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Lebensweisheiten eines Offiziers

Bruno Pohl war Schlosser in der Textima, dann ging er zu den bewaffneten Kräften. Fast 80- Jährig schrieb er sein Leben auf.

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Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Bruno Pohls Leben muss ein Auf und Ab gewesen sein. So jedenfalls nannte der ehemalige Großenhainer seine autobiografische Erzählung, die im April im Nora-Verlag Berlin erschienen ist. Schon die ersten Lebensjahre stimmen damit wohl überein. Pohl wuchs in Schlesien auf, wurde mit elf Jahren zwangsumgesiedelt, das heißt, er musste fliehen. Nach einigen Wochen im Kreis Döbeln kam die Familie in den Kreis Großenhain nach Göhra. „Bis 1948 besuchte ich die Schule in Reinersdorf und bis 1950 die Geschwister-Scholl-Oberschule Großenhain“, erinnert sich Bruno Pohl. In der Textima erlernte er den Beruf eines Schlossers. Bis 1952 wohnten die Pohls auf der Dresdner Straße.

Nach der Ausbildung trat Bruno Pohl in die bewaffneten Kräfte ein, die fortan sein Dasein bestimmten: kasernierte Volkspolizei, Nationale Volksarmee, Zivilverteidigung und Zivilschutz. Er brachte es bis zum Offizier. Pohl schreibt in seinem 448 Seiten starken Buch aber auch über die damaligen Großenhainer Betriebe. Doch in der Hauptsache schildert er schon akribisch die Arbeit in den Truppenteilen und Stäben: auch Förderung und Herabsetzung, ein bewegtes Familienleben. „Es war eine ungewöhnliche und doch auch typische Entwicklung“, bilanziert Pohl.

Nora Verlag Berlin, 24 Euro