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Lebensgefährliche Brücke

Seit vorigem Freitag ist die Brücke am Neidberg gesperrt. Morsche Bretter sind nicht das einzige Problem des Bauwerks.

Von Ines Mallek-Klein

Am Fuße des Neidbergs ist Gefahr im Verzug. Die Brücke ist in einem schlechten Zustand. Das weiß die Gemeinde schon länger. Nicht umsonst soll die Brücke saniert werden. Sie steht in der Prioritätenliste der Baumaßnahmen nach den Hochwassern von 2010 und 2013 ganz weit oben.

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Doch passiert ist nichts, zumindest nicht bis zum vorigen Freitag. Da herrschte plötzlich helle Aufregung. Ein Anwohner hatte Alarm geschlagen. Er sprach von durchgefaulten Brückenbrettern. Bürgermeister Gebhard Moritz wandte sich umgehend in einer E-Mail an das Königsteiner Hauptamt und bat darin um Maßnahmen zur Verkehrssicherung.

Königstein entsandte sofort zwei Fachleute vom Bau- und Ordnungsamt zu der Brücke. Die brauchten nicht lange für ihre Diagnose. Nicht nur die Bretter sind kaputt, auch die stützenden Eisenträger sind völlig marode. „Es besteht eine erhebliche Gefahr für Leben und Gesundheit von Personen sowie für Sachwerte“, heißt es aus dem Königsteiner Rathaus. Die logische Folge ist die komplette Sperrung der Brücke. Die entsprechenden Schilder wurden am Freitagmittag aufgestellt.

Wie lange sie stehenbleiben werden, ist noch offen. Am Dienstag war ein Experte am Ufer der Biela unterwegs. Er wird seine Prüfergebnisse in etwa 14 Tagen vorlegen. Erst dann wird feststehen, ob die Brücke mit einer Tonnagebegrenzung zumindest für die Anwohner und ihre Autos mit einer Beschränkung bis 2,8 Tonnen wieder freigegeben werden kann.

Sie erreichen ihre Grundstücke jetzt vom Ortsteil Rosenthal über die Alte Rosenthaler Straße/Rosenthaler Straße und über die Reichsteiner Straße. Für letztere Zufahrt gilt allerdings eine Begrenzung auf 3,5 Tonnen. Die Einschränkung wurde bei der letzten Verkehrsschau getroffen. Grund ist eine kaputte Mauer.

Wenn das Gutachten des Brückenprüfers vorliegt, soll über die neue Verkehrsführung entschieden werden, sagt Frieder Haase als Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft. Die Anwohner werden dann eine Postwurfsendung erhalten. Unter ihnen sind auch einige Gewerbetreibende. Bürgermeister Moritz hat noch eilig versucht, sie am Freitag von der drohenden Sperrung zu informieren. „Das ist mir leider nicht bei allen gelungen“, sagt er.

Die Brücke muss dringend saniert werden, darin herrscht unter allen Beteiligten Einigkeit. Die Baukosten wurden mit rund 70 000 Euro veranschlagt. Ob es dabei bleibt, wird erst feststehen, wenn die entsprechenden Planungen vorliegen, sagt Frieder Haase. Das könnte schon in den nächsten Wochen passieren.

Der Aufwand ist allerdings größer als bei einem normalen Straßenbauprojekt. Die untere Wasserbehörde muss ihr Okay zu dem Vorhaben geben. Ob es allerdings noch in diesem Jahr einen Baubeginn geben wird, hängt vor allem vom Wetter ab. Die Gemeinderäte in Rosenthal drängen indes auf eine schnelle Lösung. Die beiden Umleitungsstrecken sind im Winter nur bedingt eine Alternative, erklärten sie am Montag bei ihrer letzten Sitzung im alten Kreis. Die Brückensanierung ist eine von insgesamt 30 Maßnahmen zur Beseitigung der Hochwasserschäden in Rosenthal.