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Leer stehende Baracke wird moderne Tagespflegestätte

An der „Großen Seite“ entsteht eine Tagespflege für 18 Personen und ein Begegnungszentrum.

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Von Holger Gutte

Altbernsdorf wird einen Schandfleck los. In die ehemalige Verwaltungsbaracke der LPG, in der sich zuletzt auch eine Arztpraxis und eine Filiale der Volksbank befanden, zieht wieder Leben. Anett Seitz und ihr Mann Volkmar haben die 350 Quadratmeter große Baracke samt 2000 Quadratmeter Grundstück gekauft. Anett Seitz will das Gebäude für eine Tagespflegestätte ausbauen, in der es auch eine für alle offene Begegnungsstätte geben soll. Die 44-Jährige ist seit 1993 selbstständig im Pflegedienst aktiv. Rund 60 Personen betreut sie derzeit mit ihren zehn Mitarbeitern von ihrem Pflegestützpunkt am Wohnhaus in Schönau-Berzdorf. Der Personenkreis, den sie mit ihrer „Häuslichen Krankenpflege Seitz“ betreut, reicht bis Löbau.

„An der häuslichen Krankenpflege in Schönau ändert sich nichts“, sagt sie. Das Projekt in Altbernsdorf ist vielmehr eine Idee, die ihr schon lange durch den Kopf geht. Bei ihrer täglichen Arbeit hört sie oft, dass Interesse an einer Tagespflege besteht. 18 Plätze richtet sie dafür jetzt in Altbernsdorf ein. Vier Arbeitsplätze entstehen dabei. Unter dem Motto „Leben auf dem Lande“ sollen sich in der Einrichtung vor allem Männer und Frauen aus der Umgebung wohl fühlen. Neben Pflege- und Ruheräumen richtet Anett Seitz auch ein Therapiezimmer zum Sporttreiben ein. Geplant ist ebenso ein Nostalgiezimmer, dass wie zu DDR-Zeiten möbliert wird. „Die Leute sollen sich auch mal zurückerinnern können. Ich will sie aus ihrer Vereinsamung herausholen“, sagt Anett Seitz. Dabei könnten ihr auch kleine Haustiere, wie beispielsweise Wellensittiche oder ein Aquarium, hilfreich sein.

In den zehn Räumen der Tagespflege gibt es zudem einen Veranstaltungsraum für Gesprächskreise. Hierin wären ebenso Familienfeiern möglich. Und in der Wohnküche können sich die Frauen und Männer auch selber kleinere Speisen zubereiten. Anett Seitz will zudem eine mobile Fußpflege und einen Friseur für regelmäßige Sprechzeiten ins Haus holen.

Dezember ist Baubeginn

Ein Name für die Baracke unmittelbar vor dem ehemaligen Edeka-Markt ist schon gefunden. „Haus Pließnitz“ wird das Gebäude heißen und einen hellblauen Farbton erhalten, den Anett Seitz bereits für ihre häusliche Krankenpflege benutzt. Als eine der ersten Arbeiten an der Baracke ist das Dach mit neuen Dachpappelagen versehen worden. Wo er kann, packt Volkmar Seitz als Hausmeister mit an. Ab 1. Dezember geht der Innenausbau los. Die Fassade wird gedämmt und verputzt sowie der Anbau teilweise abgerissen, Nur ein Rest davon bleibt für die Heizung stehen. Zum Haus soll es nur noch eine Zufahrt geben. Dafür gibt es mehr Grünfläche mit Kräuter- und Blumengarten und Sitzecke. Im April soll die Tagespflege öffnen.