfarrer Markus Schuffenhauer. „Sie entwickelte viele Formate neu", ergänzt Pfarrer Keller. Sie habe es geschafft, Themen der Bibel auf die heutige Zeit anzupassen. Exemplarisch dafür sei der Minikidsclub am Sonnabendvormittag.

Die Lauensteinerin war von 1997 bis 2016 auch als Kirchenführerin in ihrem Heimatort unterwegs, unterstützte die Sanierung der Lauensteiner Kirche und half maßgeblich beim Organisieren der Reformationsfeste in Lauenstein mit. Im historischen Gewand spielte sie dort als Luthers Ehefrau Katharina von Bora eine wichtige Rolle.

Bei den Reformationsfesten in Lauenstein schlüpfte Katrin Küttner in die Rolle von Luthers Frau, Katharina von Bora. Sie war eine der Hauptorganisation dieser Feste. Deshalb möchte sie bei der nächsten Neuauflage dabeisein.
Bei den Reformationsfesten in Lauenstein schlüpfte Katrin Küttner in die Rolle von Luthers Frau, Katharina von Bora. Sie war eine der Hauptorganisation dieser Feste. Deshalb möchte sie bei der nächsten Neuauflage dabeisein. © privat
Mit Mark Müller von der Kirchgemeinde und Pfarrerin Sabine Hacker (Mitte) füllte Katrin Küttner im Mai 2014 die Kupferröhre mit Zeitungen, Geld und Berichten für die Turmkugel der Lauensteiner Kirche, die erneuert wurde.
Mit Mark Müller von der Kirchgemeinde und Pfarrerin Sabine Hacker (Mitte) füllte Katrin Küttner im Mai 2014 die Kupferröhre mit Zeitungen, Geld und Berichten für die Turmkugel der Lauensteiner Kirche, die erneuert wurde. © Egbert Kamprath
Die Stadtkirche St. Marien und Laurentin in Lauenstein ist ein sehr sehenswertes Gotteshaus. Über viele Jahre führte Katrin Küttner interessierte Besucher durch das Gebäude, so auch zu den Lauensteiner Kulturtagen.
Die Stadtkirche St. Marien und Laurentin in Lauenstein ist ein sehr sehenswertes Gotteshaus. Über viele Jahre führte Katrin Küttner interessierte Besucher durch das Gebäude, so auch zu den Lauensteiner Kulturtagen. © André Wiersig

Und wie geht es der Lauensteinerin mit dem Abschied? „Es ist schwer, die irdische Heimat loszulassen – auch wenn man weiß, dass meine Heimat im Himmel ist“, sagt Katrin Küttner, die auf einem Umweg zum Beruf der Gemeindepädagogin fand. Denn zuerst wählte sie den Beruf der Krankenschwester. In einem 6,5 Jahre dauernden berufsbegleitenden Studium ließ sie sich in Moritzburg zur Gemeinde- und Religionspädagogin ausbilden. Danach hat sie sich der Glaubensvermittlung an Kinder zugewandt. „Ich habe die Arbeit hier sehr gern gemacht", sagt sie. "Die Kinder habe ich als Glaubensgeschwister erlebt, war Ansprechpartner auf Augenhöhe."

Besondere Momente waren für sie das Vorbereiten und Aufführen von Musicals und die Jungscharwochenenden. "Besonders schön war es, wenn meine ganze Familie mit dabei war." An diese Momente erinnert sie sich heute noch gern. Dem Osterzgebirge bleibt sie weiter verbunden. Nicht zuletzt, weil vier ihrer fünf Kinder hierbleiben. Sie sind erwachsen und stehen im Berufsleben. Schon deshalb werde sie immer wieder zurückkehren. Einen Termin hat sich die 53-Jährige im Kalender fest vorgemerkt. Im kommenden Jahr soll es in Lauenstein wieder ein Reformationsfest geben. "Wenn ich frei bekomme, werde ich dabei sein." 

Katrin Küttner wird in einem Gottesdienst am Sonntag, 5. Juli, Beginn 10 Uhr, in der Kirche in Lauenstein verabschiedet. Dieser wird von verschiedenen Gruppen musikalisch gestaltet. "Es wird die Möglichkeit geben, Abschiedsgeschenke und Grüße an Katrin Küttner zu richten", sagt Pfarrer Keller.

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