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Leckere Pelmeni gefällig?

Der Weihnachtsmarkt lockt auch in diesem Jahr wieder mit allerlei Leckereien. Sogar mit russischen Spezialitäten.

Von Catharina Karlshaus

Annemarie Meißner ist fest entschlossen: Die Waldaerin möchte heute Mittag gern einen Teller Borschtsch essen. „Ich wollte diesen traditionellen Eintopf aus Roter Beete nämlich schon immer gern einmal kosten“, sagt sie lachend, schiebt den ersten Löffel in den Mund und nickt dann anerkennend. Offensichtlich scheint die deftige Mixtur aus verschiedenen Gemüsen zu schmecken – und nicht nur ihr. Inzwischen hat sich am Stand von Dmitri Bela eine kleine Schlange gebildet. Pelmeni mit Hackfleischfüllung wird ebenso verlangt wie Tschebureki, ein halbrundes Etwas, das köstlich duftet. Wer sich die Wartezeit verkürzen will, kann sich vom Teller mit rustikalem Brot nebst Speck und reichlich Zwiebeln bedienen. „Es ist alles ganz frisch zubereitet“, versichert Dmitri Bela.

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Die besten Angebote des Jahres gibt´s traditionell am letzten Freitag im November: beim SALE Friday.

Der 32-Jährige, der 1996 mit seiner Familie aus Kasachstan nach Großenhain gekommen ist, betreibt seit einiger Zeit gemeinsam mit seiner Frau ein Spezialitätenrestaurant in Riesa. Da es vom Hochwasser im Mai nicht verschont geblieben ist und vorübergehend geschlossen werden musste, versucht sich Bela nun erstmals mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt. Seine besondere Spezialität dabei: frisch zubereitete Pelmeni. Und frisch ist dabei nicht nur ein werbewirksames Wort. Die ursprünglich aus Tatarstan und Sibirien stammenden, in Wasser oder Brühe gekochten und mit Fleisch gefüllten Teigtaschen werden wirklich vor den Augen der Marktbesucher hergestellt. Während Dmitris Großmutter für die runde Form dazu noch Löffel oder den Unterrand eines Trinkglases nutzte, gelingt das kleine Teigblättchen mittlerweile am besten durch eine im Handel erhältliche Form.

Der Teig der Pelmeni – die ganz nach Belieben als Suppeneinlage oder Hauptgericht gegessen werden können – besteht dabei lediglich aus Mehl, Salz und Wasser. „Pelmeni gehören bei uns einfach dazu. Das Weihnachtsfest wäre undenkbar ohne sie“, gesteht Dmitri Bela. Allerdings gibt der Vater eines Sohnes zu, dass er sich nach all den vielen Jahren in Deutschland durchaus an hiesige Traditionen gewöhnt habe. So würde er eine Gans mit Rotkraut und Klößen an den Feiertagen durchaus nicht verachten. Bis es allerdings so weit ist, verbringt er noch ein paar Tage auf dem Großenhainer Markt. Möglich, dass auch Annemarie Meißner mit ihrem Enkeljungen noch einmal bei ihm am Stand vorbei schaut. „Geschmeckt hat es uns jedenfalls!“