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Wie der Lausche-Turm eröffnet wird

Corona hat die ursprünglichen Pläne vom Gipfelfest am Tag der Oberlausitz zunichte gemacht. Ein Gipfeltreffen mit hohem Staatsbesuch gibt es Freitag dennoch.

Dieser Blick wird sich fortan für alle Wanderer vom höchsten Berg im Zittauer Gebirge eröffnen. Am Freitagnachmittag wird der Turm zum Aufstieg freigegeben.
Dieser Blick wird sich fortan für alle Wanderer vom höchsten Berg im Zittauer Gebirge eröffnen. Am Freitagnachmittag wird der Turm zum Aufstieg freigegeben. © Matthias Weber/photoweber.de

Dieser 21. August - der Tag der Oberlausitz - wird für den Großschönauer Ortsteil Waltersdorf ein ganz besonderer: Die neue Aussichtsplattform auf dem 793 Meter hohen Lauschegipfel ist fertig und wird für den Aufstieg freigegeben. Der höchste Berg des Zittauer Gebirges bekommt damit nach einem Dreivierteljahrhundert wieder ein lohnendes Ziel.

Auf diesen Tag hat die Gemeinde Großschönau - und allen voran Bürgermeister Frank Peuker (parteilos) - beharrlich hingearbeitet. Seit im Januar 1946 die alte Lauschebaude vollständig niedergebrannt war, gab es auf dem Gipfel bis dato nur noch ein paar Mauerreste. Zwar hatte es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Bestrebungen gegeben, die Lausche neu zu bebauen. Doch die Versuche waren aus unterschiedlichen Gründen immer wieder gescheitert.

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Auch Frank Peuker brauchte einen langen Atem und 13 Jahre zähes Dicke-Bretter-Bohren: 2007 hatte er als Bürgermeister eine öffentliche Diskussion zur Neugestaltung des Lauscheplateaus in Gang gesetzt. Es folgte ein Ideenwettbewerb. Es gab lange Klärungs- und Abstimmungsrunden über Möglichkeiten, Machbarkeiten und Naturschutzbelange. Es gab auch die unvermeidliche Feststellung: Auf dem Gipfel, der nicht mit Medien erschlossen ist, wird keine neue Baude mehr gebaut werden können. Und dann, 2016, gab es ein Projekt:

Ein Aussichtsturm wird gebaut! "Und auch das war noch schwierig genug", erinnert sich Frank Peuker. Viele Details mussten geklärt, Unwägbarkeiten ausgeräumt und Partner überzeugt werden. "Schon aufgrund der besonderen Lage war diese Baustelle auf dem Gipfel ein sehr ambitioniertes und schwieriges Vorhaben". 

Und nicht zuletzt auch ein sehr spektakuläres: Denn das Baumaterial - der Beton für das Fundament und die vorgefertigten Stahlteile für die Turm-Konstruktion - wurden per Transporthubschrauber auf den Gipfel gebracht.

Ministerpräsident kommt zur Eröffnung

Schon lange hatte sich Frank Peuker den Tag der Oberlausitz am 21. August als Einweihungs-Termin gewünscht. Und der Termin kann auch gehalten werden. Die Aussichtsplattform ist rechtzeitig fertig geworden. Es sollte ein schönes kleines Fest auf dem Lauschegipfel geben - mit Besuchern von deutscher und tschechischer Seite.

Aber das Corona-Virus hat die ursprünglichen Pläne zunichte gemacht. Ein offizieller Festakt auf dem Gipfel kann unter den Bedingungen der Corona-Schutzmaßnahmen nicht stattfinden. Auch auf das geplante Rahmenprogramm oder eine Bewirtung muss verzichtet werden. "In Großschönau und Umgebung ist bisher kein Infektions- oder Krankheitsfall bekannt", sagt der Bürgermeister. Wer zur Eröffnung kommen will, wird aber gebeten, die bekannten Regelungen einzuhalten.

Ein kleines Gipfeltreffen auf dem Gipfel wird die Turmeinweihung dennoch: Zwar mit weniger Gästen, dafür aber mit einem sehr prominenten: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der in Waltersdorf sein Ferienhaus hat, wird die Plattform am Freitag gegen 16 Uhr gemeinsam mit Frank Peuker und Martin Puta, dem Hauptmann des Bezirks Liberec (Reichenberg), eröffnen.

Den Großschönauer Bürgermeister freut das sehr. Er weiß ja auch schon, was die Wanderer auf der Lausche künftig erwartet: „Die neue Aussichtsplattform fügt sich hervorragend in das Landschaftsbild des Zittauer- und Lausitzer Gebirges ein", schwärmt er. "Und erst der neue Rundblick, der sich vom Turm eröffnet: Der ist einfach grandios, vor allem die unerwartet schöne Blickbeziehung über den Hochwald zum Jeschken und in das Böhmische Paradies". 

Spannende Ausstellung im Naturparkhaus

Bereits um 10 Uhr wird am Freitag im Naturparkhaus Waltersdorf eine Ausstellung zur Lausche eröffnet. Auf sieben Tafeln können Besucher Interessantes zur Geschichte und und zum Baugeschehen erfahren. Die Ausstellung ab Freitag kann täglich ab 12 Uhr besichtigt werden. 

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Mit der Übergabe des Aussichtsturms sind die Arbeiten auf dem Berg noch nicht ganz abgeschlossen, sagt der Bürgermeister. Im jetzigen Technikgebäude wird noch ein Schutzraum eingerichtet, zusätzlich wird eine weitere Trockenmauer saniert werden. Vollständig sollen die Arbeiten Ende Oktober abgeschlossen sein. Das gesamte Lausche-Projekt hat rund  950.000 Euro gekostet. Es wird vom Bund und dem Freistaat Sachsen großzügig unterstützt. Die Gemeinde Großschönau hat Eigenmittel von rund 110.000 Euro bereitgestellt.

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