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Leerstand in Rothenburger Wohnungen befürchtet

An der Südstraße werden derzeit mehrere Häuser barrierefrei umgebaut. Mancher Stadtrat sieht das skeptisch.

Von Katja Schlenker

Rothenburg. Drei Wohnblöcke an der Rothenburger Südstraße werden momentan Stück für Stück saniert. Doch wer soll dort einmal einziehen?, fragt Stadtrat Torsten Steinert in der jüngsten Sitzung. Wer mit offenen Augen dort vorbeigehe, stelle keinen Fortgang fest, meint er. Eines der Gebäude ist bereits saniert worden, hat einen Fahrstuhl angebaut bekommen, damit die Wohnungen auch barrierefrei zu erreichen sind. Das wird besonders im Alter wichtig, wenn zum Beispiel das Treppensteigen nicht mehr so gut funktioniert.

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Die Vivat Rothenburg GmbH & Co. KG investiert in die Wohnblöcke. Am Ende sollen alle drei Gebäude modernisiert werden. Laut der Internetseite des Unternehmens gibt es 137 Wohnungen an der Südstraße 1 bis 12. Zu jedem Haus gehören vier Aufgänge mit 10 bis 14 Wohnungen zwischen 27,7 und 80 Quadratmetern. An der Südseite gibt es Balkone.

„Es ist schön, wenn saniert wird“, sagt Torsten Steinert. „Doch wo sollen wir die Leute herholen, um den Leerstand zu füllen?“ Dass Menschen aus der Umgebung dann nach Rothenburg ziehen, sei eher ein Wunschgedanke, der Stadtrat befürchtet, dass das Projekt eine Luftblase wird.

In anderen Städten werde hingegen abgerissen oder der obere Teil der Gebäude abgebaut. Als Beispiel nennt Torsten Steinert Görlitz. So würden sich die Städte beim Wohnungsbestand an der tatsächlichen Nachfrage der Mieter orientieren. Mit den Fünfgeschossern an der Südstraße werde dieses Ziel nicht erreicht. Ob die Stadtverwaltung eine Möglichkeit hat, da einzugreifen, will er wissen.

„Wir sind uns bewusst, dass die Südstraße zum Sanierungsgebiet wird“, erklärt Bürgermeisterin Heike Böhm (SPD). Derzeit wird das Altstadtgebiet um den Marktplatz gerade beendet. Dafür werden sogenannte Sanierungsbeiträge eingefordert. Wenn dieser Prozess erledigt ist, kann an der Südstraße ein neues Sanierungsgebiet entstehen. Ansonsten gebe es einen freien Wohnungsmarkt, meint Heike Böhm. Und der Käufer habe für sich eingeschätzt, dass sich die Sanierung lohne.

Die Bürgermeisterin erklärt, dass das Projekt bereits vorgestellt worden ist, will aber dennoch den aktuellen Stand beim Investor erfragen. Eventuell soll er auch in die nächste Sitzung des Stadtrats oder des Technischen Ausschusses eingeladen werden, um dort persönlich von dem Vorhaben zu berichten.

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