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Problem-Haltestelle: Eltern schlagen Alarm

Am ersten Schultag haben die Kinder neben einer Riesenpfütze ungeschützt im Regen auf den Bus gewartet. Für das Problem gibt's nun gleich zwei Lösungen.

Problemhaltestelle Lawalde: Für Schüler, die hier auf den Bus warten, gibt es weder Sicherheit noch Unterschlupf - gegenüber hingegen schon.
Problemhaltestelle Lawalde: Für Schüler, die hier auf den Bus warten, gibt es weder Sicherheit noch Unterschlupf - gegenüber hingegen schon. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Der Himmel hat geweint am ersten Schultag nach den Ferien. Den Eltern der Lawalder Schulkinder, die vis-a-vis vorm Seniorenhäus'l auf den Bus warten, standen allerdings auch Tränen in den Augen - Tränen der Wut beim Anblick der Haltestelle: Eine Riesenpfütze breitet sich dort aus, wo die Kinder auf den Bus warten sollen. Kein Häuschen zum Unterstellen, kein Licht, nicht einmal eine ordentliche Markierung oder Abgrenzung zur Fahrbahn gibt es hier. "Was für ein Armutszeugnis!!! An dieser Stelle könnte man Steuergelder mal für was Sinnvolles nutzen, nämlich die Sicherheit unserer Kinder!", schreibt ein Vater auf Facebook und wirbt um Unterstützung für sein Ansinnen.

Dabei muss er das gar nicht - wie sich bei einer Nachfrage bei Bürgermeisterin Nadja Kneschke herausstellt. "Die Bushaltestelle wird noch in diesem Herbst saniert", betont die parteilose Ortschefin. Dass der Zustand problematisch ist, ist seit Jahren Thema in der Gemeinde. "Aber wir haben einfach nicht die Mittel, um mal eben nebenbei die Bushaltestelle den Vorschriften entsprechend zu sanieren", erklärt sie. Da kam der Gemeinde die Ausschreibung des sogenannten Kleinprojektefonds über das Förderprogramm für ländliche Entwicklung mit Namen Leader zu passe. "Dort haben wir uns beworben und es klappt", freut sich die Bürgermeisterin. Nur war diese frohe Botschaft offenbar noch nicht bei den Lawaldern angekommen - mittlerweile steht sie aber noch einmal explizit auf der Internetseite.

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Gemeinde hat das schon lange auf Agenda

Es sei zudem auch nicht so, dass die Gemeinde nicht auch schon zuvor versucht hat, eine Lösung zum Wohle der Kinder zu finden: "Wir haben seit Jahren Beschwerden wegen der Haltestelle, vor etwa zwei Jahren hatte dann eine Mutti vorgeschlagen, dass die Kinder auf der gegenüberliegenden Straßenseite im dortigen Bushäuschen warten sollen", erinnert sie sich. Die Schulkinder hätten dann mit dem Bus eine kleine Schleife über Lauba fahren müssen, wären also einfach ein paar Haltestellen früher zugestiegen. "Aber das ging aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht", sagt die Bürgermeisterin, die sich noch genau an den Grund der Ablehnung erinnern kann.

Nun geht dies aber offensichtlich. Denn seit diesem Dienstag steigen alle Schüler ganz offiziell auf eben jener gegenüberliegenden Seite ein, drehen mit dem Bus eine Extra-Schleife und fahren dann zur Schule. "Das war mit dem Landkreis auch mit Blick auf die momentane Baustellensituation im Ort mit dem Beginn des Schuljahres ohnehin so abgesprochen", erklärt der Chef der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck (KVG), Alfons Dienel. Und der Landkreis bestätigt das auch auf SZ-Nachfrage: "Ja, das ist richtig. Die Fahrplanänderung auf der Linie S10 zur Grundschule Kleindehsa wurde bereits im Juli zum kleinen Fahrplanwechsel am 23. August bei der KVG so bestellt", teilt Sprecherin Franziska Glaubitz mit. Mit dem Unmut der Eltern auf Facebook oder Beschwerden beim Amt habe diese neue Lösung jedenfalls nichts zu tun - das war bereits vorab so anvisiert. 

Extraschlenker dauert nicht lange

Dass die Gemeinde - oder die Bürgermeisterin - mit diesem Ansinnen schon einmal beim Kreis oder der KVG vorgesprochen habe, ist dort niemandem bewusst oder bekannt. Auch die Aussage, dass damals aus versicherungsrechtlichen Gründen eine Ablehnung erfolgte, ergebe aus Sicht des Landkreises keinen Sinn. "Wäre dem Straßenverkehrsamt das Problem schon früher bekannt gewesen, hätte die jetzige Lösung jederzeit schon kurzfristig umgesetzt werden können", erklärt die Sprecherin. Eine derartige Fahrplanänderung habe jedenfalls keine versicherungsrechtlichen Auswirkungen.

Auch wenn die Bürgermeisterin bei ihrer Angabe bleibt, diese Variante schon einmal erörtert zu haben, ist sie dennoch vor allem froh, dass es jetzt auch ganz offiziell eine Verbesserung gibt. Denn am Ende gehe es um die Sicherheit der Kinder. Die müssen für den kleinen Extraschlenker, den sie mit dem Bus fahren, auch nicht viel früher aufstehen: "Das sind nur ein paar Minuten - statt 7.11 Uhr fährt der Bus auf der anderen Seite 7.07 Uhr", sagt KVG-Chef Alfons Dienel.

Befristet ist diese Lösung aus Sicht des Kreises nicht. Selbst wenn die Gemeinde die Arbeiten abgeschlossen hat, endet die Möglichkeit nicht automatisch. Zumal auch nicht geplant ist, ein Wartehäuschen an der desolaten Haltestelle zu bauen. "Wir haben das im ganzen Ort immer so gehalten, dass immer nur auf einer Seite ein Wartehäuschen gebaut wird", erklärt Frau Kneschke. Geplant ist aber, eine Aufstellfläche zu errichten, damit der Wartebereich gegenüber der Straße klar abgegrenzt und nicht auf gleicher Höhe ist - zugunsten von Sicherheit und Übersichtlichkeit.

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