SZ +
Merken

Lautex-Wanderausstellung findet eine Heimstatt

Leutersdorf. Ehemalige „Lautexer“ richten ein kleines Museum der Textilindustrie ein.

Teilen
Folgen

Von Angelika Dornich

Jeden Mittwoch trifft sich im Haus2 der einstigen Leutersdorfer Mittelschule die ehrenamtliche Arbeitsgruppe „Lautex-Erinnerungen“. „In den nächsten Wochen werden wir an mehreren Tagen hier sein“, sagt Koordinatorin Margitta Sander. „Wir haben Zeitdruck, am 29.März soll die Dauerausstellung feierlich eröffnet werden.“

Der Grundstock dafür wurde mit der Wanderausstellung „Lautex-Erinnerungen“ gelegt, die bis August 2007 zehnmal an früheren Lautex-Standorten mit großer Resonanz gezeigt wurde. Immerhin hatte der Textilgroßbetrieb zu Spitzenzeiten rund 15000Mitarbeiter und prägte das Leben in vielen Orten. Beeindruckt von der Ausstellung, brachten ehemalige Lautexer weiteres Material: jahrzehntealte Stoffproben, Spulen, Fotos, Brigadebücher, Zeitungsartikel. „Das motivierte uns, nach einem Dauerstandort zu suchen“, berichtet Margitta Sander, die selbst bei Lautex in Schönbach arbeitete. Der günstigste wurde von der Gemeinde Leutersdorf angeboten. „Ohne deren Hilfe und mittlerweile auch die Unterstützung durch die Stadt Neugersdorf wären wir nicht so vorangekommen.“

Seit dem Spätsommer richtet die Arbeitsgruppe die Ausstellungsräume ein. Zum festen Stamm gehören zehn Ehrenamtliche. „Da wir auf diesem Gebiet Laien sind, haben wir uns einen Fachmann, einen Grafiker aus Neugersdorf, dazugeholt“, sagt Margitta Sander.

Im ersten Raum, der den Lautex-Teilbetrieben Neugersdorf und Zittau mit ihren Werken gewidmet ist, sind sie schon am weitesten. Im Raum für die Teilbetriebe Oderwitz und Neusalza-Spremberg wie auch Frottana muss noch der Fußboden gelegt werden und im dritten wird gerade ein Handwebstuhl wieder in Gang gebracht.

„Es soll kein technisches Museum werden und wir wollen nicht nur die Geschichte von Lautex darstellen, sondern auch zeigen, dass es die Textilindustrie in der Oberlausitz noch gibt“, sagen die Akteure. So werden sich auch einige noch existierende Betriebe präsentieren. Bis jetzt haben sich acht angemeldet. Schließlich soll die Dauerausstellung auch für Besucher interessant sein, die keinen Bezug zu Lautex haben und nicht aus der Region sind.